Werder: Erstmal genießen, dann Bayern in den Griff kriegen

Mit dem schweren Sieg gegen Freiburg hat Werder seine Pflicht im Wettbewerb um die Europapokal-Plätze getan. Jetzt kommt die Kür: der FC Bayern München im Doppelpack.

Werder Bremens Sebastian Langkamp mit Bayerns Kingsley Coman im Duell um einen anfliegenden Ball.
Sebastian Langkamp im Duell mit Bayerns Kingsley Coman. Bild: Imago | Laci Perenyi

Es war die 86. Minute im Weser-Stadion, Theodor Gebre Selassie hatte kurz zuvor per Kopf die 2:0-Führung (84.) gegen Freiburg erzielt, als die Zuschauer einen Klassiker anstimmten: "Zieht den Bayern die Lederhosen aus!", schallte es über den Rasen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, lautet die alte Fußballweisheit von Sepp Herberger. Die Zuschauer gingen mit ihren Gesängen noch einen Schritt weiter: Noch während des Freiburg-Spiels drehten sich ihre Gedanken schon um die beiden Spiele gegen den FC Bayern München (Samstag um15:30 Uhr in München und am Mittwoch, 24. April, 20:30 Uhr in Bremen).

Ab Dienstag geht's um Bayern

Die Akteure bei Werder sind noch nicht ganz so weit. Bayern spielte und spielt in den Köpfen der Spieler bisher kaum eine Rolle. Denn der Sieg gegen Freiburg war ein wichtiger – und ein schweres Stück Arbeit, über das sie sich erstmal ein wenig freuen wollen.

Bayern war mal Thema nach der Auslosung. Dann war’s aber auch wieder vorbei. Jetzt können wir heute und morgen den Sieg genießen und ab Dienstag dann: Bayern.

Werder-Mittelfeldmann Maximilian Eggestein
Werder-Spieler halten im Jahr 2004 in München eine Imitation der Meisterschale in die Luft
Meister 2004 in München: Diese erfolgreichen Werder-Zeiten sind vorbei. Aber Werder fährt auch nicht mehr als Abstiegskandidat nach München. Bild: Imago

Also erst ab Dienstag voller Fokus auf Bayern. Bremen gegen München, das waren lange große Spiele, geprägt von Rivalität und Konkurrenzkampf. In Bremen unvergessen die Meisterschaft 2004, die Bremen mit einem 3:1-Auswärtssieg in München perfekt machte. Doch die große Brisanz ist längst nicht mehr da, wenn die beiden aufeinander treffen. Werder ist seit Jahren nicht mehr auf Augenhöhe mit dem Branchenprimus von der Isar. Aber bei Bremen nehmen die Akteure im Gegensatz zur jüngeren Vergangenheit eine positivere Stimmung vor dem Duell war.

Das Gefühl, was wir vier, fünf Jahren hatten, wenn wir nach München gefahren sind, ist jetzt komplett anders.

Werders Flügelspieler Theodor Gebre Selassie

Mit Mumm nach München

Die Meinung seines Spielers Gebre Selassie teilt auch Kohfeldt. "Du hast jetzt nicht das Messer am Hals", sagte er im Gespräch nach der Freiburg-Partie zum Auswärtsspiel in München. Denn die Tabellensituation sei eine ganz andere als in den Jahren zuvor. Die letzten Male, sei man "in der Regel zwischen Platz 14 und 18" gewesen. Auch eine Begegnung am ersten Spieltag war "nicht so gut". Damals gab es zum Saisonauftakt eine 0:6-Packung in der Allianz-Arena. Jetzt fährt Werder mit viel Selbstbewusstsein und Mut nach München. Und Mut, dass betonte Kohfeldt, brauche man in München. Er fühle aber, dass die "Jungs mutig sind".

Das Pokalspiel stellt Kohfeldt erstmal hinten an. Der Coach will sich jetzt noch nicht zu sehr damit beschäftigen. Er werde in der kommenden Woche auch kein Wort mehr darüber verlieren, verriet aber, dass er dem Halbfinale entgegenfiebere.

Mittwochabend, hier im Weser-Stadion: Ich freue mich wie ein kleines Kind. Weil das so ein schönes Spiel ist. Ich will einfach, dass wir das genießen auf der einen Seite. Und dass auch vielleicht das ganze Stadion, ein Stück weit auch die Stadt das genießt.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Fehlen wird Werder am Samstag mit großer Wahrscheinlichkeit Philipp Bargfrede, dessen Verletzung am Oberschenkel sich nach einem Training mit starker Belastung in der Woche wieder verschlechtert hat. Bei Torwart Jiri Pavlenka ist noch keine medizinisch gesicherte Prognose, Trainer Kohfeldt geht davon aus, dass der Tscheche gegen Bayern auf dem Platz stehen wird.

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 14. April 2019, 19:30 Uhr