Vor 40 Jahren: Werder schafft den Wiederaufstieg in die Bundesliga

Lang ist's her: Dank eines 3:0-Siegs in Oldenburg kehren die Bremer nach der Saison 1980/81 ins Oberhaus zurück. Die Freude fällt bei Fans und Team verschieden aus.

Video vom 12. Mai 2021
Die Werder-Mannschaft der Saison 198/81 posiert fürs Teamfoto.
Bild: Imago | Schumann
Bild: Imago | Schumann

Die Saison 1980/81 ist für Werder so etwas wie der Schandfleck in der Vereinsgeschichte. Denn es war die erste Spielzeit, die die Bremer in der unterklassigen 2. Liga verbrachten – und bislang auch die einzige. Nach dem so bitteren wie überraschenden Abstieg im Vorjahr mussten sich die Grün-Weißen im zweigleisigen Unterhaus durch eine Mammut-Saison mit insgesamt 42 Spielen kämpfen. Das Ziel war klar: bloß schnell wieder weg aus der Fußball-Provinz.

Das gelang den Bremern mit Bravour: Hinten hielten Goalie Dieter Burdenski und Vorstopper Klaus Fichtel den Kasten sauber, im Mittelfeld zog Benno Möhlmann die Fäden und vorne erzielte Erwin Kostedde die Tore. So kam es, dass Werder schon am 12. Mai 1981, rund zwei Wochen vor Saisonende, die Chance auf den direkten Wiederaufstieg erhielt. Nur noch der VfB Oldenburg stand den Bremern im Weg.

Frühe Vorentscheidung in der "Hölle des Nordens"

Werder-Trainer Otto Rehhagel zeigt aufs Spielfeld.
Unter Trainer Otto Rehhagel schafften die Bremer schon zwei Wochen vor Saisonende den Aufstieg in die Bundesliga. Bild: Imago | Ferdi Hartung

Im Donnerschweer Stadion, auch als "Hölle des Nordens" bekannt, erwischte Werder vor fast 18.000 Zuschauern einen Start nach Maß: Schon in der achten Minute traf Norbert Siegmann mit dem Kopf zur Führung. Nach einer knappen halben Stunde legte der flinke Norbert Meier per starkem Solo nach (32. Minute). Trotz der Vorentscheidung bewahrte Werder-Manager Rudi Aussauer kühlen Kopf. Auf die Frage eines Reporters, wo er den Sekt versteckt habe, antwortete Assauer: "Es gibt nach einem Sieg keinen Sekt bei uns, nur Selterwasser."

Im zweiten Spielabschnitt sorgte der eingewechselte Uwe Behrens nach einem Torwartfehler für das 3:0 (76.). Danach kochten bei manchen der knapp 1.000 angereisten Werder-Schlachtenbummler die Emotionen hoch. Voller Siegestrunkenheit benahmen sie sich so daneben, dass ein Spielabbruch in der Luft lag. Auch der von den Zuschauerrängen auf den Platz gestürmte Assauer hatte Mühe, die Fans in Zaum zu halten. Schließlich beruhigten die Gemüter sich, sodass um 20:14 Uhr der Aufstieg der Grün-Weißen perfekt war. Die Freude aber hielt sich in Grenzen.

Wir waren im ersten Moment nach dem Spiel etwas kaputt. Dass da nicht gleich der große Jubel ausbrach, ist verständlich, denke ich.

Werder-Spieler Benno Möhlmann

Überschaubare Aufstiegs-Feier in Achim

Die "Aufstiegs-Feier" stieg noch am selben Abend. Nicht aber am Osterdeich, sondern in Achim, wo sich zu der Zeit das Vorbereitungsquartier des Klubs befand. Im "Hotel Stadt Bremen" stieß das Team von Coach Otto Rehhagel, der erst zwei Monate zuvor den Trainerposten übernommen hatte, mit Bier und – oh Wunder! – Sekt auf den Erfolg an.

Die Stimmung aber – sie war immer noch eher bescheiden. "Wir sind aufgestiegen, das war wichtig. Das gesteckte Ziel haben wir erreicht", erklärte Assauer trocken. Zu selbstverständlich war also der Aufstieg der Bremer, die unter Rehhagels Leitung in den Folgejahren zu den deutschen Topklubs vorstießen. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Autoren

  • Helge Hommers Autor
  • Günter Ollendorf

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 12. Mai 2021, 18:06 Uhr