Abstiegskampf in Quarantäne: Werders Isolation hat begonnen

Für Werder geht es am Samstag in Augsburg schon fast um alles oder nichts. Ein Kurz-Trainingslager täte da sicher gut, doch die Hotel-Quarantäne ist da keine Hilfe.

Video vom 13. Mai 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt mit einer Kaffetasse in der Hand vor dem Bremer Parkhotel.
Bild: Radio Bremen
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Saisonendspurt in der Bundesliga hat endgültig begonnen. Das konnte Werder Bremen schon alleine daran merken, dass seit Mittwoch die neue, kollektive Mannschaftsadresse "Parkhotel Bremen" lautet. Zehn Tage lang heißt es nun: Goodbye Zuhause, hello Teambuilding.

Hotel-Quarantäne, Part eins. So lautet die Vorgabe der Deutschen Fußball Liga (DFL) für alle Teams, damit diese Corona-Saison nicht auf den letzten Metern noch durch weitere positive Fälle gestört wird. Ausweichtermine gäbe es kaum, schließlich steht bereits das nächste Fußball-Großereignis an. Die Show muss weitergehen. Also fügt man sich, auch bei Werder. Obwohl sich die Begeisterung in Grenzen hält.

Jeder kann nachvollziehen, dass es keine blanke Freude ist, sich zehn Tage zu isolieren. Aber wir sind nicht die einzigen, denen das auferlegt wird.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt blickt auf dem Weg zum Trainingsplatz direkt in die Kamera.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Donnerstag

Quarantäne ohne sportlichen Mehrwert

Auf den ersten Blick mag es sogar wie eine glückliche Fügung im Kampf gegen den Abstieg scheinen, eine Art Mini-Trainingslager, das die Köpfe frei macht. Schön wär's, findet Werder-Coach Florian Kohfeldt, aber: "Es gibt keinen sportlichen Mehrwert für uns." Extra-Teamsitzungen sind aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht gestattet, extra Trainingseinheiten gibt es auch nicht.

"Das einzige, was geht, sind Einzelgespräche mit Abstand und Maske", fügte Kohfeldt hinzu. Kurzes Essen an Zweiertischen sei im Hotel möglich, danach gehe es für jeden wieder zurück ins Zimmer. Eine Blase ist es zwar, doch eben keine echte Mannschaftsblase. Kein gemeinsames Zocken an der Playstation, keine Kartenspiele. Nichts, das den Teamgeist in dieser heißen Phase noch einmal zusätzlich beschwört.

Schreckmoment durch Schalkes Corona-Fälle

Doch unter der Woche hatten drei neue Corona-Fälle bei Schalke 04 gezeigt, wie zerbrechlich die gefühlte Sicherheit in der Pandemie ist. "Man hat gesehen, dass alles noch real ist", betonte Kohfeldt: "Bei Schalke hat sicher auch keiner damit gerechnet, dass es noch so kommt." Damit nimmt es der Bremer Trainer nun so hin mit der zweiteiligen Hotel-Quarantäne und hofft das Beste.

Wenn das dazu beiträgt, das wir diese für den Fußball so schwere Saison, sicher zu Ende zu bringen, dann mache ich das gerne.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt blickt auf dem Weg zum Trainingsplatz direkt in die Kamera.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Donnerstag

Nach dem Spiel am Samstag in Augsburg geht es für Werder direkt zum zweiten Teil der Quaratäne in die Sportschule in Barsinghausen. Wie entspannt die Zeit vor dem Saisonfinale gegen Gladbach wird, hängt vor allem davon ab, wie das Spiel in Augsburg ausgeht.

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Mai 2021, 19:30 Uhr