Mit Pokal-Schwung zum Klassenerhalt? Werder und seine 3 Liga-Endspiele

Nach dem Pokal-Fight wollen die Bremer auch in der Bundesliga ein anderes Gesicht zeigen. Was sie auch müssen, wenn sie gegen ihre verbleibenden Gegner etwas holen wollen.

Die Werder-Spieler bilden vor Anpfiff einen Kreis.
Mit Geschlossenheit zum Klassenerhalt: Werder hat drei Liga-Endspiele vor der Brust. Bild: nordphoto/gumzmedia

Groß ist die Angst gewesen, dass Werder im Pokal-Halbfinale unter die Räder kommen könnte. Zu schwach waren die Darbietungen der Bremer bei den zuletzt sieben Liga-Pleiten in Serie gewesen; zu gering das Leistungsvermögen im Vergleich zum Gegner aus Leipzig. Nach der 1:2-Niederlage aber lässt sich festhalten: unbegründet war die Furcht, umso größer dafür die Enttäuschung. Aber, und das war das Wichtigste: Die Leistung der Grün-Weißen machte Mut. Mut, dass die Bremer auch in der Liga die Wende einläuten und den Klassenerhalt eintüten.

Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt, aber das müssen wir auch in den letzten drei Endspielen auf den Platz bringen. Wenn wir das schaffen, werden wir die Klasse halten.

Werder-Geschäftsführer Frank Baumann nach dem Spiel in der ARD

Natürlich will aber eine derart bittere Pleite wie die gegen Leipzig erst einmal verdaut sein. Dass dafür noch ein bisschen Zeit vergehen muss, machte auch Florian Kohfeldt nach dem Pokal-K.o im Gespräch mit der ARD deutlich. Anders, als man es vom redseligen Werder-Coach gewohnt ist, antwortete er auf die Frage, wie sein Team den Klassenerhalt erreichen wolle, ungewohnt knapp: "Indem wir punkten." Und wie das? "Indem wir ein Tor mehr schießen als der Gegner." Wir blicken auf Werders drei Gegner im Kampf um den Klassenerhalt.

1 32. Spieltag: Samstag, 8. Mai, 15:30 Uhr gegen Bayer Leverkusen (H)

Leverkusen-Angreifer Moussa Diaby dribbelt mit dem Ball an seinem grätschenden Gegenspieler vorbei.
Mit vier Toren und zwölf Vorlagen ist Moussa Diaby (rechts) der Topscorer der Leverkusener. Bild: Imago | Avanti

Die "Werkself" zeigt in der laufenden Saison zwei Gesichter. Zwischenzeitlich galten die Leverkusener während einer Schwächephase des Rekordmeisters aus München sogar als möglicher Meisterschaftskandidat. Zu Beginn der Rückrunde aber schied Bayer trotz klarer Favoritenrolle kurz nacheinander sowohl aus dem DFB-Pokal als auch aus der Europa League aus. Auch in der Liga läuft es seitdem nicht mehr gut für das Team, das mit Hannes Wolf mittlerweile ein neuer Trainer betreut. Inzwischen liegen die Nordrhein-Westfalen gar nur auf Rang Sechs. Die Qualifikation für die Champions League liegt aber noch im Bereich des Möglichen, wenngleich es dafür Siege braucht. Gegen einen Abstiegskandidaten wie Werder sind drei Punkte für die offensivstarken Leverkusener daher absolute Pflicht – wenngleich die Bremer schon beim überraschenden 1:1 im Hinspiel bewiesen, dass sie das Zeug zum Spielverderber haben.

2 33. Spieltag: Samstag, 15. Mai, 15:30 Uhr gegen FC Augsburg (A)

Augsburg-Trainer Markus Weinzierl schreitet zum Training.
Soll die Augsburger zum Klassenerhalt führen: Neu- und Alt-Trainer Markus Weinzierl.. Bild: Imago | kolbert-press

In jeder Saison aufs Neue gelten die Augsburger als möglicher Absteiger. Doch seit ihrem Aufstieg im Jahr 2011 sind die Bayern ununterbrochen im Fußball-Oberhaus vertreten. In der laufenden Spielzeit kämpfen die Augsburger aber ebenso wie die Bremer noch um dem Liga-Verbleib. Vor kurzem tauschten die Fuggerstädter, die momentan einen Rang vor den Grün-Weißen auf Platz 13 liegen, ihren Coach aus. Mit Markus Weinzierl nahm ein alter Bekannter auf der Trainerbank Platz. Nach nur einem Sieg aus den letzten sechs Spielen soll Weinzierl nun das Ruder herumreißen und den FCA zum Klassenerhalt führen. Doch dafür braucht es Tore, wovon die Augsburger zu wenig auf dem Konto haben. Ihr Problem ist an der Weser gut bekannt: Die eher überschaubaren Treffer verteilen sich auf viele Spieler, ein klassischer Torjäger fehlt sowohl den Grün-Weißen als auch dem FCA.

3 34. Spieltag: Samstag, 22. Mai, 15:30 Uhr gegen Borussia Mönchengladbach (H)

Gladbach-Trainer Marco Rose schaut enttäuscht drein.
Wechselt nach der Saison zu Dortmund: Gladbach-Trainer Marco Rose. Bild: Imago | Revierfoto

Die Gladbacher sind in dieser Saison eine klassische Wundertüte. In der Champions League überraschte die "Fohlenelf" und zog trotz schwerer Gegner wie Real Madrid und Inter Mailand ins Achtelfinale ein. In der Bundesliga waren die Leistungen hingegen wechselhaft. Zum einen brillierte das Team des scheidenden Trainers Marco Rose, etwa beim 3:2-Erfolg nach 0:2-Rückstand gegen Bayern München. Zum anderen anderen unterlag der momentane Siebtplatzierte aber allein in der Rückrunde gegen die Abstiegskandidaten aus Köln, Mainz und Augsburg. Zuletzt aber zeigte die Formkurve wieder ein wenig nach oben: Am vergangenen Spieltag schlug die Borussia chancenlose Bielefelder mit 5:0. Vor allem die Werder-Defensive sollte sich beim Aufeinandertreffen mit den treffsicheren Fohlen auf einen ereignisreichen Nachmittag einstellen.

Wie lange darf Florian Kohfeldt noch Trainer bei Werder bleiben?

Video vom 2. Mai 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt feuert sein Team an.
Bild: Imago | Picture Point LE

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 2. Mai 2021, 19:30 Uhr