Das macht Werder Hoffnung auf das Europa-Wunder

Die Lage ist verzwickt, aber nicht aussichtslos. Schießt am Ende ausgerechnet der Ex-Bremer Anthony Ujah die Kohfeldt-Elf in den Europapokal?

Florian Kohfeldt bejubelt Johannes Eggesteins Treffer gegen Hoffenheim.
Darf Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt am Samstag die Qualifikation für die Europa League bejubeln? Die Bremer müssen gegen RB Leipzig gewinnen und auf Patzer der Konkurrenten hoffen. Bild: Imago | Thomas Frey

Klar, der Blick auf die Tabelle ist aus Bremer Sicht zunächst einmal ernüchternd, denn die Qualifikation für Europa hat Werder am Samstag (15:30 Uhr) nicht mehr in der eigenen Hand.

Der Kampf um den 7. Platz vor dem letzten Spieltag

TabellenplatzVereinPunkteTordifferenz
7.VfL Wolfsburg52+5
8.TSG Hoffenheim51+20
9.Werder Bremen50+8

Zwei Punkte liegen die Bremer vor dem 34. Spieltag hinter dem VfL Wolfsburg auf dem begehrten 7. Platz. In Lauerstellung liegt zudem die TSG Hoffenheim, die ihre Träume von Europa ebenfalls noch nicht begraben hat. Die Kraichgauer weisen einen Punkt mehr als die Werderaner auf. Dennoch stehen die Chancen gar nicht so schlecht, nächste Saison tatsächlich wieder Europapokal-Fußball an der Weser zu sehen. Die Statistik und das Momentum machen Werder Mut.

1 Leipziger Fokus auf das DFB-Pokal-Finale?

Auf dem Papier haben die Bremer mit dem Heimspiel gegen den Tabellendritten RB Leipzig natürlich die schwierigste Aufgabe vor der Brust. Für die Sachsen ist das letzte Bundesliga-Spiel dieser Saison allerdings eine reine Pflichtaufgabe. Der Fokus dürfte bereits auf dem DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern eine Woche später liegen. Das Endspiel in Berlin wird für viele Leipziger das bisher größte Spiel ihrer Karriere sein. Das könnte am Samstag ein paar Prozentpunkte Konzentration kosten.

Florian Grillitsch schießt für Werder ein Tor gegen RB Leipzig.
Werder ist im Weser-Stadion gegen RB Leipzig noch ungeschagen. Am 25. Spieltag der Saison 2016/2017 gewannen die Bremer gar mit 3:0. Florian Grillitsch erzielte damals das 2:0. Bild: Imago | Team 2

Werders Bilanz gegen die Leipziger ist im Weser-Stadion zudem vorzeigbar: Seit dem Leipziger Aufstieg 2016 kam es bisher zu zwei Duellen mit RB. In der vergangenen Saison trennten sich beide Teams 1:1. In der Partie zuvor fegten die Bremer die Leipziger gar mit 3:0 vom Platz. Am Samstag würde allerdings bereits ein schnödes 1:0 genügen, um die eigenen Hausaufgaben für den Europapokal zu erfüllen.

2 Wolfsburgs schwache Heimbilanz gegen Wolfsburg

Werder muss nicht nur gewinnen, sondern auch auf einen weiteren Ausrutscher der Wolfsburger hoffen. Am vergangenen Wochenende verloren diese erst überraschend mit 0:3 beim Abstiegskandidaten aus Stuttgart. Daher benötigen die Wolfsburger am Samstag gegen den FC Augsburg zwingend den Dreier. Ein Unentschieden reicht dem VfL nicht. Mit diesem wären sie zwar auf jeden Fall punktgleich mit Werder, doch die Bremer (bei einem Sieg gegen Leipzig mindestens +9) weisen die bessere Tordifferenz als die "Wölfe" (+5) auf – und würden somit in der Tabelle vorbeiziehen.

Bruno Labbadia hält sich die Hände vor die Augen.
Gegen die Augsburger weisen die Wolfsburger eine schwache Heimbilianz auf. Schlägt VfL-Trainer Bruno Labbadia also auch am Samstag nach dem Abpfiff die Hände vor dem Gesicht zusammen? Bild: Imago | Joachim Sielski

Mut macht Werder dabei, dass es für die Wolfsburger im eigenen Stadion gegen die Augsburger einfach nicht läuft. Von sieben bisherigen Duellen daheim gewann der VfL nur ein einziges. Dreimal trennten beide Teams sich unentschieden, dreimal gewannen die Augsburger – beides würde für Werder am Samstag reichen, um die Wolfsburger noch überholen zu können.

3 Schützenhilfe von Anthony Ujah?

Ein Werder-Sieg und ein Wolfsburger Patzer würden noch nicht reichen. Will Werder nach Europa, müssten auch die Hoffenheimer noch einmal Federn lassen. Bei Mainz 05 erwartet die Mannschaft des scheidenden Trainers Julian Nagelsmann dabei ein heißer Ritt. Von den zehn bisherigen Duellen in Mainz konnte die TSG nämlich lediglich zwei gewinnen. Viermal gab es ein Unentschieden, viermal gewannen die Mainzer.

Zugleich spricht der aktuelle Trend für die Rheinhessen. Die Hoffenheimer träumten lange von der Champions League, verspielten in den letzten Wochen allerdings ihre perfekte Ausgangslage. Erst verloren sie mit 1:4 gegen Wolfsburg, dann gab es nur ein mageres 2:2 in Mönchengladbach. Am letzten Spieltag vergaben sie zudem ihren Matchball gegenüber den Bremern und unterlagen mit 0:1.

Anthony Ujah bejubelt seine zwei Treffer gegen Eintracht Frankfurt.
Mit zwei Treffern schoss der Ex-Bremer Anthony Ujah die Mainzer zum Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Leistet er Werder mit weiteren Treffern gegen Hoffenheim Schützenhilfe? Bild: Imago | Eibner

Ganz anders derweil die Mainzer: Am Sonntag gaben sie im Frankfurter Waldstadion die Partycrasher und gewannen im Derby mit 2:0. Für die Frankfurter war das im Kampf um Europa ein heftiger Rückschlag. Beide Treffer für die Mainzer erzielte der Ex-Bremer Anthony Ujah. Jetzt darf gehofft werden, dass Ujah auch am Samstag mit seinen Treffern für einen Mainzer Punkterfolg sorgt – und somit indirekt seinen Ex-Klub Werder zurück nach Europa schießt.

Für Werder ist die Europa-League rechnerisch noch drin

Werder Spieler Davy Klaassen im Interview.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 14. Mai 2019, 18:06 Uhr