Werder-Goalie Michael Zetterer: "Habe keine Angst vor Konkurrenzkampf"

Michael Zetterer auf dem Weg zu Werders Nummer 1

Video vom 28. Juli 2021
Werder-Torhüter Michael Zetterer klatscht sich nach Schlusspfiff mit Anthony Jung ab.
Bild: Imago | Joachim Sielski
Bild: Imago | Joachim Sielski

Konkurrenz für Bremens Stammtorhüter Jiri Pavlenka? Nach seinem starken Pflichtspiel-Debüt hofft Herausforderer Michael Zetterer auf weitere Einsätze zwischen den Werder-Pfosten.

Bei Werders durchwachsenem Auftakt in die Zweitliga-Saison gehörte Michael Zetterer zu den wenigen Lichtblicken. Nicht nur, weil er mit mehreren Paraden das 1:1-Unentschieden gegen Hannover sicherte, sondern weil er mit einer für Torhüter eher untypischen Szene hervorstach. Als ihm in der zweiten Halbzeit nach einem holprigen Rückpass der Ball bei der Annahme leicht versprang, holte Zetterer an der Strafraumkante weit aus. Hannover-Akteur Sebastian Stolze setzte zur Grätsche an, um den Ball abzublocken. Doch der Bremer Keeper täuschte den Schuss nur an und ließ Stolze ins Leere fliegen, wofür es Applaus von den Rängen des Weser-Stadions gab. "Mir liegt so was", sagte Zetterer in einer Medienrunde am Mittwoch.

Ich war ziemlich lange Feldspieler, vielleicht kommt das daher. Wenn es zu so einer Situation kommt, kann ich mich darauf verlassen, dass ich das hinkriege.

Werder-Torhüter Michael Zetterer in einer Medienrunde am Mittwoch

Zwei gelbe Karten in der Bundesliga

Für den 26-Jährigen endete mit dem Einsatz gegen Hannover eine lange Leidenszeit. Seit seinem Wechsel nach Bremen vor sechs Jahren war es sein Ziel, eines Tages im Werder-Tor zu stehen. Verletzungen und starke Kontrahenten verhinderten, dass es dazu kam. Kurios: Auch wenn er nie für die Grün-Weißen in der Bundesliga auflief, erhielt er bereits zwei gelbe Karten im Oberhaus. Beide wegen Meckerns. "Wenn es der Mannschaft hilft, bin ich schon noch emotional", so Zetterer. "Aber ich bin es nicht mehr gegen die Schiedsrichter."

Werder-Keeper Michael Zetterer führt den Ball am Fuß.
Keeper Michael Zetterer gehörte bei Werders schwachem Auftritt gegen Hannover zu den Lichtblicken bei den Grün-Weißen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Vor allem nach der letzten Verletzung, die ihn für mehr als ein Jahr aus der Bahn warf, wuchsen Zweifel in ihm. "Da waren natürlich schon viele Gedanken im Kopf, ob das noch was wird", erzählte Zetterer. Doch der Wille und das Ziel, sich eines Tages bei Werder durchzusetzen, blieben. Greifbar wurde sein Traum schließlich in der Sommer-Vorbereitung. "Gefühlt war es das erste Mal, seit ich hier bin, dass ich die Chance hatte, mich ins Tor zu spielen." Und er nutzte sie: Statt auf den ambitionierten Stefanos Kapino zu setzen, schenkte Werder-Coach Markus Anfang dem 26-Jährigen das Vertrauen.

Das Werder-Trikot bekommt der Vater

Nach seinem Debüt habe er "erstaunlich viele Nachrichten" bekommen, sagte Zetterer. Auch das "schöne Gefühl", das er während der Partie empfunden hatte, habe noch ein paar Tage angehalten. Mehr noch: "Das Kribbeln hat noch nicht ganz nachgelassen." Das Trikot, das er gegen Hannover trug, erhält übrigens sein Vater. Das sei schon seit Jahren abgemacht gewesen, so Zetterer: "Es bekommt bestimmt einen Ehrenplatz zu Hause."

Vorläufig ist der gebürtige Münchner also die Nummer Eins im Werder-Tor. Ob Zetterer es auch noch sein wird, wenn der an Rückenproblemen leidende Jiri Pavlenka genesen ist, erscheint aber mehr als fraglich. Der Herausforderer des Tschechen ist jedenfalls auf den Geschmack gekommen: "Die Vorfreude aufs nächste Spiel ist riesig." Klar, denn Zetterer will sich beweisen, will zeigen, dass er mehr als nur Vertreter sein kann. "So lange ich im Tor stehen darf, werde ich alles geben und versuchen, Argumente für mich zu sammeln", so Zetterer, der abschließend betont: "Ich hab keine Angst vor einem Konkurrenzkampf." Klingt, als müsse Werders langjähriger, eigentlich unumstrittener Stammkeeper Pavlenka sich auf unruhige Zeiten einstellen.

Klaus Allofs vor dem Düsseldorf-Spiel über Werders "Extremsituation"

Video vom 26. Juli 2021
Klaus Allofs sitzt auf einem Stuhl im Düsseldorfer Stadion.
Bild: Imago | Laci Perenyi
Bild: Imago | Laci Perenyi

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 28. Juli 2021, 18:06 Uhr