Watschn für Ducksch: Das steckt hinter Werders kuriosem Torjubel

Bild: Imago | Nordphoto

Gegen Karlsruhe war Bremens Torjäger Marvin Ducksch bereits das sechste Mal in Serie erfolgreich. Doch warum kassierte er nach seinem Treffer mehrere Backpfeifen?

Die erste Schelle kam von Leonardo Bittencourt. Die nächste von Mitchell Weiser, der gleich doppelt zuklatschte, bevor sich auch Werder-Kapitän Ömer Toprak die Ehre gab und zur Watschn ansetzte. Während das Ohrfeigen-Gewitter auf ihn niederging, gab sich Marvin Ducksch betont locker. Seelenruhig lehnte der grün-weiße Torjäger, der soeben den Führungstreffer gegen Karlsruhe erzielt hatte, auf einer Werbebande und kaute auf seinem Kaugummi. Was war passiert?

Ducksch ließ mehrere Hochkaräter liegen

Die Werder-Tormaschine war beim 2:1-Heimsieg am Samstag nur schwer in die Partie gekommen. Gleich mehrere Hochkaräter ließ Ducksch in der ersten Hälfte liegen. Mal schloss er zu abhastet ab, mal fehlte die Präzision, mal die Härte. Entsprechend geknickt schlich der 27-Jährige in der Halbzeitpause in der Kabine. Muntermachende Worte waren vonnöten. Worte, die von ebenjenen Mitspielern kamen, die ihm nach seinem Treffer die Backpfeifen verpassten, wie Ducksch nach dem Spiel in der ARD erklärte: "Die Ohrfeigen kamen von den Jungs, die mich in der Halbzeit aufgemuntert haben."

Zufrieden war Ducksch trotzdem nicht mit seiner Ausbeute: "Ich hatte fünf gute Chancen, aber mache nur ein Tor, deswegen war ich ein bisschen down", sagte der Bremer, der seinen Treffer wie gewohnt mit seinem Harlekin-Jubel zelebriert hatte. Die Clownspose packte der Werder-Torjäger zuletzt in schöner Regelmäßigkeit aus: Seit Ole Werner als Trainer der Bremer fungiert, hat Ducksch in jedem der sechs Spiele getroffen. Mit seinen Toren ist er einer der Hauptgaranten dafür, dass Werder unter Werner alle Partie gewonnen hat. "Marvin ist jemand, der an sich selbst einen hohen Anspruch hat, sonst wäre er auch nicht dort, wo er jetzt ist", sagt Werner über seinen Schützling.

Werder-Stürmer Marvin Ducksch ärgert sich über eine vergebene Torchance.
Gegen Karlsruhe agierte Werder-Torjäger Marvin Ducksch gerade in der ersten Halbzeit eher unglücklich. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Inzwischen kommt der gebürtige Dortmunder auf insgesamt zwölf Saisontore, gab zudem zu sieben weiteren Treffern die Vorarbeit. Werte, dank derer Ducksch zu den Topscorern der Liga zählt. Gleichauf mit Guido Burgstaller von St. Pauli (15 Tore, vier Vorlagen) und nur zwei Scorerpunkte hinter Liga-Krösus Sven Michel (14 Tore, sieben Vorlagen), der aber inzwischen bei Union Berlin in der Bundesliga aufläuft. Gut möglich also, dass "Duckschi" nicht nur teamintern, sondern auch ligaweit bald der fleißigste Tore- sowie Punktesammler ist. Vielleicht hilft ja die ein oder andere Motivationsspritze der Kollegen. Zur Not auch in Form von Backpfeifen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 6. Februar 2022, 19:30 Uhr