Das nächste Debakel! Auch Konkurrent Mainz blamiert Werder

Nach 19 Minuten war die Partie gelaufen, am Ende hieß es sogar 0:5. Die Bremer Fans schickten die Mannschaft bereits zur Halbzeit mit einem Pfeifkonzert in die Kabine.

Werder-Spieler lassen nach einem Mainzer Tor die Kopfe hängen.
Gegen Konkurrent Mainz 05 kassierte Werder im Abstiegskampf eine 0:5-Klatsche. Bild: Imago | Nordphoto

Die Krise bei Werder Bremen nimmt nach einem schockierenden Heimdebakel im Kellerduell mit dem FSV Mainz 05 immer dramatischere Züge an. Die Norddeutschen kassierten am Dienstagabend eine auch in der Höhe verdiente 0:5 (0:4)-Niederlage und zeigten dabei eine indiskutable Leistung. In dieser Verfassung wird es das Team von Trainer Florian Kohfeldt sehr schwer haben, den Abstieg aus der Bundesliga zu vermeiden.

Die groß angekündigte Wiedergutmachung für das 1:6-Desaster bei Bayern München am Samstag blieb nach einer über 90 Minuten völlig verängstigten und emotions- sowie leidenschaftslosen Vorstellung aus. Vor 37.720 Zuschauern im Weser-Stadion war Robin Quaison mit seinen drei Treffern (10.,19., 38. Minute ) der Matchwinner für die Mainzer, die sich drei Tage nach dem 0:4 gegen Dortmund deutlich verbessert zeigten und wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sammelten.

Doch Quaison war es in seiner Karriere wohl noch nie so leicht gemacht worden, Tore zu erzielen. Zudem unterlief Milos Veljkovic und Torwart Jiri Pavlenka ein gemeinschaftliches Eigentor zum 0:2 (15.). Der eingewechselte Jean-Philippe Mateta traf sogar noch zum 5:0 (81.).

Nach Kampfansage von Kohfeldt nur blutleere Vorstellung

Florian Kohfeldt nach der Klatsche gegen Mainz
Trainer Florian Kohfeldt hat weiter die Rückendeckung des Vereins. Das hat Frank Baumann schon vor der Partie klargestellt. Bild: Imago | Nordphoto

Kohfeldt hatte angesichts der prekären Situation vor der Partie in für ihn ungewohnter Manier mit martialischer Rhetorik versucht, sein Team im Abstiegskampf endlich wachzurütteln. "Das allerletzte Prozent im Zweikampf, vielleicht auch mal eine eigene Verletzung zu riskieren oder das Tor wirklich ein Stück weit mit dem eigenen Leben zu verteidigen: Das sind Dinge, die ich noch mal etwas stärker in den Vordergrund gerückt habe", hatte der Werder-Coach gesagt.

Doch seine Spieler folgten ihm nicht. Trotz der fünften Niederlage in den vergangenen sechs Spielen muss der Coach an der Weser nach wie vor aber nicht um seinen Job bangen, sondern soll das total verunsicherte Team in der Winterpause wieder aufbauen. Werder-Geschäftsführer Frank Baumann hatte dies vor der Partie im Pay-TV-Sender Sky noch einmal unmissverständlich deutlich gemacht. "Ich brauche ihm aber auch nicht jeden Tag zu sagen, dass wir Vertrauen in ihn haben", sagte Baumann.

Viele Fehlpässe und kaum gewonnen Zweikämpfe

Den Gastgebern war die Verunsicherung auf Grund der sportlichen Talfahrt von der ersten Sekunde an anzumerken. Den Bremern unterlief Fehlpass um Fehlpass, fast jeder Zweikampf ging an die von Beginn an richtig bissigen Mainzer. Nach 45 Minuten hatten die Hanseaten nur 38 Prozent der direkten Duelle für sich entschieden.

Nach dem frühen Rückstand durch den überragenden Quaison reagierten die Werder-Fans noch mit aufmunternden Sprechchören. Das 0:2, bei dem Werder-Torwart Pavlenka der Ball nach einem fatalen Querschläger von Veljkovic vom Posten an den Rücken und von dort ins Tor prallte, ließ den Geduldsfaden das ansonsten stets loyalen Publikums aber reißen. Ein gellendes Pfeifkonzert hallte durch das Weser-Stadion.

Und die Stimmung kippte weiter. Nach 37:50 Minuten stand es 4:0 für die Gäste, weil Quaison zwei weitere Male wie im Training treffen konnte. Erstmals in der Klub-Geschichte kassierte Werder in der Ersten Liga vor der Pause vier Gegentreffer. Die Partie war damit frühzeitig entschieden. Für Werder geht es am Wochenende zum nächsten Abstiegsduell nach Köln. In dieser Verfassung ist auch dort nur das Schlimmste für die Grün-Weißen zu erwarten.

Werder gegen Mainz: So erleben die Fans das Debakel in der Kneipe

Zu sehen ist die Moderatorin Ariane Wirth in einer Kneipe.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 17. Dezember 2019, 21 Uhr