Wirtschaftsexperte optimistisch: "Werder ist raus aus dem Finanzloch"

Audio vom 8. September 2021
Die Werder-Spieler jubeln nach Schlusspfiff mit den Fans auf der Ostkurve.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Trotz hoher Verluste blickt Finanzexperte Rudolf Hickel positiv in die wirtschaftliche Zukunft der Bremer. Für die kommende Saison rechnet er sogar mit einem Gewinn.

Nicht nur sportlich, auch wirtschaftlich liegen schwere Zeiten hinter Werder. Angesichts der finanziellen Situation der Bremer war zwischenzeitlich schon von einem Punktabzug, gar einer Insolvenz die Rede. Oder um ein Bild zu bemühen, das Werder-Finanzchef Klaus Filbry bei der Mitgliederversammlung am Sonntag zeichnete: "Wir hatten Corona und lagen auf der Intensivstation. Diese konnten wir aber wieder verlassen."

Dass die Bremer wirtschaftlich wieder gesundet sind, hat auch Finanzexperte Rudolf Hickel festgestellt. "Werder hat die Insolvenzgefahr gebannt und ist raus aus dem Finanzloch", sagte er im Gespräch mit buten un binnen. Nach Durchsicht der Werder-Bilanzen in den vergangenen beiden Geschäftsjahren fällte der Wirtschaftswissenschaftler in einem Schreiben, das buten un binnen vorliegt, eine positive Diagnose.

Aus ökonomischer Sicht hat Werder Bremen das Tal der Tränen hinter sich gelassen. Die erfolgreiche wirtschaftliche Konsolidierung ist eindeutig.

Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel

Corona-Folgen erforderten "harte Maßnahmen"

Wirtschaftsexperte Rudolf Hickel lächelt.
Sieht Werder finanziell auf einem guten Weg: Wirtschaftsexperte Rudolf Hickel. Bild: Imago | Eckhard Stengel

Obwohl die Grün-Weißen in den vergangenen zwei Saisons ein Minus von insgesamt rund 32 Millionen Euro verzeichneten, befinde sich der Verein laut Hickel in einer "Phase der finanziellen Stabilisierung". Den massiven wirtschaftlichen Schaden, den Werder durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie erlitt, habe der Verein durch "harte Maßnahmen" aufgefangen. Neben einem aufgenommenen Kredit in Höhe von 20 Millionen Euro und der Ausgabe einer Mittelstandsanleihe, durch die der Verein 18 Millionen Euro einnahm, zähle hierzu auch die Kürzung der Spielergehälter.

Nur so konnte die vielfach diskutierte Insolvenz, die auch im Wertpapierprospekt für die Mittelstandsanleihe als mögliche Option aufgeführt wurde, verhindert werden.

Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel

Werder rechnet wieder mit einem Plus

Trotz der weiterhin negativen Folgen durch die Corona-Pandemie kalkuliert Werder für die aktuelle Spielzeit mit einem Gewinn von einer Million Euro. Eine Prognose, die auch Hickel für realistisch erachtetet.

Unter den zurzeit absehbaren Bedingungen eines wieder einigermaßen laufenden Spielbetriebs ist in der laufenden Saison mit einem leichten Gewinn zu rechnen.

Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel

Versöhnliche Töne in Werders grün-weißer Familie

Video vom 5. September 2021
Werder-Aufsichtsratchef Marco Bode hebt bei seiner Abschiedsrede beschwichtigend den Arm.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. September 2021, 23:30 Uhr