"Die Statistik gegen Dortmund interessiert mich nicht"

Die vergangenen neun Spiele in Dortmund verlor Werder, aber Ludwig Augustinsson ist vor dem Duell am Samstag sicher: "Es ist Zeit, endlich auswärts zu punkten."

Ludwig Augustinsson ernüchtert nach dem Abpfiff im Regen.
Feste Größe auf der linken Abwehrseite: Ludwig Augustinsson verpasste in dieser Saison nur das Spiel gegen den HSV aufgrund von Knieproblemen. Bild: Andreas Gumz

Am Mittwochmorgen ging Ludwig Augustinsson leer aus. Keine Süßigkeiten, kein Präsent in seinem Stiefel. Seine Freundin hatte ihn nicht etwa vergessen, und brav genug ist er wohl auch gewesen – in Schweden wird einfach kein Nikolaus gefeiert. "Vielleicht fange ich ja damit an, wenn ich irgendwann mal Kinder habe", sagt Augustinsson lachend. Erst in der nächsten Woche ist für Schweden ein wichtiger Feiertag, das Lucia-Fest. "Aber das gibt es in Deutschland leider nicht, und hier bin ich ja nur mit meiner Freundin alleine – es wird dabei viel gesungen, das ist etwas blöd", meint Augustinsson augenzwinkernd: "Aber vielleicht lade ich die Mannschaft ein, dann lernen sie ein bisschen die schwedische Tradition kennen."

Werder-Spieler bei der Weihnachtsfeier
Daumen hoch von Ludwig Augustinsson für Werders Adventsfeier in der Überseestadt. Bild: Andreas Gumz

Der 23 Jahre alte Verteidiger ist ein Fan der Adventszeit, "alles ist so gemütlich, man hört Weihnachtsmusik, isst leckere Sachen – natürlich nicht zuviel – das ist eine schöne Tradition". Auch die Werder-Weihnachtsfeier am Dienstagabend hat Augustinsson genossen, nur nicht zu lange. "Wir haben gut gegessen und zusammengesessen, und man hat die Mitarbeiter des Vereins kennengelernt", erzählt er, "aber ich bin so nach drei Stunden gegangen. Es war ein anstrengender Tag mit zweimal Training." Denn bei aller vorweihnachtlicher Gemütlichkeit hat Augustinsson das Wichtigste nicht aus den Augen verloren: Werders Abstiegskampf.

Selbstbewusst in die Auswärtsspiele

Bis Weihnachten wollen die Grün-Weißen möglichst die akute Gefahrenzone im Tabellenkeller verlassen. Der Formanstieg war zuletzt erkennbar, im Weser-Stadion wurde zweimal gewonnen, doch nun folgen für die Bremer zwei Auswärtspartien gegen Dortmund und Leverkusen. Schwere Aufgaben seien das, sagt Augustinsson, doch mit den jüngsten Heimsiegen ist die Werder-Brust wieder breiter geworden – obwohl die Bremer neunmal in Folge in Dortmund verloren haben.

Wir fahren nach Dortmund, um zu gewinnen. Ich habe gehört, dass Werder lange nicht in Dortmund gewonnen hat. Aber die Statistik interessiert mich nicht. Wir haben mit Schweden Italien geschlagen, und die waren jahrzehntelang bei Weltmeisterschaften dabei – Statistik spielt keine Rolle.

Ludwig Augustinsson, Werder-Verteidiger

Die neue Sicherheit der Werder-Defensive

Der Spirit in der Mannschaft sei gut, sagt der Schwede. In Dortmund dagegen "tut man sich ein bisschen schwer mit den Ergebnissen, und es ist viel Unruhe bei ihnen". Augustinsson indes glaubt fest daran, wirklich etwas aus Dortmund mitnehmen zu können: "Wir sind ein gutes Team, und es ist an der Zeit, dass wir endlich auch auswärts punkten."

Ludwig Augustinsson gestikuliert während des Werder-Trainings.
Engagiert in der Abwehr: Augustinsson ist schnell zur Stammkraft auf der linken Seite geworden. Bild: Andreas Gumz

Auch die neue Sicherheit in der Bremer Defensive stimmt Augustinsson optimistisch. Die Umstellung auf die Viererkette hat sich bewährt, mit 16 Gegentreffern rangiert Werder derzeit tatsächlich auf dem geteilten dritten Rang der Bundesliga. In Abwehrchef Niklas Moisander hat Augustinsson einen echten Verbündeten gefunden, nicht nur weil der Finne auch Schwedisch spricht. "Wir sind beide ehrgeizig, haben hohe Ansprüche an uns. Da sind wir auf einer Wellenlänge. Wir reden viel im Spiel, und hinterher analysieren wir zusammen, wenn etwas nicht geklappt hat – wir sind richtige Partner geworden."

Sie werden auch gegen Dortmund diese Defensiv-Einheit brauchen, denn Ausnahmetalent Pierre-Emerick Aubameyang scheint nach seinen Eskapaden wieder in die Spur gefunden zu haben.

Aubameyang ist ein Weltklassespieler und immer gefährlich. Auch, wenn er in einem Spiel mal nicht trifft, dann trifft er im nächsten Spiel dreimal. Er ist unberechenbar. Wir müssen auf alles vorbereitet sein.

Ludwig Augustinsson über Dortmunds Star-Stürmer
  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 6. Dezember 2017, 18:06 Uhr