Von Dresden bis Düsseldorf: Teil 3 der neuen Werder-Gegner in Liga 2

Auf Werder warten in der 2. Liga starke Kontrahenten

Video vom 18. Juli 2021
Fans von Dynamo Dresden zünden Pyrotechnik im Berliner Olympiastadion. Vor dem Block hängt ein Banner mit der Aufschrift "Ostdeutsche Jungs - reiselustig & erlebnisorientiert".
Bild: Imago | Contrast
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Gegen Dresden droht ein Hochrisikospiel par excellence. Ausgerechnet Klaus Allofs könnte Werder zudem in die Aufstiegssuppe spucken. Mehr in Teil 3 unserer Team-Vorschau.

Werder Bremen trifft nach 40 Jahren in der Bundesliga in der 2. Liga auf einige altbekannte Teams und teils unbekannte Gegner. Das neue Kapitel startet am Samstag (20:30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Hannover 96. Anfang März könnten auch die berühmt-berüchtigten Fans von Dynamo Dresden an den Osterdeich kommen. Fortuna Düsseldorf greift derweil mit Klaus Allofs im Vorstand an. Der Klub will im Rennen um den Aufstieg genauso ein Wörtchen mitreden wie Topfavorit Schalke 04. Wir blicken in dieser Woche einmal auf alle Konkurrenten von Werder und stellen die Klubs vor.

Dynamo Dresden

Dynamo Dresden hat einst spätere Fußball-Ikonen wie Matthias Sammer und Ulf Kirsten rausgebracht und zwischen 1991 und 1995 in der Bundesliga gespielt. Nach einem Lizenzentzug musste der Klub im Anschluss einen sportlichen Neuanfang hinlegen und schwankte in den letzten 25 Jahren zwischen Zweit- und Drittklassigkeit. Nach dem Abstieg 2020 ist Dynamo in diesem Sommer direkt in die 2. Liga zurückgekehrt. Der Klub hat aber deutlich ambitioniertere Ziele. "Wir etablieren uns in der 2. Bundesliga, auf die Bundesliga als Ziel arbeiten wir hin", heißt es in seinem Leitbild. In diesem wird auch davon gesprochen, das 100. Spiel im Europapokal erleben zu wollen. Aktuell haben die Dresdener 98 auf dem Konto.

Bekannt ist Dynamo deutschlandweit für seine nicht immer pflegeleichten Teile der Fanszene. Zuletzt gab es einmal mehr nach dem Aufstieg heftige Ausschreitungen, bei denen mehr als 400 gewaltbereite Fans der Dresdener sich Straßenschlachten mit der Polizei lieferten und sowohl 185 Polizistinnen und Polizisten als auch viele unbeteiligte Dynamo-Anhänger verletzt haben. Das Spiel gegen die Dresdener wird in Bremen am 25. Spieltag (4. bis 6. März 2022) also der Inbegriff eines Hochrisikospiels sein, falls zu diesem Zeitpunkt auch Gästefans anreisen dürfen.

Sebastian Mai gestikuliert auf dem Platz.
Sebastian Mai ist der Bruder von Werders Lars Lukas Mai und spielt für Dynamo Dresden. Bild: Imago | Eibner

Sportlich hat der Klub keine hochkarätigen Spieler hinzugeholt. Ein eingespielter Kern soll den Klassenerhalt schaffen. Außenbahnspieler Brandon Borrello ist vom SC Freiburg gekommen. Beim zentralen Mittelfeldspieler Julius Kade hatte Union Berlin zunächst eine Rückkaufoption gezogen. Am Mittwoch hat Dynamo den 22-Jährigen aber endgültig den Berlinern abgekauft. In der Innenverteidigung setzt Coach Alexander Schmidt weiterhin auf Sebastian Mai, den sechs Jahre älteren Bruder vom Bremer Neuzugang Lars Lukas Mai. Dieser ist auch Kapitän des Teams. Mit dem 31 Jahre alten Österreicher Michael Sollbauer ist vom FC Barnsley aus der 2. Liga Englands zudem ein erfahrener Innenverteidiger verpflichtet worden.

Stadion:
Rudolf-Harbig-Stadion, 32.066 Plätze (davon 11.021 Stehplätze)

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FC Schalke 04

Werder ist schon ein Kracher-Neuzugang für die 2. Liga, doch die Schalker toppen dies noch einmal. Vor etwas mehr als zehn Jahren haben beide Klubs sich in der Bundesliga noch regelmäßig um die Plätze für die Champions League duelliert. Die Schalker waren vor drei Jahren außerdem noch Vize-Meister hinter den Bayern. Anschließend hat der Klub sich intern aber komplett zerlegt und den Kader durch sportliche Fehlentscheidungen in Rekordzeit runtergewirtschaftet. Allein in der vergangenen Saison saßen mit David Wagner, Manuel Baum, Huub Stevens, Christian Gross und Dimitrios Grammozis fünf verschiedene Trainer bei den Schalkern auf der Bank.

Grammozis soll jetzt mit den Königsblauen den direkten Wiederaufstieg schaffen. In der 2. Liga hat er bereits beim SV Darmstadt 98 als Coach Erfahrungen gesammelt. Gelingen soll dies mit einem komplett erneuerten Kader. Für den neuen Sportdirektor Rouven Schröder, der zwischen Juli 2014 und März 2016 auch bei Werder Sportdirekor war, bedeutet dies eine Menge Arbeit. Viele Topverdiener, die der Klub sich nicht mehr leisten kann, mussten und müssen noch von der Gehaltsliste verschwinden. Ex-Nationalspieler Sebastian Rudy haben die Schalker eine Abfindung gezahlt, damit er seinen Vertrag auflöst. Stürmer Mark Uth ließen sie ablösefrei zum 1. FC Köln ziehen. Suat Serdar (zentrales Mittelfeld) wurde für acht Millionen Euro an Hertha BSC verkauft, der Wechsel von Außenbahnspieler Benito Raman zum RSC Anderlecht soll etwa 2,5 Millionen Euro eingebracht haben. Weitere Abgänge sollen weiteres Geld in die klammen Kassen spülen.

Simon Terrode salutiert zum Gruß.
Beim FC Schalke 04 ruhen die Hoffnungen auf Torjäger Simon Terrode. Bild: Imago | Team 2

Neu in Gelsenkirchen sind schon einige Spieler mit sehr viel (Aufstiegs-)Erfahrung in Liga 2. Der Königstransfer dabei ist Simon Terrode, der bereits dreimal Torschützenkönig im Unterhaus geworden ist und in der vergangenen Saison für den Hamburger SV 24 Tore geschossen hat. Mit Markus Bülter ist ein emsiger Spieler für die Außenbahn gekommen. Der 28-Jährige ist vor zwei Jahren mit Union Berlin aufgestiegen. Daniel Latza war zuletzt Kapitän von Mainz 05 und ist mit 31 Jahren zu seinem Jugendklub zurückgekehrt. Während er im zentralen Mittelfeld spielt, soll hinter ihm Victor Palsson (30, kommt von Darmstadt 98) abräumen. Die Sicherheit in der Abwehr soll Marcin Kaminski garantieren. Der 29-jährige Innenverteidiger ist 2017 und 2020 mit dem VfB Stuttgart aufgestiegen.

Linksverteidiger Thomas Ouwejan ist 24 Jahre alt und wurde vom AZ Alkmaar ausgeliehen, der 29-jährige Rechtsverteidiger Reinholf Ranftl ist vom Linzer ASK in den Ruhrpott gewechselt. Aktuell arbeiten die Schalker noch an der Verpflichtung von Dominick Drexler. Der 31-jährige offensive Mittelfeldspieler steht beim 1. FC Köln unter Vertrag und hat mit diesem 2019 den Sprung in die Bundesliga geschafft. Die geballte Erfahrung des Teams soll dafür sorgen, dass der Traditionsklub direkt in die Bundesliga zurückkehrt. Von vielen werden die Schalker als Topfavorit gehandelt.

Stadion:
Arena AufSchalke, 62.271 Plätze (davon 16.309 Stehplätze)

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FC Ingolstadt 04

Die Ingolstädter haben zwischen 2015 und 2017 in der Bundesliga gespielt und dort im ersten Jahr unter Coach Ralph Hasenhüttel einen starken 11. Platz belegt. Als Hasenhüttl aber den Klub verließ und zu RB Leipzig ging, stieg der Klub direkt wieder ab. Nach zwei Jahren in Liga 2 ging es im Anschluss für die „Schanzer“ sogar runter in die 3. Liga. Bitter lief es im Sommer 2020 in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg, denn die Franken setzten sich im Rückspiel durch einen Treffer in der allerletzten Sekunde doch noch durch. Dafür gelang die Rückkehr in diesem Jahr in der Relegation. In dieser schlugen die Ingolstädter im Hinspiel den VfL Osnabrück mit 3:0, sodass auch die 1:3-Niederlage im Rückspiel noch zum Aufstieg reichte.

Björn Paulsen holt enthusiastisch zum Schuss aus.
Bitter für die Ingolstädter: Björn Paulsen hat den Klub verlassen. Bild: Imago | Eibner

Trotz des Erfolgs erhielt Coach Thomas Oral keinen neuen Vertrag bei den Oberbayern, weil die Vorstellungen des Klubs nicht mit denen von Oral zusammenpassten. Für ihn hat der bisherige U19-Trainer Roberto Pätzold den Job übernommen. Beendet wurde auch die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Michael Henke, der sich einst vor allem als Co-Trainer von Ottmar Hitzfeld einen Namen gemacht hatte. Verpflichtet für den Managerposten wurde Malte Metzelder. Die Ingolstädter können in der neuen Saison insgesamt auf eine eingespielte Mannschaft setzen. Es schmerzt sie allerdings, dass Abwehrhüne Björn Paulsen zu Hammarby IF nach Schweden gewechselt ist. Hier fehlt noch ein adäquater Ersatz. Vom Absteiger Eintracht Braunschweig wurde für das defensive Mittelfeld Yassin Ben Balla verpflichtet.

Stadion:
Sportpark, 15.200 Plätze (davon 6.000 Sitzplätze)

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Fortuna Düsseldorf

Zwischen den Düsseldorfern und Werder kam es am 34. Spieltag der Saison 2019/20 zu einem Fernduell um den Klassenerhalt in der Bundesliga. Werder gewann sein Heimspiel mit 6:1 gegen den 1. FC Köln, die Fortuna hingegen verlor ihre Partie bei Union Berlin mit 0:3 – und musste in die 2. Liga absteigen. Dort gehören die Düsseldorfer mit Werder, dem HSV, Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg zu den großen Traditionsklubs.

Mit Ex-Werder-Manager Klaus Allofs haben die Fortunen im September 2020 einen verlorenen Sohn heimgeholt. Allofs holte mit den Bremern unter anderem 2004 das Double aus Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal, stammt aber gebürtig aus Düsseldorf und hat bei der Fortuna auch seine Karriere als Profi begonnen. Nun ist er dort Mitglied des Vorstands. Gerne hätten die Düsseldorfer den direkten Wiederaufstieg geschafft, doch am Ende reichte es nur zum 5. Platz. Der Vertrag mit Coach Uwe Rösler wurde deshalb nicht verlängert. Mit Christian Preußer hat die Fortuna für ihn einen Newcomer im Profifußball verpflichtet. Der 37 Jahre alte Preußer hat in der vergangenen Saison noch die 2. Mannschaft des SC Freiburg trainiert und ist mit dieser in die 3. Liga aufgestiegen. Im Breisgau konnte er die letzten fünf Jahre viel von Christian Streich lernen.

Klaus Allofs, Christian Preußer und Uwe Klein posieren zum Foto nebeneinander im Düsseldorfer Stadion.
Klaus Allofs (links) ist mittlerweile Vorstandsmitglied bei der Fortuna. Christian Preußer (Mitte) hat den Trainerjob übernommen. Uwe Klein (rechts) ist Sportdirektor. Bild: Imago | Horstmüller

Verlassen haben die Düsseldorfer Innenverteidiger Kevin Danso, zuvor vom FC Augsburg ausgeliehen, und Luka Krajnc, der eine Leihgabe von Frosinone Calcio aus Italien war. Verpflichtet für das Abwehrzentrum wurde der 24-Jährige Rumäne Dragos Nedelcu von Steaua Bukarest. Mit Flügelspieler Nicklas Shipnoski ist einer der besten Spieler der 3. Liga gekommen. Für den 1. FC Saarbrücken hat der 23-Jährige in der vergangenen Saison 15 Tore erzielt und zehn weitere vorgelegt. Spannend zu beobachten wird sein, wie Ao Tanaka sich schlagen wird. Der 23-jährige Japaner spielt im zentralen Mittelfeld und ist mit vielen Vorschlusslorbeeren aus seiner Heimat von Kawasaki Frontale ins Rheinland gewechselt. Im Sturmzentrum setzen die Düsseldorfer weiterhin auf Routinier Rouven Hennings. Insgesamt ist der Kader stärker als im Vorjahr. Gerne möchte die Fortuna im Kampf um den Aufstieg mitmischen.

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Autor

  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 18. Juli 2021, 19:30 Uhr