Darum stimmt die Chemie bei Werders ehrlichem Torjäger-Duo

Die Bremer Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch führen die Tradition der treffsicheren Sturmduos an der Weser fort. Ihr Erfolgsrezept: Ehrlichkeit und Großzügigkeit.

Claudio Pizarro und Ailton, Ailton und Ivan Klasnic, Klasnic und Miroslav Klose – die Liste der Sturmduos, die einst an der Weser für Furore gesorgt haben, ist lang. Mit Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch ist ein weiteres grün-weißes Angriffspaar auf dem besten Weg, an diese Tradition anzuknüpfen. Aktuell kommen Füllkrug und Ducksch zusammen bereits auf 16 Saisontreffer. Das Rezept für ihre Treffsicherheit ist simpel: "Wir verstehen uns fußballerisch einfach sehr gut", sagte Füllkrug bei einem Gespräch mit Bremer Medien am Mittwoch.

Zu Saisonbeginn plagte Füllkrug die Tor-Flaute

Die Werder-Stürmer Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch feiern einen Treffer.
Jubeln gerne gemeinsam: Niclas Füllkrug (Mitte) und Marvin Ducksch (rechts). Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dabei sah es lange Zeit kaum danach aus, als würden die beiden Stürmer gemeinsam auf Torejagd gehen. Meist spielte nur einer von beiden, oft fiel die Wahl auf Ducksch. Auch weil bei Füllkrug im Abschluss konstant Flaute herrschte. "Das war schon extrem und schwer für mich", erzählte der 28-Jährige. Erst nach seiner Suspendierung Mitte Oktober platzte bei ihm der Torknoten – und wie: In den vergangenen neuen Spielen erzielte Füllkrug sieben Treffer. Auch für den wiedererlangten Torriecher fällt seine Erklärung eher einfach aus: "Am schnellsten kommt er zurück, wenn nicht darüber nachgedacht oder geredet wird", so Füllkrug.

Bei der Jagd nach der teaminternen Torjägerkanone liegt aktuell aber noch Ducksch vorne: Der Neu-Bremer war schon neunmal erfolgreich. Mehrere ihrer Treffer legte sich das Duo in großzügiger Manier gegenseitig auf. Frei nach dem Motto: Geben ist seliger denn Nehmen. "Wenn man als Stürmer immer nur nehmen will, funktioniert das nicht", sagt Füllkrug. "Wie überall im Leben muss man auch in der Mannschaft mal geben können." Und das zeigt sich auch in den Zahlen: Mit jeweils sechs Assists sind die beiden die erfolgreichsten Vorlagengeber bei den Grün-Weißen.

Ducksch sucht oft den Weg nach vorne

An seinem Sturmkollegen gefällt Füllkrug vor allem, dass dieser den Ball oft lieber nach vorne gibt anstatt einen Rück- oder Querpass zu spielen – so, wie es Abwehr- oder Mitteldfeldspieler eben vermehrt tun. "Ich versuche immer in Position zu sein, wenn er den Ball bekommt, weil ich weiß, dass der Ball dann auch wirklich kommen könnte", so Füllkrug. "Er geht da schon gern ins Risiko, hat aber auch die Qualität, diese Bälle an den Mann zu bringen."

Eine weitere Eigenschaft, die Füllkrug an seinem Angriffspartner zu schätzen weiß, ist dessen Ehrlichkeit. Auch weil der 28-Jährige ebenfalls kein Leisetreter, sondern eher ein Lautsprecher ist. "Er spricht einfach aus, was er denkt", sagt Füllkrug. Und wenn einer das weiß, dann er: Beim 3:0-Sieg gegen Düsseldorf, als Ducksch ihm zwei Tore servierte, übersah Füllkrug seinen Sturmkollegen bei einem Überzahl-Konter. Ein kleiner, von Duksch angestoßener Knatsch war die Folge, zu einem "Disput" sei es aber nicht gekommen, wie Füllkrug betont. Im Gegenteil.

Ehrlich zu sein und damit auch umgehen zu können, ist eine gute Basis, um erfolgreich zu sein. Und wir beide haben uns schon das ein oder andere Mal klar gesagt, wenn dieses oder jenes nicht so gut gepasst hat. Wir sind froh, dass es bei uns so gut funktioniert. Für einen Stürmer ist es schön, einen Partner zu haben.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug in einer Medienrunde am Mittwoch

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 20. Januar 2021, 18:06 Uhr