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Werder zum Saisonstart: Für immer 2. Liga, Herr Baumann?

Werders Wiederaufstieg? Baumann: "Wir können nicht in All In gehen"

Video vom 24. Juli 2021
Frank Baumann im Gespräch mit Felix Krömer
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

buten-un-binnen-Moderator Felix Krömer spricht mit Sportchef Frank Baumann über Gefühle nach dem Abstieg, Florian Kohfeldt und den Neuaufbau in Liga 2. Fünf zentrale Aussagen.

Werder befindet sich im Umbruch. Neue Liga, neuer Trainer, bald ein neuer Aufsichtsrat. Doch einer ist geblieben: Sportchef Frank Baumann. Mit Werder gewann er 2004 das Double, jetzt will er den Klub zurück in die Bundesliga führen.

Die Situation des Klubs ist allerdings schwierig. Medial hat Werder sich durch die Art und Weise der Trennungen von Florian Kohfeldt und Thomas Schaaf zuletzt schlecht verkauft. Ein neuer Aufsichtsrat könnte Frank Baumann zudem demnächst seinen Job nehmen. Darüber kann dieser sich allerdings aktuell keine Gedanken machen. Er muss sich um die Kaderplanung kümmern und Geld einnehmen. Sind Spielerverkäufe nun bedeutsamer als der Aufstieg? Seine wichtigsten Aussagen im Überblick.

1 Die Gefühle nach dem Abstieg

An die Trauer nach dem Abstieg am 22. Mai können sich alle Werder-Fans noch erinnern. Viele von ihnen machten anschließend Frank Baumann als Hauptschuldigen aus und forderten seine Ablösung. "Relativ bescheiden" sei es auch ihm damals gegangen, erzählt Frank Baumann. Schuldgefühle habe er nach dem feststehenden Gang in die 2. Liga gespürt. Einen Einblick in die Abläufe bei Werder direkt nach dem Abstieg und die Seelenwelt des Sportchefs erhalten Sie ab Minute 02:58.

2 Musste die Trennung von Florian Kohfeldt vor dem letzten Spieltag wirklich sein?

Werder hielt lange an Cheftrainer Florian Kohfeldt fest, bescherte ihm dann aber ein Kaugummi-Aus. Nach einigem Hin und Her musste Florian Kohfeldt vor dem 34. Spieltag doch noch gehen. Frank Baumann betont, dass eine Trainer-Entlassung vor dem letzten Spieltag zuvor für ihn "unvorstellbar" gewesen sei. Noch vor einem Jahr wäre der Klub mit Florian Kohfeldt auch in die 2. Liga gegangen. Was sich seitdem geändert hat und wie der Schlussspurt der Saison aus Sicht von Frank Baumann verlaufen ist, erfahren Sie ab Minute 11:44.

3 Bammel vor dem neuen Aufsichtsrat?

Nach dem Abstieg haben vier Mitglieder des Aufsichtsrats von Werder erklärt, bei der Mitgliederversammlung im September nicht erneut zur Wahl anzutreten. Das Gremium um den Vorsitzenden Marco Bode stand bei den Anhängern deutlich in der Kritik. "War es ein Kuschelkurs, den Sie gemeinsam gefahren sind?", fragt Felix Krömer. Das bestreitet Frank Baumann vehement. Sehr kontrovers sei über viele Themen diskutiert worden. Frank Baumanns Vertrag läuft nur noch bis zum Sommer 2022. Was also, falls der bald neue Aufsichtsrat nicht mit ihm weitermachen möchte? "Dann ist das so", sagt Frank Baumann. Über das Thema Aufsichtsrat wird ab Minute 26:18 gesprochen.

4 Der Knatsch mit Werder-Legende Thomas Schaaf

Thomas Schaaf sollte Werder am letzten Spieltag der vergangenen Saison noch vor dem Abstieg retten. Das misslang. Und mittlerweile arbeitet Thomas Schaaf gar nicht mehr für den Klub. Sein Job als Technischer Direktor wurde eingespart. Wie der Klub die Trennung verkündet hat, hat dem 60-Jährigen nicht geschmeckt. Viele Fans haben im Anschluss kritisiert, wie Werder mit der Klub-Legende umgegangen ist. Aufgrund der finanziellen Situation sei die Trennung nötig gewesen, betont Frank Baumann. Gerne hätte der Klub das Ende der Zusammenarbeit gemeinsam mit Thomas Schaaf verkündet. Dem habe sich dieser aber verweigert. Das unrühmliche Aus des Double-Trainers von 2004 wird ab Minute 16:36 thematisiert.

5 Transfererlöse oder der Wiederaufstieg – was ist wichtiger für Werder?

Die Lage bei den Bremern ist knifflig. Zum einen wollen sie zurück in die Bundesliga. Zum anderen müssen sie aber noch Spieler verkaufen. Ludwig Augustinsson, Joshua Sargent oder Maximilian Eggestein – sie alle könnten noch gehen. Was ist also wichtiger? Geld durch Verkäufe einnehmen? Oder die Rückkehr in die Bundesliga schaffen? Der Verein muss das Erzielen von Transfererlösen über das Ziel Wiederaufstieg stellen, betont Baumann. Bereits in der letzten Saison habe der Klub kein wirtschaftliches Risiko mehr eingehen können, sodass das sportliche Risiko nötig geworden sei. Die Existenz des Vereins stehe über allem, "All In" könne Werder im Kampf um den Aufstieg nicht gehen. Ausführlich besprochen wird der Themenkomplex des schwierigen Spagats zwischen sportlichen Ambitionen und finanziellen Notwendigkeiten ab Minute 40:54.

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Autoren

  • Felix Krömer Redakteur und Moderator und Autor
  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. Juli 2021, 19:30 Uhr