Werder hadert nach der Mainz-Pleite mit Video-Schiedsrichter Zwayer

Joshua Sargents Treffer zum vermeintlichen Bremer Ausgleich nahm der Schiedsrichter zurück. Darüber ärgern Florian Kohfeldt und Frank Baumann sich kräftig.

Audio vom 22. April 2021
Getümmel vor dem Mainzer Tor mit den Bremern Theodor Gebre Selasse, Joshua Sargent und Kevin Möhwald.
Der Treffer des Bremers Joshua Sargent zählte am Ende nicht Kevin Möhwald soll zuvor Mainz-Torwarz Robin Zentner gefoult haben. Bild: Nordphoto / Gumzmedia
Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Kurz vor dem Halbzeitpfiff durften die Bremer beim Heimspiel gegen Mainz 05 (0:1) jubeln. Nach einem Eckball hatte Joshua Sargent den Ball ins Tor der Mainzer geschossen und für Werder den so wichtigen Ausgleich zum 1:1 erzielt. Doch die Freude währte nur kurz, denn Felix Zwayer als Video-Schiedsrichter gab aus Köln Schiedsrichter Marco Fritz einen Wink. Dieser schaute sich darauf die Szene auf dem Monitor am Spielfeldrand noch einmal an – und nahm den Bremer Treffer zurück. Der Grund: Vor Sargents Tor soll Kevin Möhwald den Mainzer Torwart Robin Zentner per Foulspiel daran gehindert haben, den Ball festzuhalten.

Getümmel im Strafraum. Torwart Robin Zentner und Kevin Möhwald gehen beide zum Ball. Möhwald soll dabei mit seinem Fuß die Hand von Zentner getroffen haben.
Foul oder nicht? Kevin Möhwald soll in dieser Szene mit seinem Fuß gegen die Hand von Mainz' Torwart Robin Zentner getreten haben. Deswegen zählte Joshua Sargents Tor nicht. Bild: Imago | Jan Huebner

Möhwald und Zentner gingen zwar beide zum Ball, doch ein Foul des Bremers ist in dieser Szene nicht zweifelsfrei erkennbar. Vielmehr schaut es so aus, dass Zentner den Ball einfach nicht zu packen bekam und es sich somit am Ende wohl um einen Torwartfehler handelte. Und ohnehin stellte sich einmal mehr die Frage: Warum greift bei solch einer Szene überhaupt der Video-Schiedsrichter ein, wenn keine völlig glasklare Fehlentscheidung vorliegt?

Kohfeldt macht Fritz keinen Vorwurf

Zentner beteuerte bei "Sky", dass es ein Foulspiel von Möhwald gegeben habe. Auf den Fernsehbildern sei allerdings nicht so gut zu erkennen, dass der Bremer Mittelfeldspieler zunächst gegen seine rechte Hand und erst dann gegen den Ball getreten habe. Florian Kohfeldt ärgerte sich nach dem Spiel über die spielentscheidende Szene. Im Interview mit der ARD sagte auch er, dass er auf den Fernsehbildern kein Foul erkennen könne. Und erst recht keine klare Fehlentscheidung von Fritz, der zunächst kein Foulspiel gepfiffen hatte, sondern das Tor der Bremer geben wollte. Den Vorwurf machte Kohfeldt am Ende daher auch nicht ihm, sondern Zwayer als Hinweisgeber als Köln.

Es ist schade, weil wir dann mal die Szene von Jiri Pavlenka in Köln danebenlegen müssten. Da sind schon ein, zwei Sachen gegen uns gelaufen. Aber nochmal: Nullkommanull Schiri-Schelte. Ich glaube, dass gerade die Haupt-Schiedsrichter einfach die Leidtragenden sind. Sie müssen der Chef sein. Und wenn Marco Fritz heute der Chef gewesen wäre, hätten wir mindestens ein Tor geschossen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt sitzt vor einer Werbewand bei der Pressekonferenz nach dem Bayern-Spiel.
Florian Kohfeldt im Interview mit der ARD

Baumann fehlt das Verständnis für die Entscheidung

Auch Sportchef Frank Baumann haderte bei "Sky" kräftig mit dem aberkannten Treffer. Wie Kohfeldt konnte er keine "klare Fehlentscheidung" erkennen und betonte, dass er die Entscheidung "absolut nicht nachvollziehen" könne. Zumal Schiedsrichter Fritz ihm in der Halbzeit bestätigt habe, dass man es so so sehen könne, dass dies "keine klare Fehlentscheidung" gewesen sei. "Dann habe ich den Sinn des Video-Schiedsrichters nicht verstanden", so Baumann.

Kohfeldt nach dem 0:1 gegen Mainz: "Extrem schwierige Niederlage"

Video vom 22. April 2021
Florian Kohfeldt sitzt auf dem Podium und schaut in die Kamera.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 21. April 2021, 23 Uhr