3 Erkenntnisse aus Werders 2 Testspielen gegen Feyenoord Rotterdam

Clemens Fritz und Markus Anfang stehen beim Spiel gegen Rotterdam am Spielfeldrand.
Der Sportliche Leiter Clemens Fritz und Coach Markus Anfang haben bei den beiden Tests gegen Rotterdam ganz genau hingeschaut. Schließlich geht es nächste Woche schon los in der 2. Liga. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Partien gegen Rotterdam waren die letzten der Bremer vor dem Saisonstart gegen Hannover 96. Einiges läuft schon gut, aber es gibt auch noch Optimierungsbedarf.

Vor dem Auftakt in die 2. Liga am Samstagabend (20:30 Uhr) im Weser-Stadion gegen Hannover 96 haben die Bremer sich am Samstag gegen Feyenoord Rotterdam einem echten Härtetest unterzogen. Und genau genommen waren es sogar zwei Härtetests, denn beide Teams haben nach dem ersten Spiel um 12 Uhr nur vier Stunden später gleich ein weiteres Mal gegeneinander gespielt. Dabei verkauften die Bremer sich beim 3:3 und 1:2 gegen den Europapokalteilnehmer aus den Niederlanden teuer. Die Ergebnisse waren aber eher nebensächlich, im Fokus stand vor allem die neue Spielweise von Werder unter Coach Markus Anfang. Die Aufstellungen gaben zudem einen kleinen Einblick in die mögliche Startelf gegen die Hannoveraner und die weiteren Planungen der Bremer auf dem Transfermarkt.

1 Werder-Fußball macht unter Anfang wieder Spaß

Werder-Spiele waren in der vergangenen Saison unter Cheftrainer Florian Kohfeldt oftmals eine zähe Kost. Die Bremer igelten sich zumeist hinten ein und taten kaum etwas für das Spiel. Bestenfalls fiel dadurch dann ein Punktgewinn ab. Mehr, so betonte Kohfeldt stets, sei mit den Möglichkeiten eben aktuell nicht drin.

Unter Anfang bessert sich das Bremer Spiel nun deutlich. Der neue Coach spricht nicht nur von Offensivfußball, sondern lässt ihn auch spielen. So auch am Samstag in den beiden Partien gegen die Rotterdamer. 180 Minuten Werder schauen? Das klang in der vergangenen Saison noch eher nach einer Drohung. Doch unter Anfang und seinem offensiven Ansatz, in dem die Bremer situativ auch gerne das Spiel bestimmen, macht Werder wieder Spaß.

2 Luxus-Problem im Sturm

Anfang hat bei der Auswahl seiner Startelf nach jetzigem Stand die Qual der Wahl. Das gilt vor allem für den Sturm, in dem der Coach sich in seiner 4-3-3-Formation auf einen Kandidaten im Angriffszentrum festlegen muss. Mit Johannes Eggestein, Joshua Sargent und Niclas Füllkrug stehen ihm aktuell aber gleich drei Kandidaten zur Verfügung, deren Niveau deutlich über dem Durchschnitt der 2. Liga liegt.

Eggestein besitzt dabei nur Außenseiterchancen. Gegen die Rotterdamer spielte der 23-Jährige auf der linken Außenbahn und erzielte gleich zwei Treffer. Anfang macht aber keinen Hehl daraus, dass er dies nicht als Eggesteins ideale Position ansieht. Diese wäre die des Spielers, der im Zentrum hinter einem klassischen Mittelstürmer wie Füllkrug sich seine Räume sucht. Allerdings gibt es eine solche in Anfangs bevorzugter Ausrichtung nicht.

Niclas Füllkrug gestikuliert auf dem Platz.
Niclas Füllkrug hat im Moment seinen Platz wohl an Joshua Sargent verloren. Bild: Imago | RHR-Foto

Füllkrug wiederum bringt als Torjäger viel Präsenz und Kopfballstärke im Strafraumzentrum mit. Per Kopf bereitete er gegen die Rotterdamer auch Eggesteins Anschlusstreffer zum 1:2 vor. Dass er im ersten und nicht im zweiten Spiel zum Einsatz kam, könnte allerdings auch ein kleiner Fingerzeig von Anfang sein. Im ersten Spiel lief zwar keineswegs eine Bremer B-Elf auf, aber die fußballerische Qualität des Teams für das zweite Spiel lag schon höher. Und in diesem kam auch Sargent zum Einsatz, der zum zwischenzeitlichen 1:1 traf und stärker in das Kombinationsspiel integriert ist als Füllkrug. Gegen die Hannoveraner könnte Sargent also den Vorzug erhalten. Zumindest, sofern er dann noch an der Weser ist. Der US-Amerikaner ist schließlich einer der heißen Verkaufskandidaten bei Werder.

3 Auf den Außenbahnen herrscht noch Ebbe

Kebba Badjie führt den Ball.
Flügelspieler Kebba Badjie könnte noch verliehen werden. Bild: Imago | Nordphoto

Für seine 4-3-3-Formation benötigt Anfang starke Spieler auf den offensiven Außenbahnen, die den Mittelstürmer bedienen, aber auch selbst Tore erzielen können. Das ganz große Potenzial weist der Kader hier allerdings nicht auf. Im ersten Spiel kamen Johannes Eggestein links und Kebba Badjie auf der rechten Seite zum Einsatz. Eggestein ist hier eher eine Verlegenheitslösung. Badjie bringt viel Talent mit, muss allerdings noch geschliffen werden. Nicht umsonst ist der 21-Jährige ein Kandidat für ein Leihgeschäft.

Im zweiten Spiel wiederum besetzten Leonardo Bittencourt und Romano Schmid die Positionen. Beide sind allerdings Spieler, die ihre Stärken vor allem im Zentrum ausspielen können. Bittencourt fällt nun zudem verletzt für einige Wochen aus. Hier wird Werder in den kommenden Wochen noch qualitativ nachlegen müssen.

Werder schlägt sich wacker gegen Rotterdam

Joshua Sargent schießt für Werder gegen Feyenoord Rotterdam aufs Tor.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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  • Karsten Lübben Autor