Werders Dauerbrenner Bargfrede: 5 Jahre verletzt, aber noch mittendrin

Video vom 19. Oktober 2021
Werders U23-Kapitän Philipp Bargfrede steckt bei einem Pass in einer hektischen Spielphase konzentriert die Zunge zur Seite hinaus.
Bild: Imago | Foto2Press
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Auf die große Fußball-Bühne will Philipp Bargfrede nicht mehr zurück. Doch nach Jahren in der Reha ist Werders Routinier nun happy in seiner neuen Rolle in der U23.

Philipp Bargfrede ist ein gefragter Mann, immer noch. Nach dem Spiel im Stadion Platz 11 am Wochenende ist der 32-Jährige begehrtes Selfie-Motiv. Und dem Familienvater ist auf und neben dem Platz anzusehen, dass er als Kapitän der U23 happy ist.

Es ist eine spannende Aufgabe für mich. Ich möchte mich gerne noch ein bisschen bewegen. Ich habe noch Lust, Fußball zu spielen und mir bringt das Ganze sehr viel Spaß.

Werders U23-Kapitän Philipp Bargfrede im Sportblitz

Mit 15 Jahren kam Bargfrede zu Werder Bremen, kaum einer kennt den Verein besser. Und der Routinier soll und will nun seine Erfahrungen an die Nachwuchsspieler weitergeben. Das zeigte er auch am vergangenen Samstag im Spiel der Regionalliga Nord gegen Spitzenreiter Oldenburg. Bargfrede ist immer mittendrin, schont weder sich noch den Gegner – und ist noch gut im Saft.

"Das beweist, welche Mentalität ich habe"

Ex-Werder-Spieler Philipp Bargfrede trainiert bei der ersten Mannschaft mit.
Als Werders Ex-Coach Florian Kohfeldt bei Philipp Bargfrede (rechts) anfragte, half der Routinier aus. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Das ist eigentlich mehr als erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Bargfrede in seiner Karriere zusammengerechnet fünf Jahre lang verletzt gewesen ist. Vor allem etliche schwere Knieverletzungen bremsten ihn wieder und wieder aus. Doch für den Mann mit der Rückennummer 44 ist aufgeben ein Fremdwort. Nach jedem noch so großen Rückschlag kämpfte sich Bargfrede jedes Mal wieder heran.

Wenn man so oft verletzt war, dann ist es nicht selbstverständlich, immer wieder so zurückzukommen. Das beweist, welche Einstellung und Mentalität ich habe. Deshalb bin ich froh, so eine Karriere hingelegt zu haben. Und ich bin froh, dass es mir ganz gut geht.

Werders U23-Kapitän Philipp Bargfrede im Sportblitz

Im Jahr 2009 hatte Bargfrede im Alter von 20 Jahren in der Bundesliga debütiert, spielte danach 205 Mal für Werder in der höchsten Spielklasse. Doch das ist Vergangenheit. Bargfrede will nicht zurück auf die große Fußball-Bühne.

Ein Korb für Trainer Anfang

Zum Ende der vergangenen Saison hatte der Routinier noch ausgeholfen, als bei Trainer Florian Kohfeldt die Not auf der Sechser-Position groß war. Doch als Nachfolger Markus Anfang bei Bargfrede anfragte, gab er diesem einen Korb.

Das ist intern besprochen. Da ist alles klar. Ich möchte mich dazu nicht mehr äußern. Wir haben alles besprochen. Alles gut, alles entspannt.

Werders U23-Kapitän Philipp Bargfrede im Sportblitz

Dass Bargfrede nicht zurück in die erste Reihe möchte, liegt wohl weniger an Trainer Anfang als vielmehr an seinen Karriereplänen. Bargfrede liebäugelt selbst mit dem Trainerjob und sammelt unter Konrad Fünfstück bei der U23 bereits wertvolle Erfahrungen. "Ich betrachte Philipp als vollwertiges Mitglied in unserem Trainerteam", sagt Fünfstück dem Sportblitz: "Ich finde es gut, dass er frühzeitig die Weichen in seiner Karriere gestellt hat und sagt: 'Ich möchte den Trainerjob erlernen'."

Nächstes Karriereziel: Trainer

Bei den Trainerscheinen unterstützt man Bargfrede, lässt ihn die tägliche Arbeit des Trainerteams mit begleiten. "Philipp ist menschlich Weltklasse und fachlich wird es mal ein sehr sehr guter Trainer", ist sich Fünfstück sicher. Bargfrede ist für ihn besonders wichtig, als verlängerter Arm auf dem Platz, als Kapitän und als Spieler. Gegen Oldenburg leitete Bargfrede kurz vor Schluss die beste Bremer Chance ein, dennoch blieb es beim 0:0.

Mit 32 ist für Bargfrede längst noch nicht Schluss, doch der nächste Karriereschritt ist bereits angelaufen. "Ich möchte meine Erfahrungen für den Trainerjob sammeln und dann werden wir sehen, ob mir das liegt", sagt Bargfrede. So oder so bleibt Werders Dauerbrenner dem Fußball wohl noch länger erhalten.

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Autorinnen und Autoren

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin
  • Stephan Schiffner Redakteur und und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 19. Oktober 2021, 18:06 Uhr