Bauer glaubt an Erfolg in Berlin

Keine Zähler, keine Tore, Tabellenletzter: Für Robert Bauer kein Grund zum Schwarzsehen. Der Verteidiger ist überzeugt, dass Werder in Berlin punkten kann.

Die aktuelle Bundesliga-Tabelle stellt sich aus Bremer Sicht bedrückend da. Nach zwei Niederlagen und ohne eigenen Torerfolg trägt Werder die rote Laterne. Und dass aufgrund der Länderspielpause schon seit zehn Tagen. Ein Umstand, den Werder-Verteidiger Robert Bauer gut ausblenden kann. "Wenn ich ehrlich bin, habe ich jetzt die Tage – oder seit Saisonbeginn – nie auf die Tabelle geschaut", so Bauer. "Nach zwei Spieltagen gibt es noch nicht so viel zu sehen."

Es macht keinen Sinn, negative Gedanken zu haben. Man geht dann auch ganz anders ins Spiel. Ich finde, dass einen immer die Lust am Gewinnen antreiben sollte und nicht die Furcht, dass man dort verliert.

Robert Bauer

Dass Werders Auftakt-Programm mit 1899 Hoffenheim und Bayern München kein leichtes war, ist hinlänglich besprochen worden. Trotz ordentlicher Leistung stehen die Bremer dennoch nach zwei Spieltagen ohne Zähler da. Bauer sieht das gelassen. "Wir haben die ersten zwei Spiele gegen Hoffenheim und Bayern verloren und da kein Tor geschossen. Wäre das während der Saison gewesen, hätte niemand etwas gesagt."

Momentaufnahme

Werders derzeitige Situation betrachtet Bauer also eher als Momentaufnahme, ohne allzu viel Aussagekraft. Der Verteidiger konzentriert sich lieber auf die positiven Aspekte. Da wären zum einen die Nationalspieler, die zurückgekehrt sind.

Einige von ihnen, ganz besonders gestärkt, wie Thomas Delaney mit seinem dreifachen Torerfolg für Dänemark im Spiel gegen Armenien oder auch die Eggestein-Brüder, die mit der U21 erfolgreich in die EM-Qualifikation gestartet sind. Maxi Eggestein erzielte dabei sogar den Siegtreffer zum 1:0 gegen Kosovo. "Das hilft uns auch als Team, wenn die mit so positiven Erfahrungen aus der Länderspielpause zurückkommen", sagt Bauer.

Gute Erinnerungen an Berlin

Zum anderen ist Bauer von der Qualität des Teams überzeugt. Nach der Torflaute in den ersten Spielen ist Bauer zuversichtlich, dass die Mannschaft in Berlin mutiger nach vorne agieren wird. Daran, dass bald Bremer Treffer fallen, hat er keine Zweifel: "Wir haben letztes Jahr in der Phase, in der wir elf Spiele nicht verloren haben, mit denselben Stürmern gespielt wie jetzt."

Überhaupt blickt Bauer positiv auf die nächste Aufgabe. Zumal die Bremer gute Erinnerungen an Berlin haben. Seit sieben Spielen ist Werder gegen Hertha ungeschlagen. Dazu der 1:0-Auswärtserfolg vom vergangenen Dezember – Werders erstem "Zu-Null-Sieg" der Saison. "Es hilft, dass man weiß, dass man da was holen kann."

Verständnis für Pizarro

Dass sich sein ehemaliger Team-Kollege Claudio Pizarro enttäuscht über seinen Abschied bei Werder gezeigt hat, stößt bei Bauer auf Verständnis. "Wir wussten ja, dass er noch ein Jahr weiter spielen wollte und wie wichtig ihm Werder war." Weiter sagte Bauer über Pizarro: "Er ist ein Musterprofi. Er hat den jungen Spielern auch eine Richtung gezeigt, wie es ist, wenn man in dem Alter noch Fußball spielt. Er war ein Vorbild. Das fehlt ein Stück weit. Aber ich glaube, wir haben das als Team ganz gut aufgefangen."

  • Silke Boos

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 6. September 2017, 18:06 Uhr