Quarantäne-Bonus für Werder? Ressort erklärt Isolations-Ausnahme

Werders Spieler und Trainer bilden vor dem Training einen Kreis.
Inzwischen wirkten auch die vier vor kurzem noch infizierten Werder-Spieler wieder beim Training nimmt. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Mehrere Werder-Spieler dürfen dank einer Ausnahmegenehmigung ihre Corona-Isolation vorzeitig verlassen. So begründet das Bremer Gesundheitsressort seine Entscheidung.

Der Fußball, so eine altbekannte Floskel, schreibt seine eigenen Gesetze. Wer am Mittwoch beim Werder-Training zugeschaut hat, der könnte zu der Vermutung kommen, dass die Plattitüde einen wahren Kern enthält. Denn keine zwei Wochen, nachdem sich Milos Veljkovic, Marco Friedl, Jean-Manuel Mbom und Niclas Füllkrug in Corona-Isolation begeben mussten, trainierte das Quartett wieder mit dem Team. Allerdings sieht die aktuelle Corona-Verordnung in Bremen vor, dass Infizierte die Isolation eigentlich erst nach mindestens 14 Tagen verlassen dürfen.

Werder-Spieler bekamen Ausnahmegenehmigung

Möglich gemacht hat die vorzeitige Rückkehr der Werder-Akteure eine Ausnahmegenehmigung des Bremer Gesundheitsressorts. Auf Anfrage von buten un binnen verweist eine Behördensprecherin auf das Robert-Koch-Institut (RKI). So könne laut RKI bei vollständig geimpften Personen, die einen "asymptomatischen" Krankheitsverlauf aufweisen und nach fünf Tagen ein negatives PCR-Ergebnis vorlegen, eine "Entisolation" erfolgen.

Wenngleich die Empfehlung nicht in die Bremer Verordnung übernommen wurde, kann das Gesundheitsressort nach ebendieser handeln. So wie im aktuellen Fall bei Werder geschehen. "Dort werden die Personen täglich per PCR-Test getestet, der Mannschaftsarzt sieht alle Personen täglich und ist eng an das Gesundheitsamt angebunden", begründet die Behörde ihre Entscheidung.

Neue Quarantäne-Regelung noch nicht gültig

Die Werder-Spieler Niclas Fülkrug und Jean-Manuel Mbom sprinten im Training.
Nahmen nach ihrer Entlassung aus der Corona-Isolation wieder am Werder-Training teil: Niclas Füllkrug (links) und Jean-Manuel Mbom. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Nach einem Beschluss von Bund und Ländern soll künftig sowohl die Quarantäne- als auch die Isolationszeit auf zehn Tage reduziert werden. Noch sind die Beschlüsse allerdings nicht gültig, was bei vielen Menschen weiterhin für Verunsicherung sorgt. Dass die Bewilligung von Ausnahmen angesichts der unklaren Lage zu weiterer Irritation führen könnte, kann das Bremer Gesundheitsressort nachvollziehen. "Ausnahmeregeln, die umfangreich angewendet werden, könnten sicherlich zu Verwirrung führen," so die Behördensprecherin. Aus diesem Grund gebe es diese Ausnahmeregeln in Bremen auch nicht in der Verordnung.

Von einer Sonderrolle für grün-weiße Fußballprofis will das Ressort jedoch nichts wissen. "Die Entscheidung wurde nicht aufgrund der Vereinszugehörigkeit oder des Status als Fußballspieler gefällt", so die Behördensprecherin, "sondern aufgrund der engen Begleitung." Schließlich könnten die Rahmenbedingungen, die Werder seiner Mannschaft ermöglicht, "leider nicht für alle Personen in Bremen umgesetzt werden".

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, die Rundschau, 11. Januar 2022, 12 Uhr