Von Rostock bis Regensburg: Teil 1 der neuen Werder-Gegner in Liga 2

Auf Werder warten in der 2. Liga starke Kontrahenten

Video vom 18. Juli 2021
Rostocks Jan Löhmannsröben feiert nach dem Aufstieg oberkörperfrei mit einem Vereinsschal um die Stirn gebunden und einer Hansa-Rostock-Flagge.
Bild: Imago | Fotostand
Bild: Imago | Fotostand

Nach dem Abstieg in die 2. Liga warten viele neue Kontrahenten auf die Bremer. Wir werfen in der Woche des Saisonstarts einen genaueren Blick auf die Klubs.

40 Jahre am Stück hat Werder in der ersten Bundesliga gespielt, doch mit dem ersten Heimspiel der neuen Saison gegen Hannover 96 am Samstag (20:30 Uhr) startet für die Bremer in der 2. Liga ein neues Kapitel. Eines, von dem viele Fans hoffen, dass es nur ein ganz kurzes wird. Die Hannoveraner kennt Werder noch aus der ersten Liga. Andere Teams sind den Bremern bisher aber weniger gut bekannt. Wir stellen in dieser Woche deshalb Werders neue und teils auch alten Gegner vor. Hier die ersten fünf davon.

Hansa Rostock

Gegen die Rostocker hat Werder in den 1990er- und 2000er-Jahren häufig in der Bundesliga gespielt. Anschließend ist der Klub aus Mecklenburg-Vorpommern allerdings abgestürzt und lange in der 3. Liga verschwunden. Nach neun Jahren des Wartens sind die Rostocker in diesem Sommer unter dem großem Jubel ihrer enthusiastischen Fans wieder in die 2. Liga aufgestiegen. Dort will Hansa mit Chefcoach Jens Härtel bestenfalls nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Rostocker einige Spieler mit Erfahrung dazugeholt. Der 30 Jahre alte Innenverteidiger Thomas Meißner kommt aus Ungarn von Puskas Akademia an die Ostsee und soll die Abwehr unterstützen. Neuzugang Hanno Behrens (31, zentrales Mittelfeld) hat mit dem 1. FC Nürnberg bereits in der 1. Bundesliga gespielt. Das gilt auch für Mittelstürmer Streli Mamba, der in der Saison 2019/20 mit dem SC Paderborn Bundesligaluft geschnuppert hat.

Stadion:
Ostseestadion, 29.000 Plätze (davon 9.000 Stehplätze)

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SV Darmstadt 98

Viele Werder-Fans werden die Darmstädter noch aufgrund ihrer zwei Jahre in der ersten Bundesliga zwischen 2015 und 2017 kennen. Die damaligen Underdogs besaßen nicht nur aufgrund ihrer Hymne "Die Sonne scheint" von Alberto Colucci Kultstatus im Oberhaus. Nach zwei Jahren stiegen die Hessen jedoch mit der Bremer Legende Torsten Frings auf der Trainerbank wieder ab. Weh getan in diesem Sommer hat den "Lilien", wie die Darmstädter genannt werden, dass Werder ihnen ihren Cheftrainer Markus Anfang abgeworben hat. Mit ihm spielten sie nach anfänglichen Problemen in der vergangenen Saison die beste Rückrunde der Klubgeschichte. Für Anfang haben die Darmstädter Torsten Lieberknecht verpflichtet. Auf diesen wartet allerdings eine harte Aufgabe, denn sein Team hat zahlreiche Leistungsträger verloren.

Torsten Lieberknecht trägt ein Darmstadt-Shirt und schaut in die Kamera.
Torsten Lieberknecht ist der Nachfolger von Markus Anfang in Darmstadt. Bild: Imago | Jan Huebner

Torschützenkönig Serdar Dursun (27 Tore) ist zu Fenerbahce Istanbul gewechselt. Den defensiven Mittelfeldspieler Victor Palsson hat es zu Schalke 04 gezogen. Mit Anfang sind zudem zwei Spieler zu Werder gewechselt: Innenverteidiger Lars Lukas Mai, den Darmstadt vom FC Bayern ausgeliehen hatte, spielt in der kommenden Saison ebenso an der Weser wie Nicolai Rapp, den die Bremer nach seiner Leihe nach Darmstadt fest von Union Berlin verpflichtet haben. Mit Lasse Sobiech (vom 1. FC Köln) haben sie unter anderem allerdings auch einen sehr erfahrenen Innenverteidiger dazubekommen. Von Werder haben sie zudem Flügelspieler Benjamin Goller ausgeliehen.

Stadion:
Stadion am Böllenfalltor, 14.680 Plätze (davon 5.365 Stehplätze)

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1. FC Nürnberg

Die Nürnberger sind Werder aus der Bundesliga noch gut bekannt, allerdings auch der Inbegriff einer Fahrstuhlmannschaft. Neunmal sind die Franken bereits abgestiegen – so häufig wie kein anderes Team. Mit acht Aufstiegen halten sie, gemeinsam mit Arminia Bielefeld, allerdings auch hier einen Rekord. Zuletzt spielte der "Glubb", wie der Klub im Fränkischen gerne genannt wird, in der Saison 2018/19 in der Bundesliga, stieg aber direkt wieder ab. Und im Anschluss wäre er fast in die 3. Liga durchgereicht worden. Nur dank eines Treffers in der Nachspielzeit des Rückspiels der Relegation gegen den 1. FC Ingolstadt konnte der Komplett-Absturz in letzter Sekunde noch abgewendet werden. Danach haben die Nürnberger mit Dieter Hecking im Sommer 2020 einen bekannten Bundesliga-Trainer als neuen Sportvorstand verpflichtet. Ex-Bremer Olaf Rebbe wurde zudem erst im Mai als neuer Sportdirektor unter Vertrag genommen. Rebbe war bei Werder einst die rechte Hand vom damaligen Sportchef Klaus Allofs.

Olaf Rebbe und Dieter Hecking sitzen beim Training auf einer Bierbank und schauen gespannt zu.
Duo in Nürnberg: Olaf Rebbe (links) ist seit kurzem Sportdirektor beim 1. FCN. Sportvorstand Dieter Hecking kam bereits im vergangenen Sommer. Bild: Imago | Zink

Unter dem neuen Trainer Robert Klauß, zuvor Co-Trainer von Julian Nagelsmann in Leipzig und einst unterlegener Kandidat bei "Schlag den Raab" auf Pro7, blieben die Nürnberger in der vergangenen Saison als Absteiger deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zwischenzeitlich geriet der Klub gar auch in der 2. Liga in Abstiegsnöte, am Ende landete er auf Rang elf. Echte Leistungsträger haben das Team nicht verlassen. Mit Mats Möller Daehli wurde nach vorheriger Leihe vom KRC Genk ein kreativer Spielmacher fest verpflichtet. Florian Hübner (30, Union Berlin) und Christopher Schindler (31, Huddersfield Town) sollen mit ihrer Erfahrung die Innenverteidigung stabilisieren.

Stadion:
Max-Morlock-Stadion, 50.000 Plätze (davon 13.229 Stehplätze)

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Holstein Kiel

Die Kieler sind 2017 in die 2. Liga aufgestiegen und hätten in diesem Sommer beinahe mit Werder die Ligen getauscht. Im Rückspiel der Relegation gegen den 1. FC Köln gingen sie allerdings mit 1:5 unter und verpassten den Sprung in die Bundesliga. Jetzt nehmen sie mit ihrem erst 33 Jahre alten Cheftrainer Ole Werner einen neuen Anlauf. Weiterhin dabei ist auch der Ex-Bremer Fin Bartels, der in der vergangenen Saison elf Tore selbst erzielt und sechs weitere vorbereitet hat.

Fin Bartels jubelt im Kieler Trikot.
Elf Tore, sechs Vorlagen: Fin Bartels hat in der vergangenen Saison in Kiel beeindruckt. Bild: Imago | Claus Bergmann

Allerdings haben die „Störche“ aus Schleswig-Holstein auch einige Leistungsträger verlassen. Mittelstürmer Janni Serra (Arminia Bielefeld) und Spielmacher Jae-sung Lee (Mainz 05) zog es in die Bundesliga. Der defensive Mittelfeldspieler Jonas Meffert ist zum Hamburger SV an die Elbe gewechselt. Von der Weser an die Förde zog es hingegen Patrick Erras, der bei Werder keine Rolle gespielt hat. Ihre Stammplätze in der Offensive dürften die beiden Neuzugänge Steven Skrzybski (Schalke 04) und Holmbert Aron Fridjonsson (Brescia Calcio) sicher haben. Mit Jan-Fiete Arp haben die Kieler zudem ein einst hochgelobtes Sturmtalent vom FC Bayern ausgeliehen. An das – vor allem spielerisch – sehr starke Niveau der Vorsaison dürfte Holstein in der Form allerdings wohl nicht anknüpfen können.

Stadion:
Holstein-Stadion, 15.034 Plätze (davon 9.276 Stehplätze)

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Jahn Regensburg

Gegen die Regensburger hat Werder bereits in der vergangenen Saison gespielt und beim 1:0 im Viertelfinale des DFB-Pokals am 7. April den bisher letzten Sieg in einem Pflichtspiel gefeiert. Benannt ist der Klub nach Turnvater Jahn. Häufig wird er auch einfach nur "der Jahn" genannt. Seit dem Aufstieg 2017 sind die Regensburger ununterbrochen in der 2. Liga dabei. Frei von Abstiegssorgen war die vergangene Saison nicht. Noch am letzten Spieltag musste das Team um den Liga-Verbleib bibbern.

Mersad Selimbegovic gestikuliert.
Mersad Selimbegovic geht in seine dritte Saison als Coach von Jahn Regensburg. Bild: Imago | Michael Sigl

Weiterhin können die Regensburger auf ihren Toptorjäger Andreas Albers bauen, der in der letzten Saison 13 Treffer erzielt hat. Es schmerzt allerdings, dass Sebastian Stolze (sechs Saisontreffer) zu Hannover 96 abgewandert ist. Als neuer Stürmer ist Aygun Yildirum aus der 3. Liga vom SC Verl gekommen. Dort hat er in der vergangenen Saison 14 Tore erzielt. Mit Sarpreet Singh hat der Klub ein spannendes Talent für die Offensive vom FC Bayern ausgeliehen. Auch die Leihe von Werders Jan-Niklas Beste läuft noch ein weiteres Jahr. Der Linksverteidiger hat durch den Ex-Bremer Leon Guwara (kommt vom FC Utrecht) allerdings neue Konkurrenz bekommen.

Stadion:
Jahnstadion, 15.210 Plätze (9.060 Stehplätze)

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Mehr zum Thema:

Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 18. Juli 2021, 19:30 Uhr