Bartels und der Wettlauf gegen die Zeit

Vor sieben Monaten riss bei Fin Bartels die Achillessehne, seither ist er in der Reha. Wann Werders Offensiv-Wirbler wieder spielen kann, ist weiterhin ungewiss.

Fin Bartels kickt auf dem Trainingsplatz einen Ball in die Luft.
In der vergangenen Saison brachte es Fin Bartels in den 14 Einsätzen bis zu seiner Verletzung auf zwei Tore und drei Assists. Bild: Imago | Nordphoto

Fin Bartels war deutlich anzusehen, wie lange er auf diesen Moment gewartet hatte. Vor fast genau sieben Monaten riss ihm im Spiel gegen Dortmund die linke Achillessehne, seither schuftet der 31-Jährige hauptsächlich drinnen, im Kraftraum. Am Mittwoch aber durfte Bartels zum ersten Mal nach draußen, rauf auf den Rasen des Trainingsplatzes und ran an den Fußball. Endlich wieder den Ball am Fuß, Bartels strahlte bis über beide Ohren.

Der kleine Kick an der frischen Luft ist derzeit aber nicht mehr als ein Stimmungsaufheller für ihn. Bartels lebt weiter in der Schwebe zwischen Hoffen und Bangen, denn noch immer ist unklar, wann er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, geschweige denn ein Pflichtspiel bestreiten kann.

Ich arbeite dafür, dass ich so schnell wie möglich endlich wieder Fußball spielen kann. Am liebsten wäre ich zum Saisonbeginn wieder dabei, aber das kann ich jetzt noch nicht sagen – ich kann es mir nur wünschen.

Fin Bartels bei "werder.de"

Viel neue Konkurrenz auf Bartels' Position

Sieben lange Monate Reha und Bartels muss sich immer noch gedulden. "Ich würde lügen, zu behaupten, dass es für mich leicht wäre", sagte Bartels der "Bild"-Zeitung: "Manchmal denke ich, es geht aufwärts und prompt habe ich am nächsten Tag wieder Schmerzen. Das ist schon schwierig und auch mal frustrierend." Und seine Situation könnte in den kommenden Monaten noch frustrierender werden, denn die Ausgangslage bei Werder hat sich seit seiner Verletzung verändert. Mit Milot Rashica, Yuya Osako und Martin Harnik wurden drei weitere Offensivkräfte verpflichtet, die Bartels den Kampf um einen Stammplatz nicht erleichtern werden.

Bartels und Kruse lachen am Rande des Trainings.
Das dynamische Duo: Kruse (links) und Bartels verstehen sich auf und abseits des Platzes richtig gut. Bild: Andreas Gumz

"Es sind viele Neue dazu gekommen. Nach vier Jahren bin ich hier zwar ein gestandener Spieler, aber die Vergangenheit zählt nicht", sagte er der "Bild"-Zeitung. Bevor ihn die Verletzung ausbremste, wurde Bartels an der Seite von Max Kruse noch als Werders kongeniales Sturmduo gefeiert. Jetzt muss er sich ganz neu beweisen und kann dabei noch gar nicht abschätzen, wann er wieder wettkampfbereit ist. Dass er am ersten Spieltag Ende August gegen Hannover 96 in der Startelf stehen wird, ist auch für Bartels selbst schwer zu glauben. "Beim Achillessehnenriss geht es oft Richtung acht und neun Monate Pause. Von daher bin ich im Plan", macht sich Bartels Mut. Doch vorerst wird sie weitergehen, die Schufterei alleine im Kraftraum und die Warterei auf sein Comeback.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 5. Juli 2018, 18:06 Uhr