Werder-Trio ohne Vertrag: Was wird aus Bargfrede und Co.?

Aktuell sind Philipp Bargfrede, Sebastian Langkamp und Fin Bartels keine Werder-Spieler mehr. Möglicherweise aber gibt der Verein dem ein oder anderen Oldie einen neuen Kontrakt.

Fin Bartels, Philipp Bargfrede und Sebastian Langkamp (Montage)
In der vergangenen Saison standen Werders Fin Bartels, Philipp Bargfrede und Sebastian Langkamp (von links nach rechts) nur selten auf dem Platz. Bild: gumzmedia/nordphoto/POOL | Andreas Gumz

Seit mehr als 4.000 Tagen gehört Philipp Bargfrede zur Werder-Familie – womit er mit Abstand dienstältester Spieler im Kader der Bremer ist. In der vergangenen Saison stand der gebürtige Zevener jedoch nur selten auf dem Platz. Zum einen, weil er sich – wie so häufig in seiner Karriere – mit Verletzungen herumplagte, zum anderen, weil ihm andere Spieler vorgezogen wurden. So wie zuletzt im Relegations-Rückspiel gegen Heidenheim, als der zuvor gesperrte Kevin Vogt für ihn in die Startformation rückte. Möglich, dass das Relegations-Hinspiel, in dem Bargfrede nach 65 Minuten ausgewechselt wurde, seine letzte Partie im Dress der Grün-Weißen war. Denn Stand jetzt ist der Mittelfeldmann kein Werder-Spieler mehr – gleiches gilt für die aktuell ebenfalls vertragslosen Fin Bartels und Sebastian Langkamp.

Die drei Oldies – mit 31 Jahren ist Bargfrede der Jüngste des Trios – befinden sich in Wartestellung. Werders Geschäftsführer Frank Baumann hat nach übereinstimmenden Berichten Bremer Medien immerhin angekündigt, mit ihnen Gespräche führen zu wollen. Wann diese erfolgen und welchen Ausgang sie haben werden, ist unklar. So wie vieles im Kader der Bremen noch ungewiss ist, etwa ob noch Verstärkungen geholt werden und welche Stammspieler wechseln, damit Werder Geld in die Kasse bekommt. Fakt ist aber auch: Der Verein sollte sich nicht zu lange Zeit lassen, denn auch die Spieler, die womöglich vor ihrem letzten großen Vertrag stehen, wollen Planungssicherheit – zumal bei dem ein oder anderen die Gerüchteküche bereits brodelt.

Bargfrede: Einmal Werder, immer Werder

Philipp Bargfrede lächelt in die Kamera.
Werder-Urgestein Philipp Bargfrede steht seit elf Bundesliga-Spielzeiten für die Bremer auf dem Platz. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

In der abgelaufenen Bundesliga-Saison – seiner elften, seit Bargfrede bei Werder ist – kam der 31-Jährige auf 16 Einsätze. In zehn Partien stand er in der Startformation, in keiner spielte er durch. Seine Leistungen: bestenfalls durchwachsen. Rein sportlich betrachtet sammelte er nur wenige Argumente für einen neuen Vertrag. Allerdings haben mit Kevin Vogt und Nuri Sahin schon zwei defensive Mittelfeldspieler den Verein verlassen. Wenn auch noch Bargfrede wechseln würde, müsste Werder auf seiner Position ordentlich nachrüsten. Fraglich, ob dafür genügend Geld vorhanden ist.

Bargfrede selbst hat jedenfalls betont, dass er seine Karriere trotz seiner Verletzungsanfälligkeit fortsetzen will. Der Anschlussvertrag, der nach seiner Laufbahn greift und ihm eine Beschäftigung im Werder-Stab beschert, soll nach Bargfredes Plan also erst später in Kraft treten. Denkbar wäre es, dass Werder seinem Eigengewächs einen eher leistungsbezogenen Spielervertrag anbietet. In dem Fall wäre das Risiko auf Vereinsseite gering und die Motivation bei Bargfrede entsprechend hoch, sich beweisen zu wollen.

Bartels ist bei Kiel im Gespräch

Fin Bartels trägt ein Trainnigsleibchen und fährt sich mit der rechten Hand durch die Haare.
Spielt seit sechs Jahren für Werder: Fin Bartels. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Vor der Saison 2014/15 wechselte Fin Bartels vom FC St. Pauli zu den Bremern. Mit seinen Dribblings und Flügelläufen rannte er sich schnell in die Herzen der Werder-Fans, glänzte sowohl als Torschütze als auch als Vorbereiter. Vor knapp drei Jahren riss er sich jedoch die Achillessehne und fasste seither nie wieder richtig Fuß. In der abgelaufenen Spielzeit sprintete er zwar in 16 Partien über den Rasen, lief jedoch nur einmal von Beginn an auf. In Erinnerung blieb vor allem seine Vorlage zum 2:1-Treffer von Ludwig Augustinsson im Relegations-Rückspiel, mit dem Werder den Klassenerhalt eintütete.

Nach Informationen des "Kicker" plant sein Ex-Verein Holstein Kiel, den 33-Jährigen zurückzuholen. Für den Wechsel spricht, dass Bartels bei dem Zweitligisten sicher mehr Spielzeit als bei den Bremen bekäme. Zumal Werder zumindest quantitativ in der Offensive gut aufgestellt ist. Allerdings hat Werder-Trainer Florian Kohfeldt im Laufe der Saison immer wieder betont, was für eine hohe Wertschätzung Bartels bei ihm genießt. Der Flügelstürmer dankte ihm seine Joker-Einsätze mit hohem Engagement. Möglich, dass die Grün-Weißen ihm einen neuen Kontrakt anbieten, die Höhe des Gehalts sich aber vor allem nach der Anzahl der Einsätze bemisst.

Sebastian Langkamp

Sebastian Langkamp lacht.
Seit seinem Wechsel zu Werder im Januar 2018 kam Sebastian Langkamp in 35 Bundesliga-Spielen für die Grün-Weißen zum Einsatz. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

Als Backup-Spieler ist Sebastian Langkamp vor zwei Jahren von Hertha BSC Berlin nach Bremen gewechselt. Über mehr als die Rolle des Ergänzungsspielers kam der Innenverteidiger nur selten hinaus. In der Saison 2019/20 stand er sogar nur in sechs Spielen auf dem Rasen. Überraschend kam sein Einsatz von Beginn an gegen Schalke am 29. Spieltag, als sein Team auch dank Langkamps starker Leistung die Null hielt. Ansonsten empfahl sich der 32-Jährige nur selten für eine Fortsetzung seines Werder-Engagements.

Sollte Werder die Zusammenarbeit mit ihm verlängern, wäre er nach jetzigem Stand und je nach Sichtweise Innenverteidiger Nummer vier oder fünf im Kader der Bremer. Eine Aussicht, die für den Verein und auch für den Spieler wohl nur wenig attraktiv ist. Auch wenn Coach Kohfeldt eine hohe Meinung von Langkamp hat, scheint es eher unwahrscheinlich, dass die Grün-Weißen ihm einen neuen Vertrag offerieren. Gut für Langkamp: Der ein oder andere Verein soll bereits sein Interesse an ihm bekundet haben.

Stadionbesuche bald mit Corona-Tests möglich?

Video vom 14. Juli 2020
Die leeren Sitzplätze des Weserstadions, in der Mitte sitzt alleine der Präsident von Werder Bremen Hubertus Hess-Grunewald.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, der Tag, 16. Juli 2020, 23:30 Uhr