Interview

Werder-Sportchef Baumann: "Im Tor haben wir ein Luxusproblem"

Audio vom 12. September 2021
Werder-Sportchef Frank Baumann fasst sich vor dem Spiel in Karlsruhe nachdenklich an den Nacken.
Bild: Imago | Sportfoto Rudel
Bild: Imago | Sportfoto Rudel

Nach den zwei Siegen in Folge schaut Frank Baumann optimistisch aufs Nordderby. Auch der Wechsel im Tor habe keine Unruhe gebracht, so der Sportchef bei Bremen Eins.

Vor kurzem hallten noch "Baumann-raus"-Rufe durchs Weser-Stadion, Werders holpriger Saisonstart und dazu die unruhigen Wochen vor dem Transferende. Doch nun stehen die Bremer nach den Siegen gegen Hansa Rostock und Ingolstadt kurzfristig auf Rang drei der Tabelle.

Herr Baumann, wie fühlen Sie sich nach dem turbulenten letzten Wochen?
Wir fühlen uns natürlich wohl, dass wir die letzten beiden Spiele gewonnen haben und in der Tabelle nach vorne rutschen konnten.
In Ingolstadt fehlte einer, den man eigentlich im Werder-Tor erwartet hatte: Jiri Pavlenka. Wie hat Pavlenka reagiert, dass nun Michael Zetterer die Nummer eins ist?
Er war natürlich nicht begeistert. Es ist ja klar, dass er lieber im Tor stehen würde. Aber er hat das trotzdem professionell aufgenommen. Es ist eben so, dass wir auf vielen Positionen Konkurrenzkampf haben. Wir leben ja schließlich auch in einer Leistungsgesellschaft.

Zetterer hat das in den letzten Wochen sehr gut gemacht, hat sozusagen von der Verletzung von 'Pavlas' profitiert. Trotzdem muss sich auch Zetterer immer wieder beweisen. Wir sind mit seiner Entwicklung sehr zufrieden und man kann auf dieser Position schon von einem Luxusproblem sprechen.
Gegen Rostock und nun gegen Ingolstadt waren besonders die Neuzugänge Mitchell Weiser und Marvin Ducksch direkt auffällig.
Ich glaube, sie haben angedeutet, dass sie Qualität mitbringen. Obwohl sie gar nicht so lange mit der Mannschaft trainieren konnten, hat man gesehen, dass sie sich sehr schnell eingefügt haben. Das lässt natürlich für die Zukunft hoffen.
Wie kam das?
Man muss sagen, dass sie von den alten Spielern sehr gut aufgenommen und integriert wurden. Ich hoffe, dass wir uns jetzt als Mannschaft finden, nachdem die Vorbereitung durch die vielen Wechsel doch sehr unruhig war. Einige Neuzugänge kamen zu Beginn der Vorbereitung, dann gab es immer wieder Abgänge, was in der Mannschaft natürlich gewisse Prozesse auslöst.

Insofern sind wir froh, dass sie Transferphase jetzt zu Ende ist, der Kader jetzt steht und wir uns als Mannschaft finden können. Dass die Automatismen auf dem Platz greifen, wir aber auch außerhalb des Platzes zueinander finden.
Zusammenhalt ist auch beim Nordderby gegen den Hamburger SV am kommenden Samstagabend gefragt. Wie groß ist die Vorfreude?
Ja, man merkt es natürlich, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Man wird überall darauf angesprochen. Bremen und Hamburg freuen sich, aber auch ganz Fußball-Deutschland freut sich auf dieses Duell, das ja leider längere Zeit nicht stattgefunden hat. Zwar in der 2. Liga, aber für uns hat es an Brisanz nichts verloren. Trotzdem geht es in Anführungszeichen "nur" um drei Punkte. Aber wir wollen alles dafür tun, damit diese Punkte im Weser-Stadion bleiben.

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Autor

  • Olaf Rathje Moderator

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 12. September 2021, 13:12 Uhr