Infografik

Werder legt sich selbst ein "Eiertor" ins Osternest

Ein unglückliches Eigentor kostet die Bremer in Stuttgart mindestens einen Zähler. Dabei ist Werder angesichts der kommenden Aufgaben auf jeden Punkt angewiesen.

Werders Marco Friedl sitzt auf dem Boden, seine Hände stützt er auf den Oberschenkeln ab.
Nach der 0:1-Niederlage gegen Stuttgart regierte nicht nur bei Werder-Verteidiger Marco Friedl der Frust. Bild: Gumzmedia/Nordphoto

Es passte irgendwie ins Bild, dass ein "Eiertor", wie Ömer Toprak es formulierte, die Auswärts-Niederlage der Bremer in Stuttgart besiegelte. Denn das Eigentor, das Werder-Verteidiger Ludwig Augustinsson den Grün-Weißen ausgerechnet am Ostersonntag ins Nest legte, war in seiner Entstehung äußerst unglücklich. Der Unglücksrabe hatte den Ball, der ihm ins Gesicht klatschte, bevor er über die Linie sprang, nicht einmal kommen sehen.

Ich glaube, das war die unnötigste Niederlage der Saison. Wir haben viel Aufwand nach vorn betrieben. Dann durch so ein Gegentor zu verlieren, ist natürlich extrem bitter.

Werder-Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein im Gespräch mit Sky

Osako vergibt die letzte Chancen zum Ausgleich

Vom Anpfiff weg hatten die Bremer gegen den VfB mutig nach vorne gespielt. Immer wieder preschten sie ins letzte gegnerische Drittel vor. Was fehlte, war die Konsequenz beim finalen Pass, der allzu oft nicht sein Ziel fand. Ebenso wenig die Abschlüsse der Bremer, die vorwiegend aus der Ferne erfolgten. Auch nach dem Seitenwechsel kamen die Bremer zu Möglichkeiten, doch ein Treffer wollte einfach nicht fallen. Die große Chance auf den verdienten Ausgleich vergab der eingewechselte Yuya Osako, der unmittelbar vor dem Abpfiff das Außennetz zum Wackeln brachte.

Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie behauptet den Ball.
Trotz großem Einsatz sprang für Werder und Theo Gebre Selassie (rechts) in Stuttgart nichts Zählbares heraus. Bild: Gumzmedia/Nordphoto | Andreas Gumz

"Wir haben ein gutes Spiel gemacht, haben den Ball laufen lassen und haben Torchancen kreiert", sagte Werder-Verteidiger Ömer Toprak nach dem Spiel in der ARD. "Wir hatten viel mehr Halbchancen, weshalb wir jetzt sehr enttäuscht sind." Ähnlich sah es sein Trainer. "Eine absolut unnötige Niederlage, die nicht verdient ist", resümierte Werder-Coach Kohfeldt. "Wir haben von der Leistung her ein gutes Spiel gemacht, müssen aber Tore machen." Dass sich seine Mannschaft nicht mit drei Punkten oder zumindest einem Zähler belohnt habe, sei sehr schade, da die Bremer viel investiert und ordentlichen Kombinations-Fußball gezeigt hätten. "Wir waren heute sehr nah an unserem Limit", betonte Kohfeldt.

Am Mittwoch geht es um das DFB-Pokal-Halbfinale

Wollen die Bremer in der Liga nach drei Niederlagen in Serie mal wieder was Zählbares holen, müssen sie bei den nächsten beiden Gegnern in jedem Fall ans Limit gehen: Erst bekommen die Grün-Weißen es im Weser-Stadion mit RB Leipzig zu tun (Samstag, 15:30 Uhr), dann reisen sie nach Dortmund (Sonntag, 18. April, 15:30). Zwei Liga-Schwergewichte also, bei denen Werder schon einen guten Tag erwischen muss, um Paroli bieten zu können. Obwohl der Vorsprung auf den Relegationsrang weiterhin sieben Punkte beträgt, ist auch den Bremern klar, dass sie auch wegen des schweren Restprogramms längst nicht gerettet sind. "Wir wissen, in welcher Situation wir sind. Wir wissen, dass es bis zum Ende spannend bleibt", so Toprak.

Vorerst aber ist der Tabellen-13. auf anderer Ebene gefragt: Am Mittwoch (18:30 Uhr) treten die Bremer zum Nachholspiel des DFB-Pokal-Viertelfinals bei Jahn Regensburg an. Die Pause ist also nur kurz, was beim Trainer der Grün-Weißen eher Freude als Kummer auslöst. "Spielen, spielen, spielen, das ist wunderschön", sagte Kohfeldt im Gespräch mit Sky. Der Werder-Coach empfinde die hohe Frequenz daher überhaupt nicht als Belastung. Im Gegenteil: "Ich freue mich, wenn wir noch ein, zwei englische Wochen mehr haben." Denn das würde bedeuten, dass die Bremer mindestens eine Pokal-Runde weiterkämen.

Wir wollen gegen Regensburg weiter, wir sind der Favorit und wir werden das sehr seriös angehen. Wir wollen unbedingt ins Halbfinale.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt im Gespräch mit der ARD

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Datawrapper anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Kohfeldt verstimmt über unnötig riskante Länderspielreisen

Video vom 3. April 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt spricht während einer Pressekonferenz im Weserstadion.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 4. April 2021, 15:30 Uhr