Vom HSV bis Heidenheim: Teil 2 der neuen Werder-Gegner in Liga 2

Auf Werder warten in der 2. Liga starke Kontrahenten

Video vom 18. Juli 2021
Tim Walter schaut in die Kamera, trägt eine HSV-Cap und zeigt das Victory-Zeichen mit den Fingern.
Bild: Imago | Michael Schwarz
Bild: Imago | Michael Schwarz

Wird Bremens Nordderby trotz Abstieg erstklassig? – Nicht alle neuen Gegner sind so bekannt wie der HSV. Wir schauen sie uns in dieser Woche daher alle mal genauer an.

Werder Bremen trifft nach 40 Jahren in der Bundesliga in der 2. Liga auf altbekannte Teams und auf unbekannte Gegner. Das neue Kapitel in der Vereinsgeschichte beginnt mit einem Heimspiel gegen Hannover 96 an diesem Samstag (20:30 Uhr). Auf das "kleine Nordduell" gegen die Hannoveraner folgt am 18. September (20:30 Uhr) im Weser-Stadion das heiß ersehnte Nordderby mit dem HSV. Wie sind Werders Gegner in Liga 2 aufgestellt? Wir stellen sie in dieser Woche alle einmal vor.

Hamburger SV

Das Nordderby zwischen Werder und dem HSV elektrisiert die Fans beider Lager. Letztmals fand es am 24. Februar 2018 statt, die Bremer gewannen mit 1:0 im Weser-Stadion. Anschließend stiegen die Hamburger als letztes Gründungsmitglied erstmals aus der Bundesliga ab. Der "Dino" fand sein Ende. Seitdem versucht Werders Nordrivale die Rückkehr zu schaffen. Doch mit ganz unterschiedlichen Trainertypen wie Hannes Wolf, Dieter Hecking und Daniel Thioune ging es jedes Mal schief. Nach einer starken Hinrunde brachen die "Rothosen" in der Rückrunde stets ein und verspielten den Aufstieg noch. Dreimal in Folge landete der HSV auf dem unliebsamen 4. Platz. Ein neuer Anlauf in Richtung Bundesliga soll nun unter dem neuen Trainer Tim Walter genommen werden. Dieser wurde 2018 bei Holstein Kiel noch der Nachfolger von Werder-Coach Markus Anfang und hat in der 2. Liga zudem bereits den VfB Stuttgart trainiert.

Aaron Hunt führt den Ball.
Aaron Hunt hat beim HSV keinen neuen Vertrag erhalten. Bild: Imago | Joachim Sielski

Walter ist bekannt für seine direkte und fordernde Art und ist ein Verfechter des mutigen Offensivfußballs. Auskommen muss er allerdings ohne Torjäger Simon Terrode, der in der letzten Saison 24 Tore geschossen und zu Schalke 04 gewechselt ist. Keinen neuen Vertrag hat der Ex-Bremer Aaron Hunt erhalten. Torwart Sven Ulreich passte nicht zu Walters Spielstil und ist zurück zum FC Bayern gegangen, wo er die Nummer zwei hinter Manuel Neuer sein wird. Mit Robert Glatzel ist ein neuer Mittelstürmer von Cardiff City gekommen. Der 27-Jährige hat sich vor zwei Jahren in Deutschland einen Namen gemacht, weil er für den 1. FC Heidenheim im DFB-Pokal drei Tore gegen die Bayern geschossen hat.

Vom SC Paderborn ist Innenverteidiger Sebastian Schonlau an die Elbe gewechselt. Der 26-Jährige trägt auch direkt die Kapitänsbinde beim HSV. Aus der B-Mannschaft des FC Barcelona haben die Hamburger mit Ludovit Reis ein spannendes Talent für das zentrale Mittelfeld verpflichtet. Den neuen Sechser Jonas Meffert kennt Walter bereits aus der gemeinsamen Zeit in Kiel. Das neue Team soll besser abschneiden als in den Jahren zuvor – und im vierten Versuch endlich den Wiederaufstieg schaffen.

Stadion:
Volksparkstadion, 57.000 Plätze (davon 10.000 Stehplätze)

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Erzgebirge Aue

Erzgebirge Aue hieß einst BSG Wismut Aue und war in DDR-Zeiten die Betriebssportgemeinschaft des Bergbauunternehmens SDAG Wismut (Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut). Erst nach dem Fall der Mauer erhielt der Klub seinen heutigen Namen. Die Tradition im Bergbau wird auch heute noch bei Heimspielen im Stadion mit dem "Steigerlied" besungen. Aufgrund ihrer lila-weißen Trikots werden die Auer auch "die Veilchen" genannt. Sie haben sich seit 2004 in der 2. Liga etabliert, sind zwischenzeitlich aber auch zweimal abgestiegen. Rasch gelang ihnen jedoch die Rückkehr. Seit dem Aufstieg 2016 sind sie ununterbrochen in Liga 2 dabei.

Aliaksei Shpilevski winkt der Menge zu.
Aliaksei Shpilevski ist der neue Trainer von Erzgebirge Aue. Bild: Imago | Picture Point

Für etwas Aufregung sorgten die Auer im Endspurt der vergangenen Saison. Klubboss Helge Leonhardt hatte Knatsch mit Trainer Dirk Schuster. Dieser und Co-Trainer Sascha Franz meldeten sich nach einem 3:8 gegen den SC Paderborn am 32. Spieltag für die letzten beiden Spiele der Saison krank. Nach dem Saisonende erfolgte dann die Trennung. Aliaksei Shpilevski übernahm den Job. Der 33-jährige Belarusse hat zuvor erste Erfahrungen in den Nachwuchsleistungszentren vom VfB Stuttgart und RB Leipzig gesammelt und zuletzt als Cheftrainer in seiner Heimat und in Kasachstan gearbeitet. Er soll den Klub nach dem 12. Platz im Vorjahr weiterhin in der 2. Liga halten, doch das könnte eine komplizierte Aufgabe werden. Mit Florian Krüger (Arminia Bielefeld) und Pascal Testroet (SV Sandhausen) haben zwei Angreifer den Klub verlassen, die in der vergangenen Saison 23 der 44 Auer Tor erzielt haben. Adäquater Ersatz für die beiden ist bisher nicht gekommen.

Stadion:
Erzgebirgestadion, 15.550 Plätze (davon 6.640 Stehplätze)

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Karlsruher SC

Die Karlsruher haben seit Beginn der Bundesliga viele Jahre in der Beletage gespielt, sich mittlerweile aber in der 2. Liga etabliert. Von 1987 bis 1998 war der KSC unter Coach Winfried Schäfer durchgängig in der Bundesliga und zeitweise auch im Europapokal dabei. Legendenstatus besitzt ein Europapokalspiel im November 1993, das "Wunder vom Wildpark". Damals schlugen die Badener den spanischen Tabellenführer FC Valencia mit 7:0 und Edgar Schmitt, danach nur "Euro Eddy" genannt, erzielte vier Tore. Tolle Talente wie Oliver Kahn und Mehmet Scholl wurden seinerzeit in Karlsruhe ausgebildet, doch seit dem Abstieg 1998 hat der Klub es nur noch zwischen 2007 und 2009 geschafft, in der Bundesliga zu spielen. Zweimal ging es gar in die 3. Liga runter. Nach dem Aufstieg 2019 hat der KSC in der vergangenen Saison mit dem 6. Platz aber überrascht.

Oliver Kahn und Winfried Schäfer stehen in den 1990er-Jahren gemeinsam in einem Spielertunnel.
Oliver Kahn (links) stammt aus der Talenteschmiede des KSC. Mit Coach Winfried Schäfer war der Klub einst lange in der Bundesliga erfolgreich. Bild: Imago | Pressefoto Baumann

Gut scheinen die Zeichen aktuell auch für die kommende Saison zu stehen. Coach Christian Eichner ist beim KSC groß geworden und hat auch als Profi für den Klub gespielt. Abgänge von Leistungsträgern muss der 38-Jährige bisher keine verschmerzen. Offen ist aber noch die Zukunft von Torjäger Philipp Hoffmann, der letzte Saison 13 Tore erzielt hat. Der 28-Jährige wollte den Klub bereits im vergangenen Sommer verlassen und möchte auch aktuell gerne in die Bundesliga wechseln.

Stadion:
Wildparkstadion – im Umbau, baldige Kapazität: 35.000 Zuschauer, aktuell lediglich 15.442 (davon 7.000 Stehplätze)

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1. FC Heidenheim

Dieses Team werden die Werder-Fans auf jeden Fall noch kennen. Beinahe hätten die Heidenheimer Werder bereits im Sommer 2019 in die 2. Liga geschossen. Beide Klubs trafen in der Relegation aufeinander, doch nach dem 0:0 im Hin- und dem 2:2 im Rückspiel sprang Werder dank der Auswärtstorregel dem Abstiegsgespenst nochmal von der Schippe. Jetzt kommt es zu neuen Duellen im Unterhaus. Dort spielt der Klub von der Schwäbischen Alb seit dem Aufstieg 2014. Der Vater des Erfolgs ist in Heidenheim ohne Zweifel Trainer Frank Schmidt, der seit September 2007 (!) im Amt ist. Selbst Christian Streich trainiert den SC Freiburg erst seit Dezember 2011. Schmidt hat seine Heidenheimer von der Oberliga bis in die 2. Liga geführt.

Tim Kleindienst und Marc Schnatterer bejubeln ein Tor.
Tim Kleindienst hat in der vergangenen Rückrunde beeindruckende elf Tore erzielt. Klublegende Marc Schnatterer (im Hintergrund) musste die Heidenheimer verlassen. Bild: Imago | Sportfoto Rudel

Freuen darf der Coach sich, dass er nach dem 8. Platz in der vergangenen Saison auf eine eingespielte Mannschaft setzen kann. Alle Leistungsträger sind an Bord geblieben. Für ein wenig Knatsch mit den Fans sorgte allerdings, dass Klublegende Marc Schnatterer mit 35 Jahren keinen neuen Vertrag mehr erhalten hat. Zurückgeholt haben die Heidenheimer Tim Kleindienst. Der Stürmer hatte in der Relegation einst auch beide Tore gegen Werder erzielt. Beim KRC Genk fand er im Anschluss nicht sein Glück, sodass er bereits in der Rückrunde wieder nach Heidenheim ausgeliehen wurde – und prompt in 15 Spielen elf Tore erzielte. Rund drei Millionen Euro soll er jetzt gekostet haben. Auch in dieser Saison verspricht man sich vom 25-Jährigen viele Treffer, um im allerbesten Fall im Rennen um den Aufstieg ein wenig mitmischen zu können.

Stadion:
Albstadion, 15.000 Plätze (davon 9.000 Sitzplätze)

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Autor

  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 18. Juli 2021, 19:30 Uhr