Es ist angerichtet: Gnabry hat das Rezept gegen Werder

Bei Werder Bremen schaffte Serge Gnabry den Durchbruch, aber mit den Bayern will er jetzt ganz nach oben. Gefühlsduselig wird er da vor dem Doppel-Duell sicher nicht.

Serge Gnabry beim Verlassen des Bayern-Busses mit roter Vereinsjacke und Kapuze auf dem Kopf.
Serge Gnabry in Rot statt Grün-Weiß: In seiner ersten Bundesliga-Saison 2016/17 erzielte Gnabry auf Anhieb elf Tore für Werder – jetzt spielt er bei Bayern München. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Serge Gnabry hat einen Tick. Einen künstlerisch wertvollen Tick sogar, denn er feiert seine Tore stets mit einer Koch-Pantomine. Allerdings ist das keine Eigen-Kreation, sondern er hat sich das Rühren im imaginären Topf beim US-Basketballer James Harden von den Houston Rockets abgeschaut.

Und hungrig blieb in den vergangenen Wochen keiner von Gnabrys Fans zurück, denn in vier seiner letzten fünf Bundesliga-Spiele für Bayern München gelangen ihm je ein Tor und Assist – meist dazu noch hübsch angerichtet. Mit neun Toren und acht Assists hat Gnabry in seiner ersten Saison bei den Bayern bereits seinen persönlichen Rekord geknackt (zehn Treffer und sieben Assists für Hoffenheim). Die meisten Tore erzielte Gnabry jedoch vor drei Jahren in seiner ersten Bundesliga-Saison – für Werder Bremen. Elf Mal netzte der damals 21-Jährige für die Grün-Weißen ein, die er nach einem Jahr wieder verließ. Als Leihspieler der Bayern in Hoffenheim.

"Habe Werder Bremen sehr lieb gewonnen"

Die Bayern-Spieler Gnabry und Alaba feiern den Treffer mit pantomimischem Rühren in einem imaginären Kochtopf.
Rühren, würzen, umrühren: Gnabry (links) zelebriert mit Alaba kulinarisch seinen Treffer gegen Dortmund. Bild: Imago | Ulmer

Doch in Bremen schaffte Gnabry den Durchbruch, wurde zum Nationalspieler. "Ich habe den Verein Werder Bremen wirklich sehr lieb gewonnen in meiner Zeit dort", erzählte Gnabry nun vor dem doppelten Duell zwischen Bayern München und Werder Bremen gegenüber "DFB.de": "Ich hatte ein super Jahr und habe noch viele Freunde dort. Ich freue mich auf das Wiedersehen und werde die ganze Atmosphäre in diesem tollen Stadion mit der tollen Stimmung dort so richtig schön aufsaugen."

Genuss ja, Mitleid mit seinen alten Teamkollegen nein. Das hatte Gnabry schon im Hinspiel gegen Werder im Dezember unmissverständlich bewiesen, mit seinem Doppelpack beim 2:1-Sieg. Und zunächst geht es ja im Liga-Duell am Samstagnachmittag in der heimischen Münchner Arena zur Sache. Doch das Pokalspiel in Bremen ist Gnabry fast noch wichtiger, "das ist ein ganz besonderes Highlight für mich". Dass Werder zuletzt ein wenig den Pokal-Schreck mimte, hat er aufmerksam verfolgt. Und einerseits freut es Gnabry, dass die Bremer derzeit so gut dastehen. Dennoch glaubt er nicht an die nächste grün-weiße Pokal-Überraschung.

Wir wissen, dass Pokalspiele immer ganz anders als geplant laufen können und wir mit Werder Bremen einem aktuell sehr, sehr starken Gegner gegenüberstehen werden. Aber wenn wir so spielen wie in den vergangenen zwei, drei Wochen, dann sind wir stark genug, um Werder zu schlagen und ins Finale einzuziehen.

Bayern-Profi Serge Gnabry im Interview mit "DFB.de"

Es ist also angerichtet für Serge Gnabry. Der Kampf um den Meistertitel und das Pokalfinale stehen gegen Werder Bremen auf dem Spiel. Und bei aller Liebe für den alten Verein dürfte der 23-Jährige hoffen, dass ihm die Bremer seine Suppe nicht ordentlich versalzen.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 13. April 2019, 18:06 Uhr