Werder-Boss Bode glaubt nicht an Wandel nach der Corona-Krise

Die Pandemie hat den Profi-Fußball wirtschaftlich schwer getroffen. Marco Bode bezweifelt jedoch, dass nach der Corona-Krise ein Umdenken stattfinden wird.

Marco Bode steht etwas nachdenklich vor einer der Vereinslogen im Weser-Stadion.
Werders Aufsichtsratschef Marco Bode blickt etwas skeptisch auf die Zeit nach der Corona-Krise. Bild: Imago | Christian Schroedter

Werders Aufsichtsratschef Marco Bode glaubt nicht daran, dass sich im Profi-Fußball nach der Corona-Krise von allein ein Wandel vollzieht. "An eine selbstverantwortliche, freiwillige Bereitschaft der Akteure, auf bestimmte Dinge zu verzichten, mag ich jedenfalls nicht so sehr glauben", sagte der 50-Jährige dem "Sportbuzzer". Hier seine wichtigsten Aussagen zu ...

...Werders schwierige finanzielle Situation in der Corona-Krise

Die Gewinne der vergangenen vier Jahre haben uns gutgetan. Corona bedeutet eine sehr große Herausforderung, nicht nur für Werder Bremen, sondern für die gesamte Branche. Zwar konnte das niemand voraussehen. Dennoch sollten wir alle überlegen, ob es in Zukunft nicht den einen oder anderen Hebel gibt, um auf eine solche Situation zumindest ein wenig besser vorbereitet zu sein – selbst wenn Corona hoffentlich ein singuläres Ereignis bleiben wird.

Marco Bode geht und trägt Freizeitkleidung.
Marco Bode, Werders Aufsichtsratschef

...die Hoffnung auf einen Wandel des Profi-Fußballs nach Corona

Wenn Corona ganz überwunden sein wird, befürchte ich, dass es eine Tendenz geben könnte, doch alles genauso weiterlaufen zu lassen, wie bisher. An eine selbstverantwortliche, freiwillige Bereitschaft der Akteure im Profifußball, auf bestimmte Dinge zu verzichten, mag ich jedenfalls nicht so sehr glauben. Soll sich etwas ändern, wird es notwendig sein, sich Regeln und Rahmenbedingungen, etwa in Sachen Lizenzierung oder Financial Fairplay, genau anzuschauen und zu überlegen, ob es möglich ist, hier etwas zu ändern. Diesbezüglich dürfte es hilfreich sein, dass auch Christian Seifert das so formuliert hat. Nur darauf zu warten, dass Vereine, Spieler und Berater freiwillig diesen Weg einschlagen, das wäre naiv.

Marco Bode geht und trägt Freizeitkleidung.
Marco Bode, Werders Aufsichtsratschef

...seine Überzeugung, mit Florian Kohfeldt weiterhin den richtigen Trainer zu haben

Daran hat sich nichts geändert. Wir sind nach wie vor entschlossen, diese Herausforderung auch weiterhin in dieser Konstellation anzugehen. (...) Wir haben schon in der Analyse im Winter viele Ursachen für unser Abschneiden gefunden, die nichts mit der Arbeit von Florian Kohfeldt zu tun hatten, etwa die Verletztenmisere. Für uns ist der richtige Trainer der, der die Philosophie des Klubs vertritt, der es versteht, unsere Spielphilosophie auf den Platz zu bringen und der in der Außendarstellung überzeugt. Und dass hohe Fachkompetenz die Basis ist, versteht sich von selbst. All das bringt Florian mit.

Marco Bode geht und trägt Freizeitkleidung.
Marco Bode, Werders Aufsichtsratschef

...einen Verbleib Kohfeldts auch im Fall des Abstiegs

Damit beschäftigen wir uns jetzt nicht, wir denken nur im Hier und Jetzt. Wir sind weit davon entfernt, irgendetwas geschafft zu haben, sind aber zuversichtlich, dass wir unser Ziel gemeinsam erreichen. Sollte es dennoch nicht klappen mit dem Klassenerhalt, werden wir uns nach der Saison sehr selbstkritisch alles anschauen, vom Aufsichtsrat über alle Führungspositionen bis hin zum Trainer. Aber auch dann wird es keinen Automatismus in irgendeine Richtung geben.

Marco Bode geht und trägt Freizeitkleidung.
Marco Bode, Werders Aufsichtsratschef

Werder-Chef Bode: "Werden keinen Spieler zu Geisterspielen zwingen"

Video vom 3. Mai 2020
Der Vorsitzende des Werder Bremen Aufsichtsrates Marco Bode im Sportblitz-Studio.
Falls sich ein Bremer Spieler Sorgen um die Gesundheit machen sollte und deshalb nicht spielen möchte, würde der Klub ihn nicht zwingen. Das verriet Aufsichtsratsboss Marco Bode.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Juni 2020, 19:30 Uhr