Werders Friedl über das Anfang-Aus: "Das war ein Schock"

Audio vom 25. November 2021
Werder-Spieler Marco Friedl geht am Rande des Trainings neben Coach Markus Anfang.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
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Weil Marco Friedl an Corona erkrankte, geriet Markus Anfang ins Visier der Behörden. Der Werder-Profi berichtet, wie er mit den turbulenten Ereignissen umging.

Keine zwei Wochen ist es her, dass Werder-Profi Marco Friedl die freien Tage während der Länderspielpause zu Hause in Österreich verbringen wollte. "Ich war ein bisschen erkältet, aber die Schnelltests waren immer alle negativ", berichtet Friedl am Donnerstag in einer Medienrunde. Vor der Abreise testet sich der 23-jährige Verteidiger nochmals, bei seiner Ankunft Daheim jedoch fiel "der Schnelltest positiv aus und der PCR-Test dann auch".

Obwohl Friedl zweifach geimpft ist, hatte er sich mit dem Coronavirus infiziert und auch Symptome entwickelt. "Die ersten zwei Tage hatte ich Fieber und extreme Halsschmerzen und nachts viel geschwitzt", schildert Friedl, "aber das hat sich relativ schnell wieder erledigt. Jetzt geht es mir sehr gut und ich fühle mich wieder fit." Doch seine Erkrankung war es, die Trainer Markus Anfang ins Visier der Bremer Behörden rückte.

"Habe nicht damit gerechnet"

Denn das Bremer Gesundheitsamt kontrollierte daraufhin die Angaben der Kontaktpersonen und entdeckte dabei die Unstimmigkeiten im Impfpass von Anfang, gegen den seither von der Staatsanwaltschaft ermittelt wird. Über das laufende Verfahren wollte sich auch Friedl natürlich nicht äußern, doch er gab einen Einblick, wie er die Entwicklungen erlebt hatte.

An dem Tag, als ich in Quarantäne ging, habe ich nicht damit gerechnet, dass der Trainer weg ist, wenn ich zurückkomme.

Werder-Profi Marco Friedl

"Das ist ja absolutes Neuland"

Am vergangenen Donnerstag und Freitag hatte er über die Medien die Vorwürfe gegen Anfang mitbekommen, doch mit einem Rücktritt des Trainers auch danach nicht gerechnet. Als ihm seine Mitspieler am Samstagvormittag dann die Nachricht schickten und beschrieben, dass sich Anfang bereits von ihnen verabschiedet hätte, konnte es Friedl nicht glauben.

Das war schon ein Schock. Das ist ja absolutes Neuland, so etwas hat es im Fußball noch nie gegeben. Wir haben einen guten Trainer verloren.

Werder-Profi Marco Friedl

Mit Anfang hat Friedl bisher noch nicht gesprochen oder geschrieben, hat es aber vor. "Ich war nicht da, als er sich verabschiedet hat", sagte Friedl, "aber wenn etwas Ruhe reingekommen ist, werde ich sicher noch mit ihm telefonieren."

"Bin grundsätzlich fürs Impfen"

Friedl ist mittlerweile wieder zurück in Bremen, hat seither diverse Tests durchlaufen und fühlt sich sogar bereit, in der Partie am Samstagabend gegen Holstein Kiel wieder mitzumischen. Werders medizinische Abteilung hat grünes Licht gegeben. Die letzte Entscheidung soll nach den beiden nächsten Trainingseinheiten fallen. Friedl selbst ist jedenfalls froh, dass er geimpft ist und sein Krankheitsverlauf milde verlaufen ist.

Ich bin grundsätzlich fürs Impfen. Jeder hat das Recht, das selber zu entscheiden. Aber Ungeimpfte müssen dann mit den Konsequenzen leben, dass sie in Quarantäne gehen müssen und sich leichter anstecken können.

Werder-Profi Marco Friedl

Werder-Profi Friedl nach Corona-Infektion zurück im Training

Video vom 25. November 2021
Werder-Profi Marco Friedl gut gelaunt während der Trainingseinheit.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 25. November 2021, 12 Uhr