Die Mischung macht's: So geht Baumann die Werder-Kaderplanung an

Video vom 2. Juni 2021
Werder-Sportchef Frank Baumann trägt eine FFP2-Maske.
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Die Bremer sind auf Einnahmen durch Spielerverkäufe angewiesen. Für den Wiederaufstieg muss Werder aber auch Verpflichtungen tätigen – doch der Transfermarkt stagniert.

Im Vergleich zur Vorsaison wird es bei Werder in der kommenden Spielzeit viele neue Gesichter geben. Einen neuen Trainer haben die Bremer mit Markus Anfang bereits verpflichtet, nun steht der Kaderumbruch an. Mehrere Spieler sollen den Verein gegen gutes Geld verlassen, neue Akteure müssen ihren Platz einnehmen.

Doch klar ist auch: Die finanziellen Möglichkeiten der Bremer sind begrenzt. Sehr begrenzt. Mehr noch: Die Grün-Weißen müssen ihr Tafelsilber veräußern. "Wir möchten keinen Spieler unter Wert verkaufen, sind aber auf Transferüberschüsse angewiesen", sagte Werder-Sportschef Frank Baumann in einer Medienrunde am Mittwoch.

Mix aus Talenten und Erfahrung

Was für Verstärkungen der Verein braucht, darüber herrscht bei Baumann, der die Kaderzusammenstellung verantwortet, und Neu-Coach Anfang bereits Klarheit: "Wir sind uns einig, dass wir in der neuen Saison sowohl in der Alters- als auch in der Führungsstruktur eine gute Mischung brauchen", so Baumann. Soll heißen: Werder will seine Talente weiterentwickeln, ist aber auch auf Akteure angewiesen, die Erfahrung mitbringen. Im Idealfall sogar welche, die schon in der 2. Liga auf dem Platz standen und wissen, worauf es im Unterhaus ankommt.

Allerdings stagniert der Transfermarkt aktuell. Denn die Corona-Krise hinterlässt weiter ihre Spuren im Weltfußball. Viele Klubs reduzieren ihre Kaderausgaben, das Budget für Neuzugänge ist überschaubar. Was schlecht ist für Werder, da der Verein bis 30. Juni unbedingt noch Transfereinnahmen generieren muss. "Zwei, drei Wochen" werde es daher schon noch dauern, wie Baumann vermutet, bis Bewegung in den Markt kommt.

Schon Ende Juli startet Werder in die Saison

Auch der frühe Saisonstart in der 2. Liga, der bereits Ende Juli erfolgt, stellt ein Problem für die Grün-Weißen dar. Denn das Transferfenster schließt erst mehr als einen Monat später. "Man muss davon ausgehen, dass wir zum Pflichtspielstart den Kader noch nicht finalisiert haben werden", sagte Baumann.

Immerhin beschert die Mittelstandsanleihe, durch die der Verein vor kurzem rund 17 Millionen generierte, dem Verein einen gewissen Spielraum – wenngleich die Bremer mit 20 Millionen Euro kalkuliert hatten und sogar 30 Millionen Euro möglich gewesen wären. "Der Druck, unbedingt verkaufen zu müssen, ist etwas geringer geworden", so Baumann. Trotzdem müssen die Grün-Weißen kreativ sein, um angesichts ihrer schlechten Verhandlungsposition die notwendigen Einnahmen zu verzeichnen. Oder wie Baumann sagt: "So leicht ist es nicht, aber einfach kann jeder."

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. Juni 2021, 18:06 Uhr