So will Thomas Schaaf Werder vor dem Abstieg retten

Die Bremer Klublegende stellte sich am Montag erstmals den Medien. Im Gespräch erklärte Schaaf, weshalb er den Job übernommen hat und wie er die Mannschaft besser machen will.

Thomas Schaaf steht mit verschränkten Armen auf dem Trainingsplatz.
Thomas Schaaf soll Werder vor dem Abstieg in die 2. Liga retten. Bild: Imago | Nordphoto

Am 10. Mai 1999 saß Thomas Schaaf erstmals als Werder-Coach auf dem Podium. Kurz zuvor hatten die abstiegsbedrohten Bremer sich von Felix Magath getrennt und hofften darauf, mit ihrem damals 38 Jahre alten Ex-Spieler den drohenden Abstieg in den letzen drei Saisonspielen noch zu verhindern. "Ich bin mit diesem Verein absolut verbunden und leide mit. Ich will versuchen, dass es uns wieder besser geht und wir Erfolg haben", sagte Schaaf damals. Das gelang ihm nahezu perfekt. Erst rettete er Werder vor dem Abstieg, dann prägte er an der Weser eine Trainer-Ära. Gekrönt vom Double-Erfolg 2004.

22 Jahre später saß Schaaf am Montagmittag erneut als neuer Werder-Trainer auf dem Podium und beantwortete in einer Video-Konferenz die Fragen der Journalisten. Wie 1999 soll der mittlerweile 60-Jährige die Bremer auch dieses Mal vor dem Absturz in die 2. Liga retten. Die Aufgabe ist aber noch einmal kniffliger, denn vorerst bleibt ihm nur das Spiel am Samstag (15:30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach, um Werder zu retten. Und im schlimmsten Fall könnte er am Samstagnachmittag etwa um 17:20 Uhr der Trainer sein, der mit dem Klub nach 1980 zum ersten Mal wieder aus der Bundesliga absteigt. Persönliche Animositäten lässt Klublegende Schaaf bei dieser "Herzensangelegenheit" aber nicht gelten. "Ich mache mir wenige Gedanken um meine Person", sagte er in seiner ersten Medienrunde als Trainer-Comebacker bei Werder. Entscheidender sei für ihn das Gefühl gewesen, in dieser Situation etwas leisten und Werder helfen zu können. Angst, seinem eigenen Denkmal Kratzer hinzuzufügen, habe er nicht.

Die Überlegung war, ob ich mir selbst vorwerfen soll, dass ich da nichts versucht habe.

Thomas Schaaf in einer Medienrunde am Montag

Einzelgespräche sollen den Spielern helfen

Schaaf ist dabei klar, dass er in den wenigen Tagen bis zum Samstag nicht an allzu vielen Schrauben drehen kann. Stattdessen setzt er darauf, die Spieler im Kopf wieder stark zu machen. "Ich glaube, dass wir im Moment daran arbeiten müssen, dass jeder Spieler das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wiederfindet", erklärte der Werder-Coach auf Zeit.

Dafür sollen im Quarantäne-Trainingslager in Barsinghausen auch viele Einzelgespräche geführt werden. Vor allem wohl mit der Offensive um Milot Rashica, Niclas Füllkrug und Davie Selke, die seit geraumer Zeit kaum noch Torgefahr ausstrahlt. Zugleich möchte er den Spielern in den kommenden Tagen Erfolgserlebnisse im Training bereiten. Bereits in seiner ersten Einheit am Montagvormittag ließ Schaaf daher ausgiebig Torabschlüsse trainieren.

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Bild: Imago | Poolfoto
Bild: Imago | Poolfoto

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  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 17. Mai 2021, 18:06 Uhr