Werder-Fans sprechen sich gegen Geisterspiele in der Bundesliga aus

Laut dem Bündnis "Fanszenen Deutschland" gehört der Profifußball derzeit "in Quarantäne". Auch eine Bremer Ultra-Gruppierung teilt diese Auffassung.

Werder-Fans im Weser-Stadion halten ihre Schals hoch.
Die Fortführung der Bundesliga in Form von Geisterspielen ist bei den Fans umstritten. Auch eine Ultra-Gruppierung von Werder hat sich jetzt gegen dieses Modell ausgesprochen. Bild: Imago | Nordphoto

Während die Deutsche Fußball Liga (DFL) das Szenario der Geisterspiele für die 1. und 2. Bundesliga weiter vorbereitet, sind die Fans in dieser Frage gespalten. Der Zusammenschluss "Fanszenen Deutschland" hat sich jetzt vehement gegen eine Fortführung der Saison ohne Zuschauer in der aktuellen Situation ausgesprochen.

"Der Profi-Fußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne", heißt es in einer über die Ultra-Gruppen der Vereine verbreiteten Erklärung. Auch die Ultra-Gruppierung "Wanderers Bremen" hat das Statement auf ihrer Homepage veröffentlicht. Kritisiert wird vor allem, dass der Fußball eine Sonderrolle für sich beanspruche. Zumal für eine Fortführung des Spielbetriebs rund 20.000 CoVid19-Tests benötigt würden.

Wenn seit Wochen über einen Mangel an CoViD19-Tests berichtet wird, ist die Idee, Fußballspieler in einer extrem hohen Taktung auf das Virus zu testen, schlicht absurd.

"Fanszenen Deutschland" in einer Stellungnahme zu möglichen Geisterspielen

Virologe hält Geisterspiele für möglich - mit großem Aufwand

Der Leipziger Virologe Uwe Liebert sieht umfassende Tests in der Bundesliga und auch eine nötige Isolation der Profis und Betreuer zumindest vor den Spielen als realistisch an. "Wenn alle in einer Art Glaskasten sitzen, und zwar getrennt voneinander, dann wäre das optimal", sagte der Leiter des Instituts für Virologie der Universität Leipzig in der "Mitteldeutschen Zeitung".

Demnach könne man mit Antikörpertests die Spieler bestimmen, die eine asymptomatische Corona-Infektion hinter sich haben und immun sind. Ein Test koste etwa 130 Euro. Testet man nur vor Partien, würde das die Clubs jeweils knapp 4.000 Euro pro Spieltag kosten.

Geisterspiele lockten bisher zu viele Fans vor die Stadien

Ein Geisterspiel hätte Werder bereits am 16. März gegen Bayer Leverkusen bestreiten sollen. Zu diesem Zeitpunkt waren Menschenansammlungen von mehr als 1.000 Leuten untersagt. Da Bremens Innensenator Ulrich Mäurer allerdings 2.000 - 3.000 Werder-Fans vor dem Weser-Stadion erwartete, sagte er die Partie vorzeitig ab. Wenige Stunde später zog auch die DFL nach und setzte den kompletten Spieltag ab. Seitdem pausiert die Bundesliga.

Bündnis der Fußballfans fordert: Keine Geisterspiele in der Bundesliga

Video vom 18. April 2020
Das Weserstadion von außen.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 17. April 2020, 18:06 Uhr