"Alles geben, alles reinhauen": So will Werder die Rettung "schaafen"

Für die Bremer geht es gegen Gladbach um den Ligaverbleib. Eine besondere Bedeutung will Interimscoach Schaaf dem Abstiegs-Endspiel jedoch nicht beimessen. Im Gegenteil.

Werder-Trainer Thomas Schaaf zeigt mit ausgestrecktem Finger über den Platz.
Gibt die Marschroute vor: Werder-Trainer Thomas Schaaf. Bild: Imago | Nordphoto

Große Spiele hat Werders Interimstrainer Thomas Schaaf einige in seiner Karriere bestritten. Nicht nur als Coach, sondern auch als Spieler. Auch wenn manches Endspiel verloren ging, ist sein Titelschrank gut gefüllt. Im Abstiegs-Finale, in dem die Grün-Weißen auf Gladbach treffen (Samstag, 15:30 Uhr), geht es für Schaaf und seine Werderaner um den Ligaverbleib. Als bedeutendstes Spiel seiner Laufbahn möchte der 60-Jährige die Partie jedoch nicht bezeichnen. Im Gegenteil: "Wir haben nur wichtige Spiele, Woche für Woche", sagte Schaaf in der Pressekonferenz am Freitag.

Ich trete immer an, um das Maximale zu erreichen. Und das will ich auch bei den Spielern realisiert sehen. Im Fußball hat man nichts zu verschenken.

Werder-Interimstrainer Thomas Schaaf bei einer Presskonferenz am Freitag

Kurze Vorbereitungszeit

Doch die Zeit, um sowohl sich als auch seine Schützlinge angemessen auf die Partie vorzubereiten, ist kurz. Nicht einmal eine Woche stand der Werder-Legende zur Verfügung, um dem Team, das nach pleitenreichen Wochen am Boden liegt, neuen Kampfgeist einzuimpfen. Schaaf wählte daher einen anderen Weg: "Es ging erst einmal darum, wieder Lockerheit reinzubringen." Schließlich habe die Mannschaft in den Wochen zuvor "zu viel über sich ergehen lassen", so Schaaf, der daher fordert: "Wir müssen wieder dominanter auftreten."

Wir sind uns der Lage bewusst. Keiner unterschätzt die Situation oder geht damit fahrlässig um. Und natürlich bringt das Anspannung mit sich. Aber das ist gut, weil man daraus auch Kraft schöpfen kann.

Werder-Interimstrainer Thomas Schaaf bei einer Presskonferenz am Freitag

Werder schaut vor allem auf sich selbst

Am Bremer Rathaus hängt die Werder-Flagge.
Eine Stadt, ein Verein: Am Bremer Rathaus wird deutlich, worum es am letzten Spieltag für Werder geht. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Trotz der misslichen Lage, aus der Werder komme, müsse der Blick einzig nach vorne gehen. "Wir müssen an unsere Qualitäten glauben und können nur alles geben, alles reinhauen", betonte Schaaf. Dass die Bremer womöglich auch auf andere Vereine angewiesen sind, um den Klassenerhalt oder zumindest die Relegation zu schaffen, ist für den Interimscoach eher zweitranging. "Wenn es etwas zu sagen gibt, werden wir das auch weitergeben", so Schaaf. Aber für ihn sei erst einmal wichtig, dass die Grün-Weißen ihre Aufgabe erfüllen. "Nur wenn wir das geschafft haben, können wir unser Ziel erreichen."

Gladbach hofft auf den Einzug in die Europa Conference League

Die Mission "Werder-Wunder" dürfte aber abgesehen vom eigenen Befinden schon angesichts der Qualität des Gegners schwer genug werden. Trotz mancher Schwächephase in der Liga ist Gladbach, das in der laufenden Saison ins Champions League-Achtelfinale einzog, auf Europa-Kurs: Für die Mannschaft von Trainer Marco Rose, der sein letztes Spiel für die "Fohlenelf" bestreitet, geht es im Weser-Stadion noch um die Qualifikation für die Europa Conference League.

"Gladbach ist eine Mannschaft, die richtig gut Fußball spielen kann, die einen schnellen Ball spielt und sehr schnell umschaltet", sagte Schaaf. Es liege an seinem Team, wie viel es davon zulassen wolle. Kurzum: "Uns muss schon bewusst sein, dass da eine hohe Qualität mit einem guten Trainer auf uns zukommt."

Einsatz von Milos Veljkovic steht auf der Kippe

Werder-Verteidiger Ömer Toprak spielt einen Pass.
Soll wieder über die volle Spieldauer mitwirken: Werder-Verteidiger Thomas Schaaf. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Welche Aufstellung der mögliche "Werder-Retter" wählt, ob er vielleicht sogar zur berühmt-berüchtigten "Schaaf-Raute" zurückkehrt, ließ der 60-Jährige offen. Ebenso, welchen Spielern er das Vertrauen schenkt. Nicht dabei sind in jedem Fall die gesperrten Christian Groß und Eren Dinkci. Zur Verfügung steht hingegen der im Training zuletzt pausierende Niclas Füllkrug. Bei Ömer Toprak ist wiederum ein Einsatz über die volle Spielzeit denkbar. Hinter dem Mitwirken von Milos Veljkovic steht hingegen ein Fragezeichen.

Doch egal, welche elf Mann er ins Rennen schickt: Schaaf setzt auch auf die Unterstützung, die das Team von außerhalb erfährt. "Wir wissen, dass wir in der Stadt einen großen Rückhalt haben", so die Werder-Legende. Wie eng die Grün-Weißen miteinander verbunden seien, sei etwas Besonderes und ein großartiges Zeichen. Oder, um es mit Schaafs Worten zu sagen: "Eine gute Motivation, uns selbst noch mal zu pushen."

Comeback-Coach Schaaf will Werder vor dem Abstieg in die 2.Liga retten

Video vom 17. Mai 2021
Thomas Schaaf gibt Kommandos im Training.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 21. Mai 2021, 18:06 Uhr