Spielplan-Check: So hart wird es für Werder bis Weihnachten

Besinnliche Weihnachtszeit? Von wegen! Vor dem gemütlichen Sitzen am Tannenbaum warten auf die Bremer noch heiße Aufgaben im "Kampf gegen den Abstiegskampf".

Florian Kohfeldt hält sich die Hände vor das Gesicht.
Auf Werder warten vor Weihnachten noch einige knifflige Aufgaben. Durch Siege gegen die Konkurrenz von unten können die Bremer sich aber auch von der Abstiegsregion absetzen. Bild: Imago | Nordphoto

Nur Platz 14 nach elf Spieltagen und lediglich zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsregion: Bisher läuft die Saison so gar nicht nach dem Geschmack der Bremer. Mit dem Abstiegskampf will Werder aber auf keinen Fall etwas zu tun haben. Im "Kampf gegen den Abstiegskampf" müssen daher in der Hinrunde noch einige Siege eingefahren werden. Manche Aufgaben sind dabei knifflig, bei anderen sind drei Punkte alternativlos. Wir haben die Form der Gegner bis zum Jahresende gecheckt.

1 Die Schalker "Auswärts-Cracks" kommen (12. Spieltag, 23. November, 15:30 Uhr)

Bereits am Samstag haben die Bremer im Weser-Stadion eine harte Nuss zu knacken. Unter ihrem neuen Trainer David Wagner hat Schalke 04 sich nach der vergangenen Chaos-Saison wieder stabilisiert. Mit dem Abstiegskampf haben die Schalker dieses Mal nichts zu tun. Vielmehr schielen sie aktuell von Platz sieben auf den Europapokal. Auswärts ist der S04 sogar noch stärker. Zehn ihrer 19 Punkte holte der Klub aus dem Ruhrpott bisher in fremden Stadien. Nur beim 0:2 in Hoffenheim gingen die Gelsenkirchener als Verlierer vom Platz.

2 Gutes Timing gegen die Wölfe? (13. Spieltag, 1. Dezember, 18 Uhr)

Mit ihrem neuen Trainer Oliver Glasner legten die Wolfsburger einen perfekten Start in die neue Saison hin. Nach dem achten Spieltag lag der Werksklub noch auf Platz zwei und hatte noch kein einziges Spiel verloren. Wie bei einer Ketchup-Flasche kam dann aber alles auf einmal: Erst gerieten die "Wölfe" im DFB-Pokal beim 1:6 gegen RB Leipzig unter die Räder. Anschließend verloren sie auch gegen Borussia Dortmund (0:3), in der Europa League gegen KAA Gent (1:3) und gegen Bayer Leverkusen (0:2). In der Bundesliga sind sie nach ihrem Höhenflug bis auf Platz zehn abgerutscht.

Wolfsburger Spieler verlassen enttäuscht den Platz.
Zuletzt gingen die Wolfsburger viermal in Folge als Verlierer vom Platz. Bild: Imago | Christian Schroedter

Vor dem Werder-Spiel warten noch zwei unangenehme Aufhaben auf den VfL. Am Sonntag steht die schwierige Auswärtsaufgabe in Frankfurt an. Am Donnerstag, drei Tage vor dem Spiel gegen Werder, spielen die Wolfsburger zudem noch in der Ukraine gegen PFK Oleksandrija. Es scheint also so, als hätte Werder für das Auswärtsspiel in der Autostadt ein gutes Timing erwischt.

3 Pflichtsieg gegen Paderborn (14. Spieltag, 8. Dezember, 18 Uhr)

Die Paderborner überraschten zu Beginn der Saison zwar mit ihrem forschen Offensivfußball, haben aber längst ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. In den ersten elf Spielen holte der Aufsteiger nur vier Punkte. Einen Sieg gab es nur beim 2:0 gegen Fortuna Düsseldorf. Das ist zu wenig. Als Tabellenletzter könnten die Ostwestfalen schon ganz früh den Anschluss zu verlieren. Bereits jetzt beträgt der Abstand auf Platz 15 sechs Punkte.

Daheim im Weser-Stadion ist für Werder ein Sieg gegen die Paderborner absolute Pflicht. Ansonsten könnten die Bremer wohl kaum noch erklären, weshalb sie mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben werden.

4 Die böse Serie gegen die Bayern... (15. Spieltag, 14. Dezember, 15:30 Uhr)

Werders Bilanz gegen die Bayern sah zuletzt rabenschwarz aus. Die letzten 20 Duelle gingen für die Bremer allesamt verloren. Beim letzten Mal war es allerdings ganz knapp. Im Halbfinale des DFB-Pokals wäre Werder im April fast die Überraschung gelungen. Am Ende gab es aber doch eine knappe 2:3-Niederlage. Eine deftige Klatsche setzte es wiederum auch für die Münchner im letzten Auswärtsspiel in der Bundesliga. Mit 1:5 gingen sie im Frankfurter Waldstadion unter. Anschließend musste Trainer Niko Kovac gehen.

Bayern-Spieler jubeln nach dem Sieg gegen Dortmund mit ihren Fans
Allen Grund zum Feiern: Gegen Dortmund gewannen die Bayern glatt mit 4:0. Unter Interimstrainer Hansi Flick scheinen die Münchner wieder ins Rollen zu kommen. Bild: Imago | Laci Perenyi

Unter Hansi Flick, der mindestens bis Weihnachten Trainer bei den Bayern bleibt, läuft es deutlich besser. Erst gewann der Rekordmeister in der Champions League mit 2:0 gegen Olympiakos Piräus. Anschließend gab es in der Bundesliga für Borussia Dortmund beim 4:0 eine üble Abreibung. Wenig überraschend: Werder erwartet in München wohl wieder eine ganz schwierige Auswärtsaufgabe...

5 Sechs-Punkte-Spiel gegen Mainz? (16. Spieltag, 17. Dezember, 18:30 Uhr)

Neben den Bayern haben auch die Mainzer bereits ihren Trainer gewechselt. Wie Kovac verlor auch Sandro Schwarz nach dem vergangenen Bundesliga-Spieltag und einer 2:3-Niederlage gegen Union Berlin seinen Job. Eine Woche zuvor verloren die Rheinhessen gar 0:8 bei RB Leipzig. Aktuell liegen die Mainzer mit neun Punkten auf Platz 16. Das letzte Heimspiel der Bremer in diesem Jahr könnte also eine echte Sechs-Punkte-Partie werden.

6 Gleiches Spiel gegen den Kölner Chaos-Klub...? (17. Spieltag, 21. Dezember, 15:30 Uhr)

Achim Beierlorzer läuft im Kölner Stadion zur Trainerbank.
Fliegender Wechsel: Achim Beierlorzer trainierte am vergangenen Spieltag noch den 1. FC Köln. Am Montag stellte Mainz 05 ihn als neuen Trainer vor. Bild: Imago | RHR-Foto

Wie die Bayern und die Mainzer trennten sich auch die Kölner nach dem vergangenen Spieltag von ihrem Trainer. Nach der Last-Minute-Niederlage gegen Hoffenheim (1:2) musste Achim Beierlorzer gehen. Kurios: Beierslorzer übernahm am Montag den Trainerjob in Mainz. Die Kölner handelten sich wiederum zwei Absagen ein. Bruno Labbadia und Pal Dardai hatten kein Interesse daran, den Aufsteiger vom Rhein zu übernehmen. Zugleich musste der Klub nach dem Abgang von Armin Veh auch noch einen neuen Sportchef suchen. Am Montagabend stellte der FC Markus Gisdol als neuen Trainer und Horst Heldt als neuen Sportchef vor. Beide übernehmen keine leichte Aufgabe. Im Verein herrschte zuletzt – mal wieder – das Chaos. Auch sportlich läuft es bei den Rheinländern überhaupt nicht. Mit sieben Punkten liegt der Klub aus der Domstadt auf dem vorletzten Platz.

Fazit:

Mit dem Heimspiel gegen Schalke und der Partie bei den Bayern warten noch zwei harte Aufgaben auf Werder. Die Wolfsburger Mannschaft hat zwar mehr Qualität, aber das Spiel bei den Niedersachsen scheint für die Bremer genau zum richtigen Zeitpunkt zu kommen. Entscheidend werden die Partien gegen Paderborn, Mainz und Köln sein. Vom Abstiegskampf wollen die Bremer nichts wissen. Dann müssen sie in den direkten Duellen auch zeigen, dass sie tatsächlich besser als die Konkurrenten von unten sind – und fleißig die Punkte einfahren.

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Autor

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 18. November 2019, 23:30 Uhr