Werder und das Trainingsverbot: So sieht es bei anderen Klubs aus

Der Bremer Senat untersagt Werder, am Montag wieder das Training aufzunehmen. Andere Teams stehen dabei längst wieder auf dem Platz – zumindest in Kleingruppen.

Blick auf den leeren Trainingsplatz vor dem Weser-Stadion bei strahlend-blauem Himmel.
Der Trainingsplatz am Weser-Stadion bleibt vorerst leer. Der Bremer Senat hat Werder untersagt, am Montag in Kleingruppen wieder das Training aufzunehmen. Bild: Imago | Nordphoto

Allzu gerne hätte Werder am Montag das Training wieder aufgenommen. Der Bremer Senat machte dem Klub allerdings einen Strich durch die Rechnung. Selbst in Kleingruppen dürfen die Bremer nicht trainieren. Einen entsprechenden Antrag lehnte der Senat ab. Stattdessen wartet dieser auf eine Abstimmung zwischen den Bundesländern. "Das ist kein Thema, bei dem es einen Flickenteppich geben darf", sagte Innensenator Ulrich Mäurer.

Unterschiedlich sind die Regeln allerdings bereits jetzt. An die von der Deutschen Fußball Liga empfohlene Trainingspause bis zum Sonntag haben sich nicht alle 36 Profivereine bis zum Ablauf der Frist gehalten haben. In der Bundesliga gab es am Freitagvormittag bei immerhin sieben Klubs schon wieder Bewegung auf dem Vereinsgelände, nur elf Vereine ließen die Spieler noch zu Hause individuell an ihrer Fitness arbeiten.

Kein "Home Office" in Augsburg, Polizei kontrolliert St. Pauli

Gar nicht im "Home Office" befand sich dabei der FC Augsburg. Unter dem neuen Trainer Heiko Herrlich lief der Trainingsbetrieb weiter. "Wir haben in Gruppen Training und achten darauf, so wenig Kontakt wie möglich zu haben. Wir haben noch keine intensiven Zweikämpfe", berichtete Mittelfeldspieler Daniel Baier am Freitag bei "Sky".

Solange es nicht verboten ist, ist es auch legitim.

Daniel Baier bei "Sky" über den Trainingsbetrieb beim FC Augsburg während der Corona-Krise

Auch in der 2. Liga ist der Übungsbetrieb an einigen Standorten – wie beim Tabellenführer Arminia Bielefeld – angelaufen. Dabei müssen die Vereine penibel auf die Einhaltung der behördlichen Vorgaben achten, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind. Während Nordrhein-Westfalen die Vorgaben etwas gelockert hat, wird beispielsweise das Training beim Hamburger Kiez-Club FC St. Pauli sogar durch Polizeistreifen überwacht.

Bayern München hält die Füße noch still

Joshu Kimmich im Trikot des FC Bayern während eines Spiels.
Joshua Kimmich vom FC Bayern München fehlt aktuell der Wettbewerb in der Bundesliga. Bild: Imago | ULMER Pressebildagentur

Die Sehnsucht nach dem Rasen, dem Ball, den Zweikämpfen, dem gewohnten Alltag mit den Teamkollegen nimmt dabei in der gesamten Branche zu. "Es fehlt der Wettkampf. Es fehlt, die Energie loszuwerden", gab Münchens Nationalspieler Joshua Kimmich zu. "Auf Training draußen freut sich jeder", sagte Bayern-Trainer Hansi Flick. Er weiß aber auch: "Der FC Bayern wird da anders beäugt."

Deshalb hält der Rekordmeister die Füße noch still. Denn es stößt nicht überall auf Verständnis, dass sich die Profis ein Stück Normalität zurückerobern wollen. Zu dem brisanten Thema mehren sich in manchen Landesverbänden kritische Anfragen aus dem Amateurlager, wo der komplette Betrieb am Freitag für unbestimmte Zeit ausgesetzt wurde.

DFL-Chef Seifert: "Training ist Teil des Berufes"

Aufkommende Kritik an einer Sonderrolle für die Erst- und Zweitligisten wies DFL-Boss Christian Seifert dieser Tage jedoch zurück. "Wir wollen keine Extrawurst, das ziemt sich auch nicht in diesen Zeiten. Aber wir sind ein Wirtschaftsunternehmen wie viele andere", sagte Seifert am vergangenen Dienstag nach der DFL-Mitgliederversammlung. "Training ist auch Teil des Berufes. Und die Vereine versuchen, sich durch diese Zeit zu navigieren."

Das sagt Filbry über wirtschaftliche Corona-Folgen für Werder Bremen

Video vom 31. März 2020
Filbry von Werder im Interview mit buten un binnen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. April 2020, 19:30 Uhr