Pause als Vorteil für Werder? Bargfrede: "Das kann ein Neustart sein"

Die aktuelle Phase sei wichtig für die Vorbereitung auf die restlichen Spiele, so der 31-Jährige. Der Gehaltsverzicht der Bremer Spieler sei zudem nicht "selbstverständlich."

Philipp Bargfrede lächelt in die Kamera.
Philipp Bargfrede nutzt die Zeit zu Hause derzeit vor allem mit der Familie im Garten. Zugleich bereitet er sich auf das harte Programm nach der Corona-Pause vor. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Knapp drei Wochen ist es mittlerweile her, dass die Bremer beim 2:2 gegen Hertha BSC zum letzten Mal in der Bundesliga gegen den Ball treten konnten. Und bei Philipp Bargfrede ist es noch deutlich länger. Beim 0:1 gegen den 1. FC Köln am 21. Dezember des vergangenen Jahres stand er zuletzt auf dem Platz. Wann dies das nächste Mal der Fall sein wird, ist aufgrund der Corona-Pause derzeit offen.

Philipp Bargfrede im Zweikampf mit Kölns Jonas Hector.
Bei der 0:1 Niederlage gegen den 1. FC Köln am 21. Dezember des vergangenen Jahres kam Philipp Bargfrede zum letzten Mal für Werder zum Einsatz. Bild: Imago | Sven Simon

Das Bremer Eigengewächs versucht derzeit, die Zeit bestmöglich mit den Kindern daheim zu nutzen. "Wir haben zum Glück einen Garten, in dem wir uns austoben können", erzählte Bargfrede am Freitagvormittag. Im Bremer Pressekonferenzraum beantwortete er dabei vor laufender Kamera per Konferenzschaltung die Fragen der Journalisten und einiger Fans. Die Pause ist für ihn dabei momentan vor allem dank Petrus momentan gut zu verkraften. "Zur Zeit haben wir ja das Glück, dass das Wetter mitspielt und man öfter rausgehen kann als beim Bremer Schietwetter", freute sich Bargfrede. Abseits der Zeit im eigenen Garten wird das Haus aber nur für die individuellen Trainingseinheiten und zum Einkaufen verlassen.

Bargfrede fehlt das Zusammensein mit der Mannschaft

Doch bei all der Zeit mit der Familie fehlt ihm aktuell auch "extrem" das Zusammensein mit der Mannschaft bei Werder. Dies dürfte sich allerdings ändern, sobald die Corona-Pause vorbei ist und die Bundesliga-Saison möglicherweise noch zu Ende gespielt wird. Für Werder als Tabellensiebzehnten ginge es dann um das nackte Überleben, denn vor der Unterbrechung lief bei den Bremern überhaupt nichts. Seit sieben Spielen haben sie in der Liga nicht mehr gewonnen. Danach, hofft Bargfrede, soll es allerdings endlich besser laufen.

Natürlich kann es ein Neustart sein. Das kommt darauf an, wie wir die ersten Spiele gestalten. Und für mich persönlich versuche ich natürlich, die Zeit so gut wie möglich zu nutzen.

Werder-Profi Philipp Bargfrede

Gehaltsverzicht "nicht selbstverständlich"

Klaus Filbry schaut in die Kamera
Philipp Bargfrede war auch bei den Gesprächen zum Gehaltsverzicht der Werder-Spieler mit Finanzchef Klaus Filbry (Foto) dabei. Bild: Imago | Nordphoto

Vermutlich alle zwei bis drei Tage wird Werder dann im Abstiegskampf ein Spiel bestreiten müssen. "Das wird ein straffes Programm, das für jeden Einzelnen eine Herausforderung ist", weiß der 31-Jährige. "Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir uns gut vorbereiten und die Zeit jetzt gut nutzen. Wenn wir dann einen großen und ausgeglichenen Kader haben, könnte das von Vorteil sein."

Ebenjener Kader hat in der aktuellen Zeit bereits ein Signal gesetzt und freiwillig auf einen Teil des Gehalts verzichtet, um dem Klub in der Krise zu helfen. Obwohl er nicht Mitglied des Mannschaftsrates ist, war auch Bargfrede bei den Gesprächen mit Werders Finanzchef Klaus Filbry dabei. "Niklas (Moisander, Anm. d. Red) und die Jungs haben mich dazugeholt. Deshalb war ich dabei", erklärte der defensive Mittelfeldspieler. Dass die Spieler mit gutem Beispiel vorangehen und auf Geld verzichten, sei dabei nicht "selbstverständlich".

Ich glaube, dass wir uns schon der Situation bewusst sind. Und ich glaube, dass das eine sehr gute und positive Geste von uns ist.

Werder-Profi Philipp Bargfrede

Wie will Werder Bremen die Corona-Krise durchstehen?

Video vom 26. März 2020
Eine Drohnenaufnahme des leeren Bremer Weserstadions.

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Autor

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 27. März 2020, 16 Uhr