Warum sich Werder-Oldie Groß als "Anker der Balance" versteht

Vom Spätzünder zum Führungsspieler: Werder-Spieler Christian Groß

Bild: Imago | Team 2

Trotz seiner inzwischen 33 Jahre lernt der Sechser der Bremer immer noch dazu. An den Aufstieg mit Werder denkt Christian Groß aber noch nicht – zumindest noch nicht.

Mit seinen 33 Jahren ist Christian Groß der Oldie im Werder-Kader. Kein grün-weißer Spieler ist älter als der Mittelfeldmann, der bei den Bremern auf der Sechser-Position für Ordnung sorgt. Mehr noch: Groß hat momentan genauso viele Lenze auf dem Buckel wie sein Trainer Ole Werner. Für den gebürtigen Bremer macht das Alter seines Coaches aber keinen Unterschied. "Der Austausch zwischen uns ist da, aber ich würde ihn nicht als sehr intensiv, sondern als regelmäßig definieren", sagte Groß am Mittwoch in einer Medienrunde.

Mir ist es relativ egal, ob der Trainer 33, 50 oder 60 Jahre alt ist. Unser Trainer macht einen sehr guten Eindruck auf mich, er ist eine sehr autoritäre Person.

Werder-Oldie Christian Groß in einer Medienrunde

Groß spielte vor drei Jahren noch in der Regionalliga

Mit einem Altersdurchschnitt von knapp über 24 Jahren ist Werder laut dem Portal "transfermarkt.de" das zweitjüngste Team der Liga. Klar, dass sich Groß, der vor drei Jahren noch in der Regionalliga auflief, neben dem Platz als "guter Ansprechpartner für die jungen Spieler" sieht. "Auch weil ich andere Ligen gesehen habe, kann ich den jungen Spielern aufgrund meiner Erfahrung auch den ein oder anderen Tipp mitgeben", so Groß. Seine Rolle auf dem Rasen bezeichnet er hingegen als "Anker der Balance". Oder anders gesagt: "Ich bin das Verbindungsstück zwischen Defensive und Offensive."

Werder-Spieler Christian Groß spielt einen Pass.
Steht seit vier Jahren im grün-weißen Trikot auf dem Platz: Werder-Oldie Christian Groß. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dass der 33-Jährige zu Werders fleißigsten Kartensammlern zählt, bleibt bei einem defensiven Mittelfeldspieler nicht aus. In seiner Zeit als Werder-Profi ist er jedoch bereits zweimal in Partien, die einen hohen Stellenwert für die Grün-Weißen hatten, mit Gelb-Rot vom Platz geflogen: Zum einen im vorentscheidenden Bundesliga-Abstiegsduell gegen Augsburg in der vergangenen Saison, zum anderen im Hinrunden-Nordderby gegen den Hamburger SV.

"Mein Spiel ist ein aggressives Spiel", sagte Groß. "Ich gehe immer gerne drauf, aber ich habe aus den Situationen gelernt." Zu sehen gewesen sei dies unter anderem am vergangenen Spieltag gegen Dresden, als Groß sich nach seiner Verwarnung in der 26. Minute ein wenig zurücknahm. "Das würde ich schon als positive Lernkurve beschreiben", betonte der gebürtige Bremer.

Unabhängig vom Alter muss man in jeder Lebensphase dazulernen.

Werder-Oldie Christian Groß in einer Medienrunde

Werder unter Werner immer noch ohne Niederlage

Obwohl Werder unter Neu-Coach Werner noch ohne Niederlage ist und seit mittlerweile zwei Partien vom ersten Tabellenplatz grüßt, habe er sich mit einem möglichen Aufstieg noch nicht auseinandergesetzt, sagt Groß: "Das A-Wort ist nicht wirklich Thema."

Wir konzentrieren uns auf die Aufgaben, die anstehen, und müssen erst einmal unsere Hausaufgaben machen.

Werder-Oldie Christian Groß in einer Medienrunde

Die Mannschaft brauche daher auch nicht "nach links oder rechts schauen", so der 33-Jährige, sondern solle viel "lieber bei sich bleiben." Wirklich beschäftigen wolle er sich mit der "A-Frage" somit erst, wenn "der Zeitpunkt auch da ist", sagte Groß: "Und darüber werde ich mich dann auch freuen."

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. März 2022, 18:06 Uhr