Mit 41 Jahren: Werder-Legende Pizarro beendet seine Karriere

Kaum ein Spieler hat sich derart in die Herzen der Bremer Fans gespielt wie Claudio Pizarro. Der Klassenerhalt war das passende Happy End für seine großartige Laufbahn.

Claudio Pizarro wird von seinen Mitspielern nach dem Spiel in Heidenheim in die Luft geworfen.
Nach dem geglückten Klassenerhalt in Heidenheim ließ das Bremer Team Claudio Pizarro hochleben. Bild: Robin Rudel/Pool/gumzmedia/nordphoto

Am Ende ließen sie ihn noch einmal hochleben. Dabei hatte Florian Kohfeldt nach dem Spiel zunächst gar ein schlechtes Gewissen. Liebend gerne hätte der Werder-Coach Klublegende Claudio Pizarro in dessen letztem Spiel seiner unnachahmlichen Karriere noch einmal eingewechselt, doch das gab der Spielverlauf bei Werders "Alles-oder-Nichts"-Spiel in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim nicht her. Pizarro nahm es ihm nicht krumm. Vielmehr freute der 41-Jährige sich, seine Laufbahn mit dem Klassenerhalt und somit mit einem Happy End beenden zu können.

Bei Werder stürmte Pizarro einst noch mit Ailton

Zu welch einer Legende Pizarro sich in Bremen entwickeln würde, hatte dabei wohl niemand geahnt, als der peruansiche Torjäger im Sommer 1999 für 3,5 Millionen Deutsche Mark von Alianza Lima erstmals an die Weser wechselte. Zwei Jahre bildete er mit "Kugelblitz" Ailton ein kongeniales Sturm-Duo, ehe Pizarro 2001 zum FC Bayern – seiner zweiten großen Liebe – weiterzog. Doch sieben Jahre später, im Sommer 2008, kehrte er zu Werder zurück.

Mit Pizarro waren die Bremer damals Stammgast in der Champions League und gewannen 2009 den DFB Pokal. Die Fans schmerzte es, als ihr Liebling im Sommer 2012 erneut dem Lockruf aus München folgte. Drei Jahre später kam er aber zurück und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Bremer in der Saison 2015/16 unter Coach Viktor Skripnik noch den Klassenerhalt schafften. Dessen Nachfolger Alexander Nouri baute im Sommer 2017 allerdings nicht mehr auf ihn – und Werder servierte unglücklich Pizarro ab. Ein Jahr später machten die Bremer diesen Fehler rückgängig. Nouris Nachfolger Florian Kohfeldt lotste den Routinier abermals nach Bremen – und lag damit goldrichtig.

Die Fans feierten Pizarro nach dem 34. Spieltag auf der Straße

Kohfeldt setzte dabei nicht nur auf Pizarros Torinstinkt als Joker, sondern dieser sollte in der Kabine auch als Vorbild für die jungem Spieler dienen und diesen Tipps geben. Zugleich diente Pizarro stets als Bindeglied zwischen Fans und Mannschaft. Wenn ihr Liebling sich am Spielfeldrand warmmachte, ging stets ein Raunen durch das Weser-Stadion. Ihm widmeten sie den #pizarroliebe und feierten ihn nach dem 6:1-Sieg gegen den 1. FC Köln am 34. Spieltag im Bremer Viertel.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Twitter anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Pizarro und Werder, das war immer eine besondere Beziehung. Mit 41 Jahren und 21 Jahre nach seinem ersten Wechsel zu Werder hat er im Sommer seine Karriere beendet. 109 Tore hat er dabei in 250 Bundesliga-Spielen für den Klub erzielt. Und auch wenn er mittlerweile wieder in München wohnt und beim FC Bayern als Markenbotschafter arbeitet, gehört "Pizza" für viele Werder-Fans längst zu Bremen wie die Stadtmusikanten und der Roland.

Mehr zum Thema: