Na, wo ist es denn? Werder sucht nach dem "bestmöglichen Gefühl"

Vor dem nächsten Abstiegs-Endspiel gegen Augsburg wollen die Bremer vor allem eins sein: positiv – auch wenn manche Parallele zum Vorjahr auf der Hand liegt.

Die Werder-Spieler laufen kurz nach dem Spiel zum Mittelkreis.
Auf ins Gefecht: Mit Augsburg treffen die Bremer auf einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt. Bild: Imago | Comsport

Abstiegs-Endspiel Nummer Eins liegt hinter Werder, zwei weitere haben die Grün-Weißen noch vor der Brust. Kurzum: Die Partie gegen Leverkusen ist abgehakt, der Fokus richtet sich nun auf das kommende Spiel gegen Abstiegs-Konkurrent Augsburg (Samstag, 15:30 Uhr).

Gen Süden reisen die Bremer mit einem torlosen Unentschieden im Gepäck. Einem Remis, das ihnen zwar gegen eines der Top-Teams der Liga gelang, sich aber nur bedingt einordnen lässt. Als Befreiungsschlag? Wohl eher nicht. Als Mutmacher? Vielleicht. Als Stopp des Negativ-Trends? Das schon. Für Clemens Fritz ist klar, worum es nun geht: "Wir müssen die positiven Dinge aus dem Spiel ziehen und positiv nach vorne blicken", sagte Werders sportlicher Leiter in einer Medienrunde am Dienstag.

Werder und Augsburg sind im Formtief

Aus guten Gründen ist das Duell in Augsburg von vielen Seiten bereits zum Sechs-Punkte-Spiel ausgerufen worden: Beide Teams stecken im Formtief und sind seit Wochen sieglos. Beide spüren den Atem der Verfolger im Nacken. Und beide treffen zum Saisonfinale auf namhafte Gegner: Augsburg auf Meister München, Werder auf Gladbach.

Werders Clemens Fritz geht lächelnd und mit den Händen in den Hosentaschen über den Trainingsplatz.
Blickt nach dem Leverkusen-Spiel positiv aufs Saisonfinale: Bremens sportlicher Leiter Clemens Fritz. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Wer also im direkten Aufeinandertreffen das Nachsehen hat, für den könnte es eng werden. Parallelen zum Vorjahr, als Werder ebenfalls einen Spieltag vor Saisonende bei damals ebenfalls abstiegsbedrohten Mainzern antrat und mit 1:3 unterlag, liegen nahe. Bei den Grün-Weißen aber möchte man von einem Déjá-vu nichts wissen. "Für uns ist das kein Thema. Wir schauen nur nach vorne", betonte Fritz. Was verständlich ist: Wer erinnert sich schon gern an den jüngsten Tiefpunkt der Vereinsgeschichte zurück?

Werder hat es selbst in der Hand

Fakt ist aber auch: Die Bremer liegen über dem Strich. Sie rennen der Konkurrenz also nicht hinterher, sondern geben – anders als im Vorjahr – im Idealfall auch am letzten Spieltag das Tempo vor. Oder wie Fritz sagt: "Wir befinden uns in einer Situation, die nicht einfach ist, aber wir haben es selbst in der Hand."

Folgt man seinen Worten, sollten sich die Werderaner ihre "Luxus-Situation" ruhig öfter vor Augen führen. Denn: "Wenn du mit Negativgedanken in ein Spiel gehst, kannst du nicht die beste Leistung abrufen", so der Werder-Ehrenkapitän. Jeder Spieler müsse sich daher "das bestmögliche Gefühl selbst holen". Und das nicht nur in den Spielen und im Training, sondern auch abseits des Platzes. Der gewonnene Leverkusen-Punkt könnte ein Anfang sein. Fritz jedenfalls ist überzeugt, dass auch die zweite Corona-Saison ein gutes Ende für Werder bereithält.

Man merkt, dass die Jungs heiß sind. Ich habe absolutes Vertrauen in den Kader und bin mir sicher, dass wir den Bock umstoßen werden.

Werders sportlicher Leiter Clemens Fritz am Dienstag

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Video vom 10. Mai 2021
Marco Rothfeld schaut in die Kamera während des Videogesprächs.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sporblitz, 11. Mai 2021, 18:06 Uhr