Klasnic, Magath und Co.: Das sagt Fußball-Deutschland zur Werder-Krise

Keine Tore, keine Siege, keine Trainerentlassung. Über Werder wird so viel diskutiert wie lange nicht mehr. Nur der sonst so direkte Felix Magath versucht, sich rauszuhalten.

Video vom 24. Februar 2020
Ehemaliger Werder Spieler Ivan Klasnic im Interview.

Werder Bremen sorgt deutschlandweit für so viele Schlagzeilen wie lange nicht mehr. In jeder Sport-Talkshow wird über den Verein gesprochen. Eigentlich eine Situation, die ein Klub erreichen möchte – nur aus genau gegensätzlichen Gründen. Werder hat neun der letzten zehn Ligaspiele verloren und steht auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Magath: Werder sollte mit Kohfeldt in die 2. Liga gehen

Am heißesten diskutiert wird das Festhalten der Bremer am Coach Florian Kohfeldt. Werders Ex-Trainer Felix Magath (1998 bis 1999), sonst bekannt für klare Aussagen, blieb im NDR-Sportclub ungewohnt vorsichtig. Er wolle sich nicht festlegen, da er Werders Situation nicht genau kenne, sagte er. Magath deutete aber an, dass er die Entscheidung für richtig hält – vorausgesetzt, die Bremer Vereinsführung sei noch immer so überzeugt von Kohfeldt, wie sie öffentlich vorgibt.

Dann muss man mit ihm nicht nur jetzt weitermachen, sondern auch in die zweite Liga gehen

Felix Magath im NDR-Sportclub

Diese Meinung teilt Werders Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer. Er äußerte sich am Montag im Interview mit dem Onlineportal "Deichstube".

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Alexander Zorniger brachte in der Fernsehsendung "Doppelpass" auf Sport1 ein kurioses Modell ins Gespräch, das es in der Bundesliga bisher noch nicht gab. Werder solle darüber nachdenken, für den Rest der Saison einen "klassischen Feuerwehrmann" zu verpflichten und anschließend wieder Kohfeldt als Trainer einzusetzen.

Klasnic lobt erste Halbzeit gegen Dortmund

Bremens ehemaliger Topstürmer Ivan Klasnic ist hingegen weiterhin von Kohfeldt überzeugt: "Ich glaube, er ist der richtige Trainer, immer noch", sagte Klasnic im Anschluss an die Niederlage gegen Dortmund zum Sportblitz – doch irgendwann müsse Werder trotzdem die Reißleine ziehen. "Ich halte sehr viel von ihm, nur es müssen jetzt drei Punkte her. Sonst muss man dann vielleicht doch was ändern", so Klasnic.

Ivan Klasnic im Interview
Ivan Klasnic hält Florian Kohfeldt für der richtigen Trainer bei Werder.

Für die Partie gegen Frankfurt am kommenden Sonntag ist Klasnic optimistisch. Werder habe gegen Dortmund in der ersten Halbzeit "sehr, sehr gut gespielt", sagte er. "Das muss man dann wiederholen gegen Frankfurt. Und dann muss man auch die Tore machen."

Tore hat Werder lange nicht gemacht. Seit acht Ligaspielen sind die Bremer ohne eigenes Tor – in den Partien feierten sie lediglich zwei Eigentore von Augsburg und Düsseldorf.

Nordderby in der Relegation?

In der zweiten Bundesliga verlor Werders Erzrivale HSV am Wochenende das Stadtduell gegen den FC St. Pauli – und steht daher aktuell auf Relegationsplatz drei. Für Hamburgs Ex-Trainer Thomas Doll (2004 bis 2007) wäre ein Nordderby in der Relegation ein erschreckendes Szenario: "Oh Gott. Eine Relegation gegen Werder will doch keiner erleben. Allein das müsste Motivation genug für alle sein", sagte er in der "Bild".

Einige Werder-Fans würden sich über Relegationsspiele gegen den HSV wohl nicht beschweren – schließlich wäre es eine weitere Chance auf den Klassenerhalt. Um die Relegation zu erreichen, müsste Werder in den letzten elf Saisonspielen drei Punkte Rückstand auf Düsseldorf aufholen. Eins steht jedoch fest: Sollte es zum Nordderby in der Relegation kommen, würde Werder noch bis Ende Mai in den Talkshows und Schlagzeilen Thema bleiben.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 24. Februar 2020, 18:06 Uhr