Kohfeldt ganz furchtlos: "Wir fahren nach München, um zu gewinnen"

Zweimal Bayern in wenigen Tagen: Werders Trainer freut sich auf das Pokal-Heimspiel kommende Woche. Doch zunächst steht die Bundesliga-Partie am Samstag in München an.

Florian Kohfeldt sitzt bei der Pressekonferenz auf dem Podium.
Gegen die Bayern will Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt sich nicht verstecken. Zugleich soll seine Mannschaft auch nicht mit wehenden Fahnen ins Verderben rennen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die ganze Stadt fiebert aktuell den beiden Spielen gegen die Bayern in der Bundesliga (Samstag, 15:30 Uhr) und im Halbfinale des DFB-Pokals (Mittwoch, 20:45 Uhr) entgegen. Schließlich surft Werder aktuell auf der Euphoriewelle und hat im Jahr 2019 noch kein einziges Spiel verloren. Die Bayern hingegen straucheln in dieser Saison scheinbar ein wenig. Geht da also etwas...?

Wenn die Werder-Fans sich einen Sieg aussuchen dürften, würden sie sich diesen wohl für die Partie im DFB-Pokal aufsparen. Das Spiel am Mittwochabend steht einfach stärker im Fokus. Flutlicht im Weser-Stadion, die Hoffnungen auf ein neues "Wunder von der Weser", dazu der große Traum vom Finale Berlin – all dies besitzt natürlich mehr Flair als der Alltag in der Bundesliga.

Ist das Duell am Samstag in München für die Bremer also nur eine lästige Pflicht, bevor dann im zweiten Spiel zu Hause die Kür erfolgen soll?

Werder hat nichts zu verschenken

Für Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt ist es natürlich nicht so. Schließlich spielen die Bremer auch in der Bundesliga eine richtig starke Runde. Aktuell liegen sie auf Rang sieben und besitzen gute Karten im Kampf um den Europapokal. "Momentan schaue ich richtig gerne auf die Tabelle", sagt Kohfeldt, "schließlich können wir auch in diesem Wettbewerb etwas erreichen, das es ganz lange nicht gab."

Nach mehr als acht Jahren will Werder zurück in das internationale Geschäft. Das Rennen um die begehrten Plätze ist allerdings heiß. Die Bremer können es sich daher nicht leisten, das Spiel in München nicht ganz so wichtig zu nehmen. Einen munteren Betriebsausflug am Osterwochenende wird es also nicht geben. Ebenso will Kohfeldt die Münchner nicht erst auf eine falsche Fährte locken, ehe er sie dann am Mittwoch überraschen kann.

Wir werden in München nicht taktieren oder etwas zurückhalten, das wir erst am Mittwoch rausholen. Kein Stück. Wir wissen um die Schwere der Aufgabe, aber wir fahren nach München, um zu gewinnen.

Florian Kohfeldt, Cheftrainer von Werder Bremen

Kohfeldt will den Bayern wehtun

Doch wie soll das gelingen? Die letzten 18 Duelle gegen die Bayern hat Werder schließlich allesamt verloren. Den Rekordmeister komplett vom eigenen Tor fernzuhalten, das wird auch am Samstag nicht funktionieren. Zumal Kohfeldt anmerkt, dass es sich bei den vermeintlich "schwächelnden Bayern" derzeit auch um einen kleinen Mythos handelt. Diese fegten jüngst schließlich erst den Tabellenzweiten Borussia Dortmund mit 5:0 aus dem Stadion. Werders Cheftrainer ist vor den beiden Duellen also als Tüftler gefragt.

Wir haben auch Waffen, um das Spiel für uns zu entscheiden und müssen nicht nur hoffen, dass alles für uns läuft. Wir werden eine klare Idee haben und wollen etwas entwickeln, das ihnen wehtun kann.

Florian Kohfeldt, Cheftrainer von Werder Bremen

Verstecken kommt nicht in Frage

Von seiner Marschroute will Kohfeldt dabei auch in München nicht abweichen. Sich hinten einigeln und nur auf Konter lauern? Nein, das kommt nicht in Frage. Zugleich will Werder nicht mit wehenden Fahnen untergehen. Der Königsweg liegt also irgendwo in der Mitte.

Es darf nicht in Naivität ausarten. Wenn wir glauben, dass wir auf Augenhöhe mit den Bayern sind, brauchen wir gar nicht erst hinfahren. Da kommt eine individuelle Klasse auf uns zu, die wir nicht haben. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns in unserem Mauseloch verkriechen.

Florian Kohfeldt, Cheftrainer von Werder Bremen

Mutig, aber nicht übermütig mitspielen wollen die Bremer also. Der Anspruch ist dabei ein ganz anderer als in den kommenden Jahren. Werder fährt nicht mehr mit dem Ziel der Schadensbegrenzung nach München, sondern rechnet sich etwas Zählbares aus. "Wenn wir es gut machen, haben wir Chancen", sagt Davy Klaassen. Und wenn nicht, können sie es am Mittwoch ja direkt besser machen.

Mehr zum Thema:

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 18. April 2019, 18:06 Uhr