Auf Werder wartet die Woche der Entscheidungen

Bleibt Werder in der Bundesliga? Und wie sieht die Zukunft von Sportchef Frank Baumann und Coach Florian Kohfeldt aus? Den Bremern stehen spannende Tage bevor.

Frank Baumann steht im Weser-Stadion.
Geht er oder bleibt er? Auch die Zukunft von Sportchef Frank Baumann ist noch offen. Bild: Imago | Marvin Ibo Güngör/GES/Pool/via gumzmedia/nordphoto

Am Montagabend ist es soweit. Um 20:30 Uhr tritt Werder zum wichtigsten Spiel der zumindest jüngeren Vereinsgeschichte an. Verlieren die Bremer, war es das mit der Bundesliga. Erstmals seit 1980 würde der Klub absteigen. Für Werder wäre dies ein monumentaler Einschnitt. Falls es so kommt, müssten die Bremer ihre Trauer in der Nacht jedoch nicht in Heidenheimer Hotelbetten mit sich selbst ausmachen.

"Grundsätzlich ist es so, dass man als Spieler oder Verantwortlicher nach einem Abendspiel ohnehin nicht früh schlafen kann", erklärte Sportchef Frank Baumann am Sonntag. Der Werder-Tross fliegt deshalb nach dem Spiel noch zurück in den Norden des Landes. Mitten in der Nacht kommen alle wieder in Bremen an. Die Zeit des Abschieds ist dann aber noch nicht gekommen. Am Dienstag treffen sich alle noch einmal. Und das unabhängig davon, ob Werder dann Bundes- oder Zweitligist ist.

Wie geht es mit Kohfeldt und Baumann weiter?

Unabhängig von der Klassenzugehörigkeit soll in den Tagen nach dem Showdown in Heidenheim auch bei den Bremer Verantwortlichen so manches Treffen anstehen. Gemeinsam soll analysiert werden, warum die Bremer die Saison derart in den Sand gesetzt haben. Vor allem wird es wohl darum gehen, wie es mit Coach Florian Kohfeldt und Baumann selbst an der Weser weitergeht. "Einige Gespräche und Runden mit verschiedenen Personen und Gremien" werde es geben, kündigte Baumann an.

Wir werden relativ schnell in die Gespräche und die Analyse gehen. Ich vermute mal, dass wir mehr dazu Ende der Woche in der Öffentlichkeit sagen können.

Frank Baumann am Sonntag auf der Online-Pressekonferenz

Was wird aus Eigengewächs Bargfrede?

Klar ist, dass sich im Falle eines Abstiegs das Gesicht des Bremer Kaders erheblich ändern würde. Bei Leonardo Bittencourt, Davie Selke und Ömer Toprak würden die Kaufoptionen nicht greifen. Sie würden Werder also wieder verlassen. Der von der TSG Hoffenheim ausgeliehene Kevin Vogt wird in Heidenheim aller Voraussicht nach sein letztes Spiel im Werder-Trikot bestreiten. Das könnte auch für Fin Bartels gelten, dessen Vertrag vorerst nur für die beiden Duelle in der Relegation verlängert wurde.

Philipp Bargfrede treibt den Ball durch das Mittelfeld.
Das Rückspiel gegen Heidenheim könnte das letzte von Philipp Bargfrede im Werder-Trikot sein. Bild: Imago | gumzmedia/nordphoto/POOL

Eine Regelung, die zunächst auch für Philipp Bargfrede gilt. Nach dem Spiel am Montag besitzt auch das Bremer Eigengewächs keinen Spielervertrag mehr. Ob es für ihn bei Werder auf dem Platz weitergeht, ist offen. Mit dem 31-Jährigen wollen die Bremer sich unabhängig vom Ausgang gegen Heidenheim demnächst zusammensetzen. Gemeinsam soll beratschlagt werden, wie es dann weitergeht. Vorrang haben in der Woche der Entscheidungen an der Weser aber andere Themen.

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Autor

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit sportblitz, 5. Juli 2020, 19:30 Uhr