Diese Kandidaten werden als neuer Trainer bei Werder gehandelt

Collage zeigt die Trainerkandidaten für Werder-Bremen, Peter Zeidler, Stefan Leitl, Ole Werner
Peter Zeidler, Stefan Leitl und Ole Werner gelten als heiße Kandidaten auf den Trainerjob bei Werder Bremen. Bild: Imago / Dpa | Manuel Geissler, Wolfgang Zink, Claus Bergmann

Nach dem Abstieg sind viele Fragen offen. Vor allem aber diese: Welcher Coach geht die "Mission Wiederaufstieg" an? Wir stellen die derzeitigen drei Favoriten vor.

Werder, wie geht es jetzt weiter? Nach dem Abstieg am Samstag müssten die Bremer sich eigentlich erstmal ordentlich schütteln, doch dafür bleibt keine Zeit, denn bereits am 23. Juli startet die Saison in der 2. Liga. Der Klub muss sich also rasch sortieren und vor allem schnell einen neuen Trainer verpflichten, der einen Kader für den geplanten Wiederaufstieg zusammenstellen kann. Gehandelt werden dabei rund um die Bremer viele Namen. Die drei heißesten Kandidaten haben wir einmal genauer unter die Lupe genommen.

Peter Zeidler (FC St. Gallen)

Peter Zeidler ist in Deutschland ein eher unbekannter Name, kennt die Bundesliga aber bereits und hat lange mit Ralf Rangnick zusammengearbeitet. Seit drei Jahren trainiert der 58-Jährige den FC St. Gallen in der Schweiz und hat dort in der Saison 2019/20 für Furore gesorgt, als er sich mit den Ostschweizern überraschend hinter Young Boys Bern die Vizemeisterschaft schnappte. Schlechter lief es allerdings in der vergangenen Saison, in der Zeidlers Team in den Abstiegskampf rutschte und nur auf dem siebten von insgesamt zehn Plätzen landete. Dafür gelang jedoch der Sprung in das Pokal-Finale, das am Montag gegen den FC Luzern allerdings mit 1:3 verloren ging.

Peter Zeidler applaudiert am Seiitenrand.
Peter Zeidler stand am Montagabend mit dem FC St. Gallen noch im Schweizer Pokal-Finale. Bild: Imago | Pius Koller

Zeidler stammt aus Schwäbisch Gmünd und hat in seiner Jugend für den VfB Stuttgart gespielt, allerdings keine Karriere als Profi hingelegt. Stattdessen übernahm er im Sommer 1998 den Job als Co-Trainer beim VfB Stuttgart. Danach sammelte er unterklassig in Süddeutschland Erfahrungen als Cheftrainer, ehe er 2008 unter Rangnick Co-Trainer bei der TSG Hoffenheim wurde und dort bis 2011 blieb. Anschließend übernahm er den FC Tours in der zweiten französischen Liga, bis er erneut Rangnicks Lockruf folgte und in Österreich zunächst den FC Liefering, ein Farm-Team von RB Salzburg, und dann als Nachfolger von Adi Hütter ab Sommer 2015 die Salzburger trainierte.

Dort blieb er allerdings glücklos und verlor bereits im Dezember seinen Job. Auf die Zeit in Salzburg folgte ein Engagement beim FC Sion in der Schweiz und eins beim FC Sochaux in Frankreich, bevor es nach St. Gallen ging. Dort besitzt er noch einen langfristigen Vertrag bis 2025. Ein Engagement bei Werder könnte für ihn dennoch attraktiv sein, da er im Falle eines Wiederaufstiegs in Bremen erstmals als Cheftrainer in der Bundesliga arbeiten könnte.

Stefan Leitl (Greuther Fürth)

Stefan Leitl hat am Wochenende seinen bisher größten Erfolg als Trainer gefeiert und ist mit Greuther Fürth völlig überraschend in die Bundesliga aufgestiegen. Aus dem jüngsten Kader der 2. Liga hat er einen verschworenen Haufen geformt, der an den letzten Spieltagen die Nerven behalten und den Coup vom Aufstieg geschafft hat. Seine Zukunft lässt der 43 Jahre alte Leitl bisher aber trotz eines Vertrags bis 2023 offen. In den vergangenen Tagen wurde der gebürtige Münchner auch als neuer Coach von Eintracht Frankfurt gehandelt. Die Hessen haben am Mittwoch allerdings Oliver Glasner (bisher VfL Wolfsburg) als neuen Trainer vorgestellt.

Stefan Leitl dirigiert am Spielfeldrand.
Stefan Leitl ist am vergangenen Wochenende mit Greuther Fürth in die Bundesliga aufgestiegen. Bild: Imago | Zink

Leitl war selbst Fußballprofi und hat nach seiner Jugendzeit beim FC Bayern für den 1. FC Nürnberg, die SpVgg Unterhaching, Darmstadt 98 und den FC Ingolstadt gespielt. Nach seinem Karriereende 2013 hat er bei den Ingolstädtern zunächst die U17 und die 2. Mannschaft trainiert, ehe er im September 2017 den Job als Trainer der Profi-Mannschaft in der 2. Liga erhielt. Nach einem Jahr trennte der Klub sich im September 2018 von ihm, weil der Saisonstart daneben ging. Fünf Monate später übernahm er die Fürther und führte den Klub aus Franken jetzt in die Bundesliga.

Ein Wechsel an die Weser könnte für Leitl aber trotzdem interessant sein. Schließlich werden die Franken in der Bundesliga wohl Abstiegskandidat Nummer eins sein. Bereits jetzt ist klar, dass Leistungsträger wie David Raum (zur TSG Hoffenheim) und Paul Jaeckl (zu Union Berlin) das Team verlassen. Ein großer Traditionsklub wie Werder könnte da auf Dauer trotz der aktuellen Probleme für Leitl die reizvollere Perspektive sein.

Ole Werner (Holstein Kiel)

Ole Werner ist mit 33 Jahren der jüngste Kandidat bei Werder und könnte wie Leitl mit seinem aktuellen Klub noch in die Bundesliga aufsteigen. Die Aussichten sind gut, denn am Mittwochabend hat Holstein Kiel das Hinspiel der Relegation beim 1. FC Köln mit 1:0 gewonnen.

Ole Werner gibt Kommandos vom Spielfeldrand.
Ole Werner könnte mit Holstein Kiel über die Relegation noch den Aufstieg in die Bundesliga schaffen. Bild: Imago | Jan Huebner

Werner stammt aus Schleswig-Holstein und hat nach der Schulzeit eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert. Als Fußballer hat er in der Jugend für Holstein Kiel und Hertha BSC gespielt und bei den Kielern zunächst im Jugendbereich und dann bei der U23 in der Oberliga und nach dem Aufstieg 2018 in der Regionalliga Erfahrungen als Cheftrainer gesammelt. Nachdem Holstein sich im September 2019 von Andre Schubert getrennt hat, erhielt Werner das Vertrauen und zahlte dieses bisher vollauf zurück. Beeindruckend war in der vergangenen Saison vor allem, wie die Kieler sich auch durch zwei Quarantänen in der Rückrunde nicht aus der Bahn werfen ließen. Zudem warfen sie völlig überraschend den FC Bayern aus dem DFB-Pokal und scheiterten erst im Halbfinale an Borussia Dortmund.

Werner besitzt an der Förde nur noch einen Vertrag bis 2022. Klappt der Aufstieg mit seinem Heimatklub Kiel, besäßen die Bremer wohl geringere Chancen. Lukrativ könnte für Werner ansonsten sein, mit einem Wechsel nach Bremen im Norden bleiben zu können und unter besseren Möglichkeiten ein Team aufzubauen, das nicht nur den Aufstieg schaffen, sondern sich im Anschluss auch wieder in der Bundesliga etablieren kann.

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Video vom 27. Mai 2021
Eine grüne Fahne mit den Worten darauf "Mit Herz und Raute".
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 27. Mai 2021, 23:30 Uhr