Werder und die Ruhe vor dem Sturm

Die kommende Länderspielpause könnte die letzte Verschnaufpause für die Bremer in der aktuellen Saison sein. Für die Spiele danach hegt Werder große Pläne.

Mehrere Werder-Spieler laufen nach einem Treffer zurück zum Mittelkreis.
Die meisten Werder-Spieler haben in den kommenden zwei Wochen spielfrei. Bild: Nordphoto/Gumzmedia

Die letzten Länderspiele während der laufenden Bundesliga-Saison stehen an. Für die einen Spieler bedeutet das Reisestress, für die anderen eine Wettkampfpause. Werder muss für diese Zeit nur gut eine Handvoll seiner Akteure zu ihren Auswahlteams ziehen lassen. Die anstehenden zwei spielfreien Wochen nimmt Coach Florian Kohfeldt folglich mit Kusshand.

Wir hatten keine Winterpause. Diese Länderspielpause ist daher brutal wichtig, um zu regenerieren, damit man bis zum Ende der Saison kommt.

Florian Kohfeldt im Gespräch mit der ARD

Werder hat ein Sieben-Punkte-Polster

Werder-Verteidiger Ludwig Augustinsson schließt vor Enttäuschung die Augen.
Bei den Werder-Spielern um Ludwig Augustinsson machte sich nach dem Wolfsburg-Spiel Enttäuschung breit. Bild: Nordphoto/Gumzmedia

Auf dem Papier steht Werder weiterhin recht gut da: Die Bremer sind Tabellenzwölfter, haben ordentliche 30 Zähler auf dem Konto und sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Zwar verließen die Bremer zuletzt zweimal als Verlierer den Platz, allerdings trafen sie auf Bayern München und den VfL Wolfsburg – zwei Bundesliga-Schwergewichte. Gegner also, gegen die man auch mal verlieren darf. Und gerade mit der Leistung gegen Wolfsburg waren die Grün-Weißen durchaus zufrieden. "Es war ein Spiel zwischen zwei Mannschaften, die sich nicht so viel genommen haben", betonte Torschütze Kevin Möhwald. Ähnlich sah es auch sein Trainer: "Wenn wir so weitermachen, werden wir in den nächsten Wochen auch gegen die Topteams was holen", so Kohfeldt.

Sechs Spiele in 20 Tagen

Auf besagte "Topteams" trifft Werder nach der Länderspielpause gleich mehrfach: In den kommenden fünf Bundesligaspielen bekommen es die Grün-Weißen mit vier Teams zu tun, die in der oberen Tabellenhälfte beheimatet sind. Mannschaften, gegen die Werder in der Hinrunde jeweils verlor. Den Anfang macht der VfB Stuttgart (4. April, 15:30 Uhr). Weil Werder im Anschluss auch noch im DFB-Pokal gegen Jahn Regensburg aufläuft (7. April, 18:30 Uhr), sind die Verschnaufpausen angesichts von sechs Partien in nur 20 Tagen eher kurz. Sollten die Bremer ins Pokal-Halbfinale einziehen, ist die aktuelle Länderspiel-Pause sogar die letzte längere Ruhephase in der laufenden Saison für Werder.

Trotz des einigermaßen komfortablen Polsters zu den Teams in den Niederungen der Tabelle ist den Bremern durchaus bewusst, dass sie sich auf ihrer bisherigen Ausbeute nicht ausruhen können. "Jedem in der Mannschaft ist klar: Wir haben 30 Punkte, aber mit 30 Punkten bleibt man selten drin", betonte Möhwald. Und auch sein Teamkollege Romano Schmid pflichtete bei: "Das Programm in den nächsten Wochen wird schwierig, aber wir alle wissen, dass wir noch punkten müssen." Schon allein, weil die Konkurrenz alles dafür zu tun scheint, die Abstiegsränge zu verlassen. Am Wochenende etwa gewann Mainz mit 2:1 in Hoffenheim, während Hertha BSC Berlin überraschend Bayer Leverkusen mit 3:0 bezwang.

Kohfeldt will wieder zurück zur Werder-Philosophie

Wie die benötigten Zähler letztlich zustande kommen, dürfte den Beteiligten herzlich egal sein. Dennoch möchte Coach Kohfeldt mit seinem Team künftig mehr das spielerische Element in den Vordergrund rücken, als es über weite Strecken der Saison bisher der Fall war. Oder, wie der Werder-Trainer sagt: "Wir wollen näher an unsere Spielphilosophie ran." Vermehrt auch wieder in der Offensive erfolgreich zu sein, das könne sich das Team aber nur gemeinsam erarbeiten. Denn: "Wir haben nicht die Spieler, die sich den Ball nehmen und dann einfach mal ein Tor schießen." Was aber auch nicht schlimm sei.

Wir wollen wieder gewinnen, denn wir brauchen noch Punkte zum Klassenerhalt. Damit wollen wir in Stuttgart anfangen. Die grundsätzliche Art und Weise, die wir heute an den Tag gelegt haben, stimmt mich dabei positiv.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach dem Wolfsburg-Spiel im Gespräch mit der ARD

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Video vom 21. März 2021
Die Werder-Spieler Ömer Toprak und Ludwig Augustinsson lassen nach Abpfiff die Köpfe hängen.
Bild: Nordphoto/Gumzmedia
Bild: Nordphoto/Gumzmedia

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 21. März 2021, 19:30 Uhr