Werders Baumann: "Hätten ohne Pandemie ein positives Ergebnis erzielt"

Werder rutscht durch Corona in die roten Zahlen. Jedoch widersprechen die Grün-Weißen der Darstellung, dass der Verein auch ohne Pandemie "ein dickes Minus" erzielt hätte.

Frank Baumann blickt skeptisch.
Keine einfachen Zeiten für Werder-Geschäftsführer Frank Baumann und Co. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dass Werder mit den finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie ordentlich zu kämpfen hat, daraus hat der Verein nie einen Hehl gemacht. Wie genau sich der Aderlass in Zahlen niederschlägt, war jedoch bislang noch nicht bekannt. Nun meldete die "Bild-Zeitung", dass die Bremer für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von 23,71 Millionen Euro verzeichneten – ein "Rekord-Minus" für die Grün-Weißen. Der Umsatz sei demnach um mehr als 40 Millionen Euro eingebrochen, die Rücklagen seien aufgebraucht.

Werder wollte die Zahlen zwar nicht kommentieren. Doch in der Pressekonferenz am Donnerstag erklärte Geschäftsführer Frank Baumann: "Fakt ist, dass wir sowohl was die abgelaufene als auch die aktuelle Saison betrifft, schlechte Zahlen präsentieren werden." Bekanntgeben will der Verein diese aber erst im Vorfeld der Mitgliederversammlung im Frühjahr.

Acht Heimspiele in Folge ohne Zuschauer

Baumann betonte, dass die finanziellen Folgen der Pandemie sich sehr schnell in den Bilanzen niederschlagen würden. So mache dem Klub unter anderem weiter sehr zu schaffen, dass die Heimspiele im Weser-Stadion immer noch ohne Publikum ausgetragen werden. Während in der vergangenen Spielzeit nur sechs Bundesliga-Partien betroffen waren, sind es nun bereits acht. Und beim ersten Heimspiel gegen Hertha waren nur wenige tausend Zuschauer zugelassen. Ein Ende der Geisterspiele liegt aktuell noch in weiter Ferne.

Leere Sitzreihen des Bremer Weser-Stadions.
Die leeren Ränge im Weser-Stadion machen Werder mit jedem Bundesliga-Heimspiel mehr zu schaffen. Bild: Radio Bremen

Jedoch hätte Werder laut "Bild-Zeitung" selbst ohne Corona-Auswirkungen "ein dickes Minus" erzielt. Baumann widersprach dieser Darstellung: "Fakt ist, dass wir ohne die Pandemie ein positives Ergebnis erzielt hätten." Dabei ginge es nicht um die deutlich geringeren Einnahmen, sondern um die coronabedingte Verlängerung der vergangenen Saison in den Sommer. Denn dadurch verschob sich auch die Transferphase. "Das hat verhindert, dass die Transfereinnahmen, die wir im Sommer erzielt haben, in das alte Geschäftsjahr gepackt wurden", so Baumann.

Auch Dortmund meldet hohe Verluste

Aus diesem Grund sei das Pandemie-Minus bei den Grün-Weißen deutlich höher ausgefallen, als es im Grunde genommen sei. Schließlich endet das Geschäftsjahr immer am 30. Juni. Werders lukrativster Transfer – der angeblich elf Millionen Euro teure Wechsel von Davy Klaassen zu Ajax Amsterdam – ging jedoch erst im Oktober über die Bühne. Die daraus einhergehenden Einnahmen finden sich also erst in der laufenden Bilanz wieder und nicht in der aus dem Vorjahr.

Mit solchen Negativ-Zahlen steht Werder aber nicht allein da. Vizemeister Borussia Dortmund etwa hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass der Klub in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2020/21 Verluste in Höhe von 26,3 Millionen Euro verzeichnet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatten die Dortmunder noch ein Plus von drei Millionen Euro erwirtschaftet. "Wenn man unser Minus mit anderen Bundesliga-Standorten vergleicht, befinden wir uns in einer ähnlichen Größenordnung", erklärte Baumann.

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Video vom 10. Februar 2021
Spieler von Werder Bremen aus dem Jahre 1996 bei einem Gruppenfoto im Schnee.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 11. Februar 2021, 18:06 Uhr