Kommentar

Werder legt den Grundstein für einen erfolgreichen Neuanfang

Werder-Trainer Markus Anfang lächelt in die Kamera.
Sammelte als Zweitliga-Trainer nicht nur viele Erfahrungen, sondern auch Erfolge: Werders neuer Coach Markus Anfang. Bild: Imago | Jan Huebner

Mit Markus Anfang kommt ein Trainer nach Bremen, der keine grün-weiße DNA hat. Für die Mission Wiederaufstieg ist er auch daher der Richtige, findet unser Redakteur Helge Hommers.

Es weht ein neuer, ein frischer Wind an der Weser. Mit Markus Anfang schenkt die Werder-Familie nach Ewigkeiten mal wieder einem Trainer das Vertrauen, der keine grün-weiße DNA vorweist. Der letzte Coach, der das von sich behaupten konnte, war Robin Dutt. Dessen unrühmlicher Abgang liegt bereits acht Jahre zurück. Acht lange Jahre, in denen die Bremer nur im eigenen Teich fischten, obwohl der große Erfolg ausblieb. Dass es nun mit Anfang ein Externer richten soll, ist ein gutes Signal, zeigt seine Verpflichtung doch, dass die Bremer die Zeichen der Zeit endlich erkannt haben – auch wenn es dafür erst einen Abstieg brauchte.

Werders Wiederaufstieg wird kein Selbstläufer

Anfangs Mission ist klar: der direkte Wiederaufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs ist das Ziel. Denn dort gehört Werder hin, keine Frage. Ein Selbstläufer wird das freilich nicht. Einerseits, weil noch in den Sternen steht, auf welche Spieler der neue Coach bauen kann. Andererseits, weil das Unterhaus in der kommenden Saison ein Sammelbecken für Klubs ist, die vom eigenen Selbstverständnis eine Etage zu tief auflaufen. Der oft bemühte Sport1-Slogan von der "stärksten", "spannendsten" oder "geilsten" 2. Liga aller Zeiten, in der kommenden Saison könnte er tatsächlich einmal passen.

Anfang steht für Offensivspektakel

Zumindest an der Seitenlinie sind die Bremer gut aufgestellt, um den großen Worten, die die Vereinsoberen seit dem Abstiegs-Beben bemühten, große Taten folgen zu lassen. Auch wenn sich mancher Werder-Fan nach Bekanntgabe der Personalie fragte: Markus wer? Was nicht von ungefähr kommt, denn Anfang genießt nicht den Bekanntheitsgrad wie etwa die ebenfalls immer wieder gehandelten Edin Terzic oder Bruno Labbadia. Was aber gut so ist.

Mit Anfang bekommen die Bremer nämlich genau den Trainer, den sie brauchen. Einen ohne großen Namen, aber dafür mit einer starken, auf guter Arbeit aufbauenden Vita. So steht Anfang nicht nur für jene Offensiv-Spektakel, die zuletzt an der Weser außer Mode gekommen waren, sondern auch für Erfolg. Mit Kiel gelang ihm fast der furiose Durchmarsch von der dritten in die erste Liga; mit Köln wiederum legte er früh den Grundstein für die Rückkehr in die Bundesliga – wenngleich der "Effzeh" ihm die Vollendung seines Erfolgs verwehrte. Dass ihm die Aufstiegs-Krönung nun mit Werder gelingt, davon dürfen die Werder-Fans mit Recht träumen.

Anfang soll Werder als neuer Coach zurück in die Bundesliga führen

Video vom 1. Juni 2021
Markus Anfang läuft als Trainer von Darmstadt über den Platz.
Bild: Imago | Jan Huebner
Bild: Imago | Jan Huebner

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  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 1. Juni 2021, 18:06 Uhr