Selke bei Hertha: Das imponiert Kohfeldt an Werders Ex-Stürmer

Davie Selke ist gut drauf. Zuletzt ein Tor geschossen, eins vorbereitet. Samstag (18:30 Uhr) empfängt er in Berlin seinen Ex-Klub Bremen.

Davie Selke bejubelt ein Tor gegen Gladbach.
Gegen Borussia Mönchengladbach legte Davie Selke eine echte Gala hin. Jetzt will er am Samstag gegen seinen Ex-Klub Werder nachlegen. Bild: Imago | DeFodi

Der Tabellen-Achte Hertha empfängt am Samstag den Zehnten Werder Werder: Ein Duell auf Augenhöhe und ein Spiel um wichtige Punkte: Der Sieger rückt immer dichter an die Europa-League-Ränge heran. Dabei könnte ausgerechnet ein Ex-Bremer für Hertha groß auftrumpfen: Davie Selke – und der ist ausgerechnet jetzt in Topform. Beim deutlichen 3:0-Sieg der Berliner am vergangenen Wochenende beim Spitzenteam aus Mönchengladbach war Selke kaum zu stoppen.

Vor dem 2:0 durch Ondrej Duda düpierte er Nationalspieler Matthias Ginter auf der linken Außenbahn, ehe er schnurstracks in Richtung Tor zog und den Ball mustergültig für den Torschützen auflegte. Für das 3:0 sorgte der ehemalige Bremer dann gleich selbst per Kopf, als er sich nach einem Duda-Freistoß im Luftkampf problemlos gegen Lars Stindl durchsetzte. Zwei Szenen, die nach Auffassung von Florian Kohfeldt typisch für Selke sind.

Davie ist der Typus des körperlichen Stürmers, der den unheimlich geraden und direkten Weg zum Tor sucht. Da räumt er auch den ein oder anderen aus dem Weg. Er ist auf dem Weg zu einem kompletten Stürmer.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Kohfeldt ist ein Selke-Kenner

Kohfeldt muss es wissen, schließlich arbeitete er bei Werder als Co-Trainer in der U23 und bei den Profis mit Selke zusammen, ehe dieser 2015 zu RB Leipzig wechselte und von dort 2017 weiter in die Hauptstadt. Neben der sportlichen Qualität imponiert Werders Cheftrainer dabei dessen Mentalität auf dem Platz.

Er ist ein extrem lockerer Typ, der trotzdem diesen Wettkampfmodus hat. Das schätze ich an ihm. Dann ist ihm alles egal, dann kennt er keine Freunde und Feinde mehr. Das ist aus meiner Sicht eine sehr positive Eigenschaft.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt über Davie Selke

Fast wäre Selke nach Bremen zurückgekehrt

Florian Kohfeldt erklärt Davie Selke etwas.
Bilder aus alten Tagen: Als Davie Selke für Werder spielte, war Florian Kohfeldt noch Co-Trainer unter Viktor Skripnik. Bild: Imago | Nordphoto

Im Wettkampfmodus wird Selke auch gegen Werder sein, schließlich wollen die Berliner die Sechs-Punkte-Partie um Europa ebenfalls unbedingt für sich entscheiden. Dabei wäre es beinahe ganz anders gekommen: Nachdem der Stürmer in Leipzig nicht zurechtkam, hätte Werder ihn im Sommer 2017 gerne zurückgeholt. Auch Selke konnte sich eine Rückkehr vorstellen und schaute sich bereits Wohnungen in der Bremer Überseestadt an. Doch am Ende fiel der Transfer ins Wasser, da Werder die geforderten zehn Millionen Euro Ablöse an die Leipziger nicht aufbringen konnte.

Stattdessen hat Selke jetzt sein Glück in der Hauptstadt gefunden, klopft gar an die Tür zur Nationalmannschaft. In 19 Bundesligaspielen in dieser Saison hat er zwar erst zwei Treffer erzielt, aber acht Vorlagen gegeben. Seine Bilanz gegen Werder ist allerdings ausbaufähig: In vier Einsätzen gegen die Bremer ging er erst einmal als Sieger vom Platz, traf zudem lediglich einmal ins Tor. Kohfeldt hätte sicherlich nichts dagegen, wenn diese Statistik so bleibt – und Selke seinen Weg zum "kompletten Stürmer" erst im nächsten Hertha-Spiel gegen die Bayern fortsetzt.

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  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 15. Februar 2019, 18:06 Uhr