Friedl will nach Streik Frieden – aber wie reagieren die Werder-Fans?

Video vom 9. September 2021
Marco Friedl gestikuliert mit den Händen.
Marco Friedl wollte Werder verlassen, musste dann aber doch bleiben- Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Markus Anfang erzählte am Donnerstag eine Anekdote aus der Kabine, um zu zeigen, wie sehr Marco Friedl das Rostock-Spiel mittlerweile ärgere. Doch ist dieser noch vermittelbar?

Dass Werder am Samstag (13:30 Uhr) auswärts in Ingolstadt und nicht im Weser-Stadion spielt, ist für einen Bremer Spieler vielleicht gar nicht schlecht. Marco Friedl hatte zuletzt den Zorn der Fans auf sich gezogen, weil er vor dem letzten Spiel gegen Hansa Rostock in den Streik getreten war, um einen Wechsel zu Union Berlin zu erzwingen.

Das ging am Ende schief. Aus dem Wechsel wurde nichts. Und Werder und Friedl steckten anschließend tief in der Bredouille, denn der Spieler hat bei den Fans einen schweren Stand, nachdem er sein Team im Stich gelassen hat. Die Bremer holten daher fast alles raus, was die PR-Klaviatur hergibt, um den Fall runterzuspielen und die Fans zu besänftigen. "Er wollte dem Verein nicht schaden", sagte Sportchef Frank Baumann nach dem geplatzten Transfer. Friedl werde daher "auf gar keinen Fall verteufelt". Zugleich sei er sich sicher, dass der Österreicher wieder von den Fans akzeptiert werde, wenn er "Leistung und Engagement" zeige.

Friedl selbst musste öffentlich Kreide fressen. Unmittelbar nach dem feststehenden Verbleib erschien beim "Kicker" ein Interview mit ihm, in dem er sämtliche Plattitüden rausholte. Natürlich, so Friedl, habe er Werder "viel zu verdanken", fühle sich im Verein wohl und nein, enttäuscht über den geplatzten Wechsel nach Berlin sei er "auf gar keinen Fall". Zugleich hätte seine Entscheidung, gegen Rostock nicht spielen zu wollen, aber "ganz klar nichts mit einem Streik zu tun" gehabt. Vielmehr sei es so gewesen, dass es ihm darum gegangen sei, seiner Mannschaft "nicht zu schaden". Zum Beispiel dadurch, dass er einen Fehler gemacht hätte, weil er nicht bei der Sache gewesen wäre. Kurzum: Friedl betrieb teilweise Argumentationsakrobatik in Höchstform.

Friedls Ärger in der Kabine

Ob sein letztlich eher halbherziger Gang nach Canossa in irgendeiner Weise doch Wirkung gezeigt hat, lässt sich wohl erst beurteilen, wenn er das nächste Mal ins Weser-Stadion einläuft und die Anhänger durch Klatschen oder Pfeifen ihre Zu- oder Abneigung zum Ausdruck bringen. Dass Friedl selbst das für ihn leidige Streik-Thema schnellstmöglich beenden möchte, verdeutlichte Markus Anfang am Donnerstag bei der Pressekonferenz durch eine Anekdote aus der Kabine. In dieser, so der Werder-Coach, hing am Dienstag noch die Bremer Aufstellung für das Spiel gegen Rostock. Auf diesem Plakat, beschrieb Anfang, stünden immer sämtliche Spieler des Teams. Nicht nur diejenigen, die starten dürfen oder auf der Bank sitzen. Friedls Namen hatte Anfang jedoch nicht aufgeschrieben. Er fehlte also auf dem Plakat. Ein Anblick, der dem 23-Jährigen nun nicht mehr gefiel.

Am Dienstag kam er dann in die Kabine, hat das Plakat abgerissen und gesagt: 'Jetzt reicht's auch langsam. Ich bin wieder dabei.'

Markus Anfang sitzt auf dem Podium während der Pressekonferenz.
Werder-Coach Markus Anfang

Werders Friedl will sich wegstreiken

Video vom 29. August 2021
Marco Friedl trägt Freizeitkleidung und FFP2-Maske am Weser-Stadion.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. September 2021, 18:06 Uhr