Sackgasse Werder? Wo Fritz bei Chong noch "Luft nach oben" sieht

Bei Tahith Chong erkennt Clemens Fritz noch einiges an Verbesserungspotenzial. Doch aufgrund der Konkurrenz dürfte dem Talent in Bremen schon bald wieder die Bank drohen.

Tahith Chong sprintet im Spiel gegen Leverkusen dem Ball entgegen. Dieser fliegt etwas unter der Höhe seines Kopfes.
Tahith Chong konnte die Erwartungen in Bremen noch nicht erfüllen. Bild: Imago | Team 2

Am Samstag durfte er mal wieder von Beginn an ran. Zum erst vierten Mal stand Tahith Chong in dieser Bundesliga-Saison in der Bremer Startelf. Erneut gab Coach Florian Kohfeldt ihm eine Chance, doch wirklich Werbung in eigener Sache konnte der Niederländer dabei nicht betreiben. Zu blass blieb er abermals. Zu wenig konnte er seine Stärken ausspielen.

Die Erwartungen waren dabei andere im Sommer. Werder, so schien es, hatte sich für ein Jahr ein äußerst aufstrebendes Talent von Manchester United gesichert. Einer, der wie einst Kevin de Bruyne in Bremen seine ersten Schritte macht. Bereits Chongs Spitzname – "Robben von Curacao" – wirkte verheißerungsvoll. Doch erfüllen konnte der 21-Jährige die Erwartungen bisher nicht. Nur einen Scorerpunkt, die Vorlage zum Siegtreffer in Mainz, hat er bisher auf dem Konto. Bei Werder ist Chong bisher nur ein Mitläufer, dessen erster Laufweg an den Spieltagen zu den Plätzen der Ersatzspieler führt.

Fritz sieht Verbesserungen bei der Defensivarbeit

Werders Sportlicher Leiter Clemens Fritz schaut auf dem Trainingsgelände in die Kamera.
Für Clemens Fritz muss Tahith Chong in mehreren Bereichen noch eine Schippe drauflegen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Ganz so drastisch sieht Werders Sportlicher Leiter Clemens Fritz es allerdings nicht, wie er am Dienstag in einer Medienrunde erzählte. "Bei der Defensivarbeit hat Tahith sich entwickelt und verbessert", lobt er. Zugleich sei zu spüren, dass dieser an seinen Schwächen arbeiten wolle. Probleme hat Chong dabei vor allem in der Entscheidungsfindung. Zu oft wählt er im Spiel die falsche Variante, sodass die zaghaften Angriffe wirkungslos verpuffen. "Es ist noch Luft nach oben", weiß auch Fritz. Und sieht dabei gleich mehrere Aspekte, in denen Chong noch zulegen muss.

Es ist wichtig, dass er in den entscheidenden Momenten sein Tempo auch einsetzt. Da geht es darum, sich freizumachen, um Räume zu erkennen. In die Tiefe zu laufen, sich anzubieten. Aber dann, wenn er den Ball am Fuß hat, gerade beim ersten Kontakt, den Ball so mitzunehmen, dass er mit seinem Tempo sich einen Vorteil verschaffen kann.

Clemens Fritz

Für Chong könnte die Luft dünn werden

Es wirkt, als müsse Chong bei Werder endlich mal in die Puschen kommen. Noch hat die Leihe an die Weser sich für ihn nicht gelohnt. Vielmehr scheint das Jahr in Bremen für seine weitere Karriere derzeit eher eine Sackgasse zu sein. Dabei deutet er durchaus an, dass er dank seiner Athletik, seines Tempos und auch seines starken Schusses tolle Veranlagungen mitbringt. Eine "unheimliche Qualität" sieht Fritz, von der er sich allerdings wünschen wurde, dass Chong selbige "auch auf dem Platz gewinnbringend einsetzt".

Die Aussichten könnten nach der nicht genutzten Chance in Leverkusen demnächst aber wieder schlechter sein, denn mit Niclas Füllkrug, Davie Selke und Milot Rashica stehen Kohfeldt in der Offensive schon bald drei weitere Alternativen für die Bremer Startelf parat.

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  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 12. Januar 2021, 18:06 Uhr