Baumann mit Seitenhieb gegen Innensenator Mäurer

Werder Bremen bereitet sich darauf vor, künftig die Mehrkosten für Hochrisikospiele tragen zu müssen. Sportchef Frank Baumann übt Kritik an Bremens Politik.

Baumann schaut nachdenklich mit der Hand am Mund während einer Pressekonferenz.
Sportchef Frank Baumann ist dagegen, dass Werder Bremen die Mehrkosten tragen muss – die Rücklagen für den Fall der Fälle muss er trotzdem bilden. Bild: Imago | Nordphoto

Bald könnte es soweit sein, dann müsste Werder Bremen die polizeilichen Mehrkosten für sogenannte Hochrisikospiele in der Bundesliga mittragen. Dafür hat der Verein in seiner Bilanz eine Rückstellung von einer Million Euro gebildet. "Wir sind damit natürlich nicht sehr glücklich. Es gibt aber auch eine bilanztechnische Verpflichtung, die wir eingehen müssen, wenn finanzielle Risiken in der Zukunft auftreten können", bestätigte Sportchef Frank Baumann am Freitag.

Hintergrund der Rückstellung ist ein Rechtsstreit zwischen dem Land Bremen und der Deutschen Fußball Liga (DFL), der wahrscheinlich 2019 vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig fortgesetzt wird. Bremen möchte erreichen, dass sich der Profifußball an den Kosten beteiligt, die jedes Mal entstehen, wenn bei besonders brisanten Spielen wie Werder gegen den Hamburger SV mehr Polizisten eingesetzt werden müssen als sonst üblich. Deshalb schickt das Land der DFL seit 2015 regelmäßig entsprechende Gebührenbescheide, die nach den Hochrisikospielen anfallen.

Baumann sieht Kosten als staatliche Aufgabe

Die DFL klagte dagegen vor dem Verwaltungsgericht Bremen und bekam in erster Instanz auch Recht. Das Oberverwaltungsgericht erklärte die Gebührenforderungen des Bundeslandes in einer Berufungsverhandlung im Februar dieses Jahres jedoch für rechtens. Da beide bei Bundesliga-Spielen als Veranstalter auftreten, sei man sich innerhalb des Vereins auch sicher, im Falle einer endgültigen gerichtlichen Niederlage der DFL ebenfalls an den Mehrkosten für Polizeieinsätze beteiligt zu werden.

Es ist vom Innensenator naiv, zu denken, dass wir davon nicht betroffen sind. Wir gehen aber davon aus, dass der Prozess zu unseren Gunsten ausgehen wird. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass sogenannte Risikospiele eine staatliche Aufgabe sind und vom Staat finanziert werden sollen.

Sportchef Frank Baumann

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 23. November 2018, 18:06 Uhr

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