Nach 18 Jahren: Ex-Werderaner Ernst erhält "Tor des Monats"-Medaille

Im April 2003 hatte er aus 52 Meter Entfernung das "Tor des Monats" erzielt. Die Auszeichnung für seinen Treffer erhielt Ernst aber erst jetzt – mit 18 Jahren Verspätung.

Video vom 12. April 2021
Der Torschütze Fabian Ernst hält seine Medaille ins BIld, neben ihm sein Jugendtrainer Mirko Slomka.
Bild: Radio Bremen

In der Schlussphase der Saison 2002/03 hat Werder den UEFA-Cup im Blick. Am 27. Spieltag aber müssen die Bremer bei Borussia Dortmund ran. Der BVB ist amtierender Meister und kämpft um die Qualifikation für die Champions League. Wenig überraschend geht der Favorit durch Superstar Marcio Amoroso nach einer halben Stunde in Führung. Doch Werder kämpft.

Erst gelingt Stürmer Angelos Charisteas kurz nach der Pause der Ausgleich, dann erzielt Mittelfeldmann Fabian Ernst vier Minuten vor Abpfiff den 2:1-Siegtreffer – und wie: Der 23-Jährige hebt den Ball per Direktabnahme aus 52 Metern Entfernung über BVB-Keeper Roman Weidenfeller ins Netz. "Wenn du wenig Zeit zum Überlegen hast, dann klappt das meistens", erzählt Fabian Ernst im Gespräch mit dem Sportblitz. "Das Tor ist auch heute noch schön anzusehen."

Tor des Monats im April 2003

Werders Fabian Ernst reckt die Meisterschale in die Hände.
Im Jahr 2004 feierte Fabian Ernst (Foto) mit Werder den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Bild: DPA | ULMER/Bjoern Hake

Obwohl sein Volltreffer schon ein Weilchen zurückliegt, kann sich der Ex-Bremer noch gut an sein Sahnetor erinnern. "So viele Tore habe ich ja nicht geschossen, von daher ist der Treffer natürlich hängengeblieben", so der 41-Jährige. Aber auch, weil sein Sonntagsschuss im Jahr 2003 zum "Tor des Monats April" gewählt wurde. Das einzige, das der defensive Mittelfeldspieler in seiner Karriere erzielte. "Mit der Torquote, die ich hatte, ein Tor des Monats zu schießen, das ist allein schon besonders", sagte Ernst. Ein kleiner Makel trübt jedoch die Erinnerung: Seine Auszeichnung für das Tor des Monats hat der Ex-Nationalspieler nie erhalten.

In der Sportschau-Ausgabe, in der sein Tor gekürt wurde, war Ernst nicht vor Ort. Das Gespräch, das er mit Moderator Waldemar Hartmann führte, fand daher nur über eine Schalte statt. Die obligatorische Übergabe der Medaille musste entfallen. Aber auch per Post kam, zu Ernsts Bedauern, nichts bei ihm an. "Ich habe einen kleinen Trophäenschrank, in den die besonderen Sachen hereinkommen", erzählt Ernst, der an der Weser fünf Jahre lang die Fußballschuhe schnürte. "Da würde ich die Auszeichnung gerne hineinlegen." 

Mirko Slomka übergibt die Medaille

Um Bremens Sportler des Jahres 2003 seine wohlverdiente Ehre zumindest im Nachhinein zuteil kommen zu lassen, organisierte die Sportredaktion von Radio Bremen vor kurzem die nachträgliche Übergabe der Medaille. Extra instruiert wurde hierfür Ex-Trainer Mirko Slomka. Ernsts Coach aus Jugendtagen bei Hannover 96 überreichte seinem ehemaligen Schützling die Auszeichnung schließlich vor kurzem in dessen Büro in der niedersächsischen Landeshauptstadt. "Die Überraschung ist geglückt", resümierte Ernst. Kein Wunder, hatte der ehemalige Nationalspieler sich doch satte 18 Jahre auf diesen Tag gedulden müssen.

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Autoren

  • Pascale Ciesla Redakteurin und Moderatorin und Autorin
  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sporblitz, 12. April 2021, 18:06 Uhr