Werders Endspiel: Das spricht für Bremen – und das für Heidenheim

Werder ging als großer Favorit in das Hinspiel, doch das 0:0 ist ein gefährliches Ergebnis. Dennoch gibt es Gründe für Optimismus – allerdings auch für die Heidenheimer.

Leonardo Bittencourt grätscht Heidenheims Niklas Dorsch den Ball vom Fuß.
Im Hinspiel ging wenig bei Werder. Trotzdem ist für die Bremer um Leonardo Bittencourt im Rückspiel in Heidenheim noch alles drin. Bild: Imago | EIBNER/Sascha Walther

Das 0:0 im Hinspiel lässt Werder aber auch dem 1. FC Heidenheim im Rückspiel am Montag (20:30 Uhr) alle Chancen. Dabei hatten viele Bremer nach dem 6:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln gehofft, dass Werder bereits im Hinspiel für klare Verhältnisse sorgen kann. Daraus wurde aber nichts. Stattdessen kommt es am Montag zu einem echten Endspiel. Für die Bremer wäre der erste Abstieg aus der Bundesliga seit 40 Jahren eine echte Zäsur. Für die Heidenheimer wiederum wäre der erste Aufstieg in die Bundesliga der größte Erfolg der Klubgeschichte. Für beide Teams gibt es dabei gute Gründe, um optimistisch in das Rückspiel zu gehen.

Für Werder spricht...

...dass es kein Heimspiel im Weser-Stadion ist! Das mag paradox klingen, aber zu Hause in Bremen hatte das Team in dieser Saison die Seuche am Fuß. Nur zwei der 17 Bundesliga-Partien gewann Werder an der Weser. Schlechter war daheim nur der SC Paderborn. Wichtig aus Bremer Sicht ist zudem, dass den Heidenheimern kein Auswärtstor gelang. Ohne Gegentor blieben die Bremer im eigenen Stadion zuvor nur am 28. Spieltag beim 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Auswärts zu spielen, dürfte für Werder also ein echter Vorteil sein. Mit Siegen in Freiburg, auf Schalke und in Paderborn legten die Bremer ohnehin in fremden Stadien erst den Grundstein dafür, in der Relegation noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu bekommen.

Kevin Vogt behauptet im Zweikampf den Ball.
Nach seiner Gelbsperre steht Kevin Vogt den Bremern im Rückspiel wieder zur Verfügung. Bild: Imago | Joachim Sielski/Sielski-Press/Pool/Sielski

Personell schaut es für Coach Florian Kohfeldt zudem so gut aus wie noch nie zuvor in dieser Saison. Nur auf den gesperrten Kapitän Niklas Moisander muss er verzichten. Dafür kehrt der im Hinspiel gesperrte Kevin Vogt zurück. Er kann in der Defensive für die nötige Stabilität sorgen. Nach dem schwachen Hinspiel kann Kohfeldt also reagieren. In der Offensive könnte beispielsweise Leonardo Bittencourt für mehr Schwung sorgen. Auch der wiedergenesene Ömer Toprak könnte Kraft seiner Erfahrung in der Innenverteidigung noch helfen.

Für Heidenheim spricht...

...die Stärke im eigenen Stadion! Die Heidenheimer haben letztmals am 6. Oktober 2019 beim 2:3 gegen den VfL Bochum in der 2. Liga ein Spiel zu Hause verloren. Nach dem VfB Stuttgart waren sie die beste Heim-Mannschaft der Liga. Zuletzt besiegten sie zu Hause den Hamburger SV mit 2:1. Auch von den anderen Nordklubs in der Liga (Holstein Kiel, FC St. Pauli, Hannover 96, VfL Osnabrück) holte nicht ein einziger auch nur einen Punkt bei den Heidenheimern. Zudem stellte der FCH angesichts von 36 Gegentoren hinter Meister Arminia Bielefeld die beste Defensive der 2. Liga.

Heidenheim-Spieler bejubeln das späte Tor zum 2:1 gegen den HSV.
Kein einziger Nordklub hat in dieser Saison einen Punkt in Heidenheim geholt. Zuletzt verlor der Hamburger mit 1:2 beim FCH. Bild: Imago | Sportfoto Rudel

Auch die Rollenverteilung dürfte dem Gastgeber liegen: Heidenheim kann im Prinzip nur etwas gewinnen, Werder dagegen viel verlieren. Als Frank Schmidt im September 2007 den Trainerjob bei den Heidenheimern annahm, spielte der Klub noch in der Oberliga. Werder war damals noch Stammgast in der Champions League. Bei zunehmender Spieldauer könnte der Druck auf die Bremer also immer größer werden. Mit dem Klub abgestiegen zu sein, wäre schließlich historisch und stünde bei jedem Spieler anschließend in der Vita.

So angespannt ist Werder vor der Relegation gegen Heidenheim

Video vom 1. Juli 2020
Eine Werder Bremen Fahne, die an einem Balkon aufgespannt wurde.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit sportblitz, 5. Juli 2020, 19:30 Uhr